Griechenland verbietet elektronische Zigaretten

26. Dezember 2011 / Aktualisiert: 13. August 2017 / Aufrufe: 2.770

In Griechenland wurde der Vertrieb nikotinhaltiger E-Zigaretten wegen mangelnder Daten über eventuelle gesundheitliche Folgen ausdrücklich verboten.

Das Gesundheitsministerium in Griechenland hat nach einem Gutachten der nationalen Medikamenten-Aufsichtsbehörde (EOF) den Vertrieb nikotinhaltiger elektronischer Zigaretten verboten. Wie der Generalsekretär für Gesundheit Antonis Dimopoulos erklärte, ist der Verkauf Nikotin freisetzender elektronischer Zigaretten bereits verboten worden, während ein Beschluss bezüglich der E-Zigaretten ohne Nikotin noch aussteht.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz über die Bekämpfung des Rauchens führte der Kardiologe und Vorsitzende des nationalen Ausschusses für die Kontrolle des Rauchens Panagiotis Bechrakis an, dass das Verbot der E-Zigaretten wegen des Fehlens wissenschaftlicher Daten über die Langzeitfolgen beschlossen wurde. Er äußerte jedoch, dass die elektronische Zigarette schädlich zu sein scheint, wenn auch weniger als die normalen Zigaretten. (Anmerkung: P. Bechrakis betonte an anderer Stelle allerdings auch, dass der Ausschuss dem Gesundheitsministerium niemals ein Verbot elektronischer Zigaretten vorgeschlagen habe und letzteres allein auf Betreiben der Medikamentenbehörde und des Ministeriums beschlossen worden ist.)

Auch elektronische Zigaretten sind gesundheitsschädlich

Laut Herrn Bechrakis zeigt eine zur Veröffentlichung in einer wissenschaftlichen Zeitschrift akzeptierte Untersuchung, dass die elektronische Zigarette „die Widerstandskräfte des Atemsystems und in dem Atem nachgewiesenen Entzündungsindikatoren“ beeinflusst. „Diese Faktoren sind nicht so intensiv wie beim Rauchen normaler Zigaretten, jedoch ist auch die elektronische Zigarette gesundheitsschädlich„, erklärte er gegenüber der Zeitung To Vima. Der Professor erkennt aber an, dass „die elektronische Zigarette als eine Zwischenphase beim Abgewöhnen des Rauchens eingestuft werden könnte. Nicht um dauerhaft zu ihr zu wechseln, sondern um sie zwei, drei Monate zu benutzen und dann völlig mit dem Rauchen aufzuhören„.

Die elektronischen Zigaretten sind Geräte, welche das Rauchen simulieren und dabei nikotinhaltigen Dampf freisetzen. E-Zigaretten werden als Hilfsmittel beim Abgewöhnen des Rauchens oder aber dagegen auch als Mittel dazu beworben, ungeachtet des Rauchverbots überall rauchen zu können. Tatsache ist jedenfalls, dass bis heute kein Land die elektronische Zigarette als sichere Methode zur Abgewöhnung des Rauchens anerkennt. Dagegen haben etliche Gesundheitsorganisationen ihre Vorbehalte ausgedrückt und argumentieren, dass die elektronische Zigarette möglicherweise Auswirkungen auf die Gesundheit haben und junge Leute zum Rauchen ermuntern könnte.

In den USA hat die Behörde für Lebensmittel und Medikamente (FDA) von der Nutzung der elektronischen Zigarette abgeraten und betont, dass die Hersteller junge Leute ins Ziel nehmen können, ohne vor den möglichen Auswirkungen auf die Gesundheit zu warnen. Die FDA hat ebenfalls elektronische Zigaretten ausgemacht, welche Nikotin in größeren Dosen als auf der Verpackung angegeben sowie auch andere chemische Substanzen freisetzen. Von der anderen Seite erkennt der Verband der Ärzte des öffentlichen Gesundheitswesens die elektronische Zigarette als Hilfsmittel zur Abgewöhnung des Rauchens an.

Die Weltgesundheitsorganisation schließlich gab 2008 bekannt, dass keine ausreichenden Studien existieren, welche zeigen, dass die elektronische Zigarette eine sichere Therapie zur Substitution des Nikotins sei.

(Quelle: in.gr)

  1. Rico Coracao
    26. Dezember 2011, 22:57 | #1

    da geht`s nur um die Steuereinnahmen, genauso wie hier

  2. Dingviech
    27. Dezember 2011, 10:09 | #2

    wobei die FDA kürzlich ihre Meinung zum Thema geändert hat, sie will nun die eZigaretten den Tabakprodukten gleich stellen… aber irgendwie liest das keiner. Nur Copy & Paste und mehr oder weniger sinnlose Schnellschüsse. Anstatt sich mal einer hinsetzt und sich die Mühe macht mal schon vorliegende Studien durch zu forsten. Aber wär ja zu einfach. Arme EU 🙁

  3. Monalisa
    27. Dezember 2011, 15:23 | #3

    Wieder ein Verbot, an das sich keiner halten wird. Ich kenne in meiner Gegend kein Restaurant, in dem auch heute nicht geraucht wird. Beschwert man sich, ist man der Buhmann. Kinder werden weiterhin zu Hause oder im Auto vollgequalmt. Die E-Zigaretten wird man sich samt Zubehör mit der Post kommen lassen. Verbote in Griechenland, …eine unendliche Geschichte.

  4. Weichraucher
    27. Dezember 2011, 16:42 | #4

    Jugendliche könnten zum Rauchen verführt werden? So ein Unsinn.
    Woher sollten Jugendliche eine eZigarette beziehen? Woher das Geld für die Grundausstattung nehmen?

    Echte Zigaretten sind billiger, leichter zu bekommen und „cooler“.

  5. Auch wer
    27. Dezember 2011, 18:22 | #5

    Ausgerechnet Griechenland. Man hat ja da sonst keine Sorgen – anscheinend. Natürlich müssen solche Dinge verboten werden. Wo kämen wir denn dahin, wenn der Mensch selbst entscheiden könnte, was inhaliert und was nicht. So etwas kann kein Mensch entscheiden, dafür bedarf es einer Regierungskommission. Wo kämen wir denn hin, würde jemand glauben, der Mensch sei frei. Und dann auch noch ohne Tabaksteuer zu bezahlen. Sakrileg!

    Und leise rieseln weiter die Milliarden unseres Eigentums nach Griechenland…

  6. 29. Dezember 2011, 18:00 | #6

    Monalisa :Verbote in Griechenland, …eine unendliche Geschichte.

    Das ist wohl war. In einem räumlich geschlossenem Restaurant auf Korfu fragten wir mal einen Kellner, ob wir rauchen dürfen. Natürlich sagt er, wir sind ja hier in Griechenland. Und das Verbot von e-Zigaretten geht nach meiner Meinung vollkommen in Ordnung. Man sollte das Rauchen, und das sage sogar ich als starker Raucher, gänzlich verbiten. Blos – wo ein Wille ist ist auch ein Weg.

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