Sozialstaat in Griechenland droht der Zusammenbruch

10. Dezember 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 1.356

In Griechenland drohen infolge der anhaltenden Wirtschaftskrise und tiefen Rezession selbst die elementaren sozialstaatlichen Basisstrukturen zusammenzubrechen.

Das Land befindet sich an seinen Grenzen„, warnte der griechische Gesundheitsminister Andreas Loverdos bezüglich des Sozialstaates und betonte, dass es 2012 „keine Spielräume geben wird, um Gelder aus Straffungen und Rationalisierungen zu finden, und die Basisstrukturen des Sozialstaates direkt bedroht sein werden„.

Das Land befindet sich in diesem Augenblick an seinen Grenzen. Wenn es nicht jeden Monat des Jahres 2012 nutzen wird, damit alle bürokratischen Hindernisse des Aufschwungs ausgeräumt werden, wenn die griechische Wirtschaft nicht in Schwung kommt und es aus dieser Konjunkturentwicklung keinen Überschuss gibt, wird kein Geld für das Gesundheitswesen und andere von dem Staat gewährte soziale Dienste existieren, und ab Ende 2012 werden auch die Grundstrukturen des griechischen Sozialstaates bedroht sein„, führte der Minister aus.

Das Gesundheitswesen ist mehr als nur eine einfache volkwirtschaftle Größe

Bei seiner Berichterstattung an den Staatspräsidenten Karolos Papoulias über die Lage auf dem Sektor der Gesundheit meinte Gesundheitsminister Loverdos, dass „das Sanierungsprogramm für 2011 gut abschließt“ und meinte, das Jahr 2013 sei nicht weit entfernt. Der Minister sprach ebenfalls die Notwendigkeit an, dass speziell die an der Regierung beteiligten Parteien bereits ab jetzt dem Sektor der Gesundheit, „der nicht nur eine einfache volkswirtschaftliche Größe darstellt„, Nachdruck verleihen müssen.

Bezüglich der „Arbeitsreserve“ (sprich zwangsweisen Suspendierungen bzw. Entlassungen) auf dem öffentlichen Sektor und der bisher angestellten Schlussfolgerungen sprach der Gesundheitsminister von einem schwierigen Verfahren, das „wir auf dem Gesundheitssektor bis zu einem gewissen Grad bewältigt haben„, und fügte an, dass „Herr Reppas (Minister für Verwaltungsreform und elektronische Regierungsführung) ringt„.

(Quelle: in.gr)

  1. 10. Dezember 2011, 12:38 | #1

    Ist doch egal, oder? UNS geht’s ja noch gut.

    So zumindest könnte man meine Erfahrungen zusammenfassen, wenn ich mich mit Leuten aus meiner Umgebung unterhalte.

    Dass es den meisten Leute sch*** egal ist, wie es der Mehrheit auf diesem Planeten geht, sollte hinreichend bekannt und Dokumentiert sein. Wo war der Aufschrei, die Demonstrationen, als Deutschland mal wieder Panzer an Saudi Arabien verkauft hat? Wo war der Protest als Angela Merkel sagte, dass sie sich von niemandem sagen lassen muss, was richtig und was falsch ist (Guttenberg Affaire)? Wird irgendwann jemand protestieren wenn Guttenberg Kanzler werden will? Wird sich jemand melden wenn wieder jemand nach dem totalen Krieg schreit?
    Ich glaube nicht.

    All dies sind nur ein paar Beispiele dafür was alles falsch läuft.

    Ich frage mich, ab welchem Punkt es „uns“ denn nicht mehr gut geht. Ab welchem Punkt wird der Deutsche Michel sich persönlich betroffen und verantwortlich fühlen für das Elend in der Welt, dass er mitverursacht? Jeder der tanken geht, unterstützt Terrorregime z.B. im nahen Osten. Aber das ist ja egal, uns geht’s ja gut, solange das Wägelchen läuft.
    Hinterher kann man ja immer noch sagen, dass man von alle dem nichts wusste. Hat ja schon mal funktioniert, die Ausrede…

    Müssen erst täglich Bomben von irgendwelchen in- oder ausländischen Terroristen hochgehen? Müssen auch erst in Deutschland sämtliche Erungenschaften des Sozialstaates abgeschaft werden, damit die Banken Systemrelevant bleiben können?
    Wird es dann einen Aufschrei geben?
    Wie kommt es, dass Menschen in unseren „ach so tollen Demokratien“ keinen Wert haben, Profit aber schon?

    Kapitalismus hat so wenig funktioniert wie Kommunismus und Sozialismus. Wieso? Weil die Leute nicht kapieren, dass man Verantwortung sich selber und anderen gegenüber nicht abgeben darf. Tut man es doch, so setzt man sich automatisch einen Tyrannen an die Macht.

    Leute versteht endlich, Freiheit könnt ihr euch nur selber verschaffen. Macht, Geld und Politik werden euer Leben nie verbessern.

    Seht endlich ein: „This shit’s got to go“ (Jacque Fresco).
    Hat schon mal irgendjemand hier von einer Ressourcen basierender Wirtschaft gehört?
    Eine Alternative von mehreren.

  2. Müller
    10. Dezember 2011, 19:15 | #2

    Mit Ende 2011 Staatsschulden 200%BIP, einer Haushaltsbilanz -8,9%BIP und einer Leistungsbilanz -8,2%BIP kann man sich eben keinen „Sozialstaat“ leisten. Die Schulden als x%BIP wurden ja wohl im „Ausland“ aufgenommen. Von dem „Rest-BIP“ sind nicht gerade geringe Teile Rüstungsausgaben. Also Ausgaben, keine Einnahmen. Griechenland kann froh sein, wenn es von irgendwelche Deppen überhaupt noch Geld bekommt. Die griechische Wirtschaft steht eben in keiner Relation zum „Staat“, da sind die Folgen und Schlußfolgerungen klar. Von „Sozialstaat“ kann in der Tat keine Rede mehr sein.

  3. Mark
    10. Dezember 2011, 21:22 | #3

    @Der Zeitgeist
    Wo ist der Bezug zu dem Artikel ???

    Griechenland ist nunmal ein Land ohne funktionierende Verwaltung. Warum sollte denn auch das Staatliche Gesundheitswesen funktionieren.
    Ist nur ein weiterer Beweis das die griechische Gesellschaft nicht fähig und auch nicht willig ist sich Ihrer Verantwortung zu stellen und die notwendingen Veränderungen vorzunehmen.
    Wie immer werden andere Beschuldigt nur um seine eigenen Privilegien zu schützen.
    Wie Loverdos schon richtig sagt „Wenn es nicht jeden Monat des Jahres 2012 nutzen wird, damit alle bürokratischen Hindernisse des Aufschwungs ausgeräumt werden, wenn die griechische Wirtschaft nicht in Schwung kommt und es aus dieser Konjunkturentwicklung keinen Überschuss gibt, wird kein Geld für das Gesundheitswesen und andere von dem Staat gewährte soziale Dienste existieren“
    Es muss nunmal Aufschwung geben.Leider verstehen darunter die meißten Griechen, dass der Staat mehr Kredite aufnimmt und mehr Geld verschenkt.

    Diese Show wurde aber abgesetzt.

  4. Andreas
    11. Dezember 2011, 11:13 | #4

    @Zeitgeist „Ich frage mich, ab welchem Punkt es “uns” denn nicht mehr gut geht. Ab welchem Punkt wird der Deutsche Michel sich persönlich betroffen und verantwortlich fühlen für das Elend in der Welt, dass er mit verursacht?“

    Ich erlebe diese Aussage immer wieder andersherum.

    Meine Griechischen Freunde (die Elenden) erklaeren mir (dem Deutschen Michel) immer wieder betroffen und verantwortungsvoll, wie ich das Griechische System besser ’nutzen’soll.
    >Bei Smede (Griechischer Krankenversicherer fuer Ingenieure) gibt es 100 Euro pro Jahr fuer eine Brille, also bekommen einfach alle Familienmitglieder (3 in diesem Fall) jedes Jahr eine neue Brille verpasst, obwohl sie nur die Ehefrau braucht… Na fuer 300 Euro kriegt man doch schon was!<
    Die Beitraege bezahlt man dagegen nur wenn es sich wirklich nicht laenger vermeiden laesst (alle zwei Jahre muss man hier sein Buch erneuern lassen, und dann geht das ohne Bezahlen nicht mehr)
    Auch sonst werden Wasser (nur einmal im Jahr bei vier Rechnungen) und Telefon erst bei Sperrung bezahlt, das gleiche geht mit Strom und mach anderen Obligationen. Na klar wird letztlich immer der Volle Betrag faellig, aber eben auch nur Der. Keine Stafen, Uberziehungsgebueren etc. es gibt eben auf alles eine Art zinsfreien Kredit. Ja wuerden die Strafgelder verlangen, dann wuerde auch er natuerlich rechtzeitig bezahlen…
    Bei meinen Freunden gelte ich als verruecktes Unikum, denn ich bin bei allen meinen Beitraegen "Voll Michelmaessig up to date!"

  5. GG
    1. Januar 2012, 16:23 | #5

    Wäre das so schlimm? Wer über seine Verhältnisse lebt, muss sich nicht wundern, wenn irgendwann die „Flasche leer“ ist. Schon ein „Sozial“staat ist ja eine contradictio in adjecto, erfunden von skrupellosen Politikern, die mit gefälschtem Geld den Menschen einen höheren Wohlstand vorgaukeln, als tatsächlich vorhanden ist. Und die Griechen (die Deutschen sind da kein Deut besser) haben sich willig an der Nase herumführen lassen.

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