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Erhöhung der Strompreise in Griechenland ab 2012

31. Dezember 2011 / Aktualisiert: 13. August 2017 / Aufrufe: 1.013

In Griechenland treten ab 2012 Erhöhungen der Strompreise in Kraft, die sich im Durchschnitt auf über 12 Prozent belaufen und rund 5 Millionen Haushalte betreffen.

Der griechische Umweltminister Jorgos Papakonstantinou informierte am vergangenen Donnerstag (29.12.2011) das Kabinett darüber, dass sich die seitens des Umweltministeriums beschlossene Erhöhung der Tarife der öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft (DEI) ab dem 01. Januar 2011 auf durchschnittlich 9,2% gestalten wird, wobei der Prozentsatz von 9,2% die durchschnittliche Erhöhung betrifft, welche der Ministerialbeschluss zur Genehmigung der Preiserhöhungen umfassen wird.

Insgesamt wird sich die durchschnittliche Mehrbelastung der Verbraucher jedoch bei 12,2% bewegen, da bereits in der vergangenen Woche auch eine Erhöhung der Abgabe für Erneuerbare Energiequellen um durchschnittlich 3% beschlossen worden war, die ebenfalls ab Anfang Januar 2012 in Kraft treten wird. Weiter ist zu berücksichtigen, dass die Preiserhöhungen nicht „linear“ zur Anwendung kommen, sondern wie nachstehend geschildert einem „progressiven“ Algorithmus folgen werden, womit in der Praxis für zahlreiche Verbraucher die reale Belastung erheblich höher als der statistische Mittelwert ausfallen wird.

Progressive Belastung höherer Stromverbräuche

Auf Basis der genehmigten durchschnittlichen Preiserhöhungen wird die DEI die einzelnen Tarife bestimmen, welche für die Verbraucher analog zu der Nutzung (Haushaltstarif, Gewerbetarif usw.) und der jeweiligen Höhe des Verbrauchs gelten werden. Das Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel (YPEKA) erteilte dem Unternehmen jedoch folgende Anweisungen:

  • Es soll eine progressive Änderung bei den Tarifen geben, damit der hohe Verbrauch vergleichsweise höher belastet wird als der niedrige.
  • Die Erhöhung bei den Tarifen für Unternehmen und speziell der kleinen und mittleren Betriebe sollen gemäßigt ausfallen.

Der von dem YPEKA genehmigte durchschnittliche Prozentsatz der Erhöhung ist niedriger als von der DEI, aber auch in der Stellungnahme der Energieregulierungsbehörde (RAE) verlangt wurde, weil das YPEKA laut seinen Ausführungen erachtet, dass noch nicht jedes andere Mittel zur Reduzierung der Kosten und Verbesserung der Ertragslage des Unternehmens ausgeschöpft worden ist.

Wie weiter betont wird, wurde der Beschluss über die Preiserhöhungen von der Notwendigkeit geleitet gefasst, dass die DEI ein gesundes Unternehmen bleiben und im Jahr 2012 Gewinne ausweisen muss, da die Daten laut der Erklärung auch der Unternehmensleitung der DEI zeigten, dass das Unternehmen sehr bald nicht mehr seine Verpflichtungen bedienen können würde.

Gleichzeitig wird die Abschaffung des für die Beschäftigten und Rentner der DEI geltenden um 80% (!!) ermäßigten Tarifs forciert und die Senkung der – in Griechenland pauschal über die Stromrechnungen erhobenen – Gebühren zugunsten der staatlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt (ERT) in Erwägung gezogen, während bei dem Sozialtarif für wirtschaftlich schwache Haushalte keinerlei Änderung erfolgen wird.

Ministerium verlangt weitere Senkung der Betriebs- und Personalkosten

Im Rahmen der Bestrebungen nach einer wirtschaftlichen Gesundung der öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft verlangte das Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel (YPEKA) ebenfalls von der Unternehmensleitung der DEI:

  • Reduzierung der Gesamtverschuldung mittels Verwertung von Betriebsmitteln. Die Verschuldung der DEI wird sich Ende des Jahres auf 4,5 Milliarden Euro belaufen, und unter anderem ist der Abbau der Verschuldung des Unternehmens durch die Verwertung eines Teils der Einnahmen vorgesehen, die aus dem Verkauf von Elektrizitätswerken, aber auch sonstigen Anlagevermögens erwartet werden.
  • Weitere Senkung der Betriebskosten des Unternehmens um 10% – 15% und weitere Senkung der Personalkosten. Die Personalkosten der DEI sind im Verhältnis zu 2009 um 464 Mio. Euro reduziert worden und für 2012 ist vorgesehen, dass die Reduzierung 692 Millionen Euro erreicht.
  • Streichung von Leistungen wie der Ermäßigung von 80% auf die Tarife der derzeitigen und ehemaligen Bediensteten der DEI, die sich auf 55.000 Berechtigte bezieht und das unternehmen jährlich etwa 40 Millionen Euro kostet.
  • Zur Verrechnung von Verbindlichkeiten an den Fiskus zu schreiten.
  • Dass es keinerlei nachteilige Änderung bei dem Sozialtarif und dem Tarif für Kinderreiche gibt, welche Tarife auf mehr als 265.000 Haushalte zur Anwendung kommen.
  • 2012 Gewinn zu erzielen.

Umweltminister Papakonstantinou wies gegenüber dem Kabinett schließlich noch darauf hin, dass die Tarife des elektrischen Stroms in Griechenland sowohl in absoluten Preisen als auch Kaufkrafteinheiten zu den niedrigsten in Europa zählen. Weiter ist anzumerken, dass von der Erhöhung der Strompreise um 9,2% der DEI netto nur 1,1% zu Gute kommen, während die restlichen 8,1% folgende Posten decken:

  • Anstieg der Kosten der gemeinnützigen Dienstleistungen (Tarif für Kinderreiche, Inseln), der sich auf 3,5% beläuft.
  • Steuererhöhungen, die sich auf 2,6% bei der Sonderverbrauchssteuer auf Erdgas, 0,9% bei  der Braunkohleabgabe und 1,1% bei der Mehrwertsteuer belaufen.

(Quelle: in.gr, Ta Nea)

  1. Apateonas
    1. Januar 2012, 12:46 | #1

    Die Kürzung des ermäßigten Tarifes für Rentner finde ich nicht gerechfertigt. Für die DEI Mitarbeiter sollte es auf jeden Fall gekürzt werde, falls das mit den 80% zutrifft!

    @ Admin
    Danke für die Übersetzung und ein frohes neues Jahr!
    Eine wichtige Information vermisse ich. Von wie viel, auf wie viel erhöht sich der Preis für eine Kw/h? Die Abrechnungen der DEI kann ich seit Jahren nicht nachvollziehen, besonders mangels dieser Information.

  2. admin
    1. Januar 2012, 19:05 | #2

    @Apateonas
    Aus dem Artikel sollte verständlich werden, dass die konkreten neuen Tarife noch gar nicht ausgewürfelt wurden und wie üblich wieder einmal rückwirkend zur Anwendung kommen werden.
    Der aus Verbrauch und Nutzung resultierende kWh-Preis ist auf jeder als „Abrechnung“ gekennzeichneten (also üblicherweise jeder zweiten) Stromrechnung ausgewiesen (siehe Stromrechnung der Elektrizitätsgesellschaft DEI in Griechenland), ausführliche Tarifinformationen können auf der Homepage der DEI eingesehen werden.

  3. Theodora
    2. Januar 2012, 12:17 | #3

    Wünsche dem Admin und allen hier im Forum ein frohes neues 2012 und viel Erfolg und Gesundheit für die Zukunft.

    Das die DEI Mitarbeiter eine Reduzierung des Strompreises in Höhe von 80% erhalten ist nicht gerechtfertigt!
    Die bekommen sowieso schon Traumgehälter und müssen fast nichts für den Strom zahlen.
    Das ist wie in der griechischen Politik.
    Hoffentlich wird da bald mal aufgeräumt.

  4. Christos
    2. Januar 2012, 21:25 | #4

    ist doch alles schon vorbei…


    dass sich die seitens des Umweltministeriums beschlossene Erhöhung der Tarife der öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft (DEI) ab dem 01. Januar 2011 auf durchschnittlich 9,2% gestalten wird,

    …oder?

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