Zinswucherer in Griechenland aufgedeckt

11. Dezember 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 684

In Griechenland wurde ein Ring privater Geldverleiher aufgedeckt, die jahrelang Wucherkredite vergeben und sich illegal um viele Millionen Euro bereichert haben sollen.

Die griechischen Polizeibehörden befinden sich vor einem beeindrucken Fall der Aktivität von Zinswucherern in Attika und Westgriechenland. Eine Gruppe wenigstens sechs bis sieben „geachteter“ Privatleute, unter denen sich ein bekannter Athener Taxi-Händler und zwei ehemalige Polizeibeamte befinden, soll in Attika, Ätolokarnania und Lefkada über viele Jahre ein ausgedehntes System des Geldverleihs gegen horrende Zinsen geschaffen und dutzende Opfer um viele Millionen Euro ausgenommen haben. In der Gruppe der Zinswucherer profilierten sich auch ein … Viehhirte aus Vonitsa sowie ein Tierfutterhändler.

Laut den während der letzten Tage von der Polizeidirektion Lefkada zusammengetragenen Daten soll die Bande der Zinswucherer über eine Reihe von Jahren aktiv gewesen und von einem bekannten Taxi-Händler in Athen finanziert und mit Bargeld versorgt worden sein. Parallel soll in der Sache eine zentrale Rolle ein ehemaliger Polizeibeamter gespielt haben, der in Westgriechenland bedienstet und wegen einer Korruptionsangelegenheit aus dem Dienst entlassen worden war.

Scheingeschäfte zur Deckung illegaler Wucherkredite

Die griechische Polizei (ELAS) war dem Ring nach Anzeigen von wenigstens zwei Opfern auf die Spur gekommen. Laut diesen Aussagen wurde ein Unternehmer gezwungen, zur Tilgung eines erhaltenen Kredits von 19.000 Euro innerhalb von wenigen Monaten schließlich ungefähr 108.000 Euro zu zahlen.

Das vielleicht am meisten bezeichnende Element der Verfahrensakte ergab sich nach einem Scheck, den ein dem Ring zum Opfer gefallener Hotelier ausstellte, um einen Teil des Wucherkredits abzuzahlen, den ihm der Viehfutterhändler gegeben hatte. Dieser Scheck geriet in die Hände der Polizei und der Fahndungsbehörden. Überrascht sahen die Ermittler den Viehfutterhändler in seinem Versuch, diese Transaktion und den Erhalt des Schecks zu rechtfertigen, eine Rechnung präsentieren, laut der er an das Hotel des Opfers der Bande ungefähr 50 Tonnen (!) Tierfutter lieferte!

Um die Zinswucherer zu decken, scheinen die Gäste des Hotels darauf versessen gewesen zu sein, Futter für Hühner, Schafe, Ziegen und Haustiere zu verzehren … .

(Quelle: To Vima)

  1. Ausgenz
    11. Dezember 2011, 13:09 | #1

    Mir scheint, dass es sich bewährt hat, eine eigene Staatsanwaltschaft
    und Polizeitruppe,die sich nur mit Wirtschaftskriminalität beschäftigt,
    zu installieren.Nach all den Horrornachrichten endlich mal was positives,
    dass sich in der staatliches Aufsicht etwas in die richtige Richtung
    bewegt.Es bleibt viel zu tun.
    Der letzte Satz des Zeitungsartikels beweist auch, dass zumindest
    die Redakteure von To Vima in dieser extrem mißligen Wirtschaftslage
    doch noch (Galgen-)Humor haben.So konnte auch ich mir, eben weil
    ich nicht betroffen bin,ein Lachen nicht unterdrücken.Dennoch stimmt
    dieser Artikel einem sehr nachdenklich.
    Jede Krise bietet gewissenlosen Profiteuren große Chancen, siehe den
    Skandal um die Proton-Bank (To Vima)

  2. Apateonas
    11. Dezember 2011, 13:16 | #2

    Um noch mal auf den Kommentar von „Roman“ zurück zu kommen…:
    „Jedes Mal, wenn sich die Leserschaft oder ein Teil davon irgendwie pikiert fühlt, wird auf “den Griechen” drauf gehauen.“

    Jedes Mal, wenn ich Artikel wie den obigen hier lesen darf, frage ich mich ernsthaft, was in den Köpfen solch „asozialer“ Menschen vorgeht? Hier sieht man wieder ein mal mehr wie antisozial sich viele „Griechen“ ihren eigenen in Not geratenen Landsleuten gegenüber verhalten. Dieses Verhalten empfinde ich viel schlimmer, als die (sicher nicht alle gerechtfertigten) Auflagen der „bösen“ TROIKA! Es zeigt mir LEIDER, dass sich immer noch nichts im Denken der Bevölkerung verändert hat und bestätigt in übelster Weise die teils ungerechtfertigten Vorurteile, die auch in der deutschen Presse genährt werden!

    So jetzt hab ich mal wieder „drauf gehauen“!

  3. lucy sky
    11. Dezember 2011, 20:00 | #3

    @ Apateonas
    Das hoert sich ja fast so an, als gebe es solche Verbrecherbanden in Deutschland nicht?! Dem Namen nach zu urteilen denke ich, dass du Grieche bist? Mir zeigt der Artikel nur, wie verzweifelt manche Menschen nach Geld suchen und deshalb (vielleicht ein bisschen zu gutglaeubig) auf solche Verbrecher, die es in jedem Land gibt, hereinfallen. Die Troika ist nicht da, um das Land aus der Armut zu befreien. Es geht nicht um Aufschwung, sondern darum, das Land auszubluten, die noch bestehende Wirtschaft zu zerstoeren. Mit den neuesten Sparmassnahmen werden noch mehr Klein- und Mittelstaendische Betriebe schliessen muessen. Auch der Herr Reichenbach, den sie hier zur Unterstuetzung abgestellt haben, sagt oeffentlich, dass GR noch nicht am Boden angelangt ist und deshalb die Investoren noch nicht kommen. Er koennte genauso gut sagen:“ Kommt noch nicht, wartet noch!“
    Der Grieche ist nicht schlechter oder besser als die anderen Europaeer. Es hat ihn halt als erstes erwischt. Das „Draufhauen“ lernt man allerdings wohl am besten in Deutschland.

  4. Apateonas
    12. Dezember 2011, 00:49 | #4

    @ lucy sky
    Ich bin es leid dauernd solche Pseudoverschwörungstheorien hören zu müssen.
    „Es geht darum, das Land ausbluten zu lassen und die noch bestehende Wirtschaft zu zerstören …blablabla….“ Wer hat denn die Geschäfte geschlossen, die jahrzente lang Schattenwirtschaften betrieben haben ihre Steuern nicht bezahlt, keine vernünftige Buchhaltung nachweisen konnten und jetzt einer Überprüfung der griechischen Steuerbehörde nicht standhalten?? Fassen sie sich doch endlich mal an die eigene Nase!
    Natürlich gibt es Verbrecherbanden auch in anderen Ländern, aber wir reden hier in diesem Blog nun mal von Griechenland! Niemand hat behauptet, dass die TROIKA da ist um das Land aus der Armut (jetzt grösstenteils selbst verschuldet) zu befreien. Die TROIKA soll sicherstellen, dass GR seine Schulden annähernd zurückzahlen kann und so wenig wie möglich neue macht. Die Art und Weise wie das momentan geschieht ist sicher nicht die Beste. Wenn sie einen guten Vorschlag haben, nennen sie ihn doch, statt dieses „Verschwörungsblabla“ von sich zu geben!

  5. lucy sky
    12. Dezember 2011, 12:59 | #5

    @ Apateonas (warum eigentlich „Gauner“?)
    Da ist ja eine Menge Wut herauszulesen. Fakt ist doch, dass der kleine Mann wieder mal für die Schweinereien, die einige wenige verbrochen haben geradestehen muss. Es trifft mal wieder die falschen. Das ist nicht zu leugnen und hat auch nichts mit Verschwörungstheorie zu tun. Ich hoffe, dass wir uns wenigstens darin einig sind. Natürlich will ich hier nicht behaupten, dass es keine Schattenwirtschaften gab und gibt. Es ist zu viel schiefgelaufen und läuft auch immer noch schief. Doch warum soll ich dafür aufkommen? Warum jeder Kostas, jeder Nikos, jeder Giorgos? Viele junge Leute müssen GR verlassen um überhaupt eine Chance auf einen Arbeitsplatz zu haben. Durch die Maßnahmen geht nur alles noch mehr den Bach runter. Die Kaufkraft schwindet, das Land stuerzt noch mehr in die Rezension. Ich persönlich habe keine Schulden!!! Ich wohne nur zufällig in GR!!! Warum werde ich auch zur Kasse gebeten?
    Warum sich in schwierigen Zeiten noch anfeinden?
    Hier noch ein paar interessante Links:

    http://www.videogold.de/kenfm-geschichte-des-euro-und-anderer-waehrungen-ciao-euro-09-12-2011/

    http://iknews.de/2011/12/01/eurokrise-mit-angst-lugen-und-propaganda-in-die-arme-des-iwf/

    http://www.kontext-tv.de/node/167

    Leider gibt es zu diesem schwierigen Thema nicht mal eben so einfache Lösungen, dass ich mal eben so „einen guten Vorschlag“ aus dem Ärmel zaubern könnte. Deswegen darf ich aber doch etwas Kritik loswerden. Interessant ist doch auch, dass ausgerechnet der Mann, der damals geholfen hat, GR mit gefälschten Zahlen dem Euro beitreten zu lassen, jetzt aufgestellt wird, GR zu retten.

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