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Archiv für November, 2011

Finanzministerium in Griechenland ruft zur Nutzung der Quittungskarte auf

19. November 2011 / Aktualisiert: 28. Februar 2018 / Aufrufe: 882 13 Kommentare

Das Finanzministerium in Griechenland appelliert an die Bürger, sich die elektronische Quittungskarte zu besorgen und diese zur Erfassung ihrer Einkäufen zu nutzen.

Das griechische Finanzministerium hält an dem Plan fest, die globale Einführung und Nutzung der anfänglich irreführend als „Forokarta“ (wörtlich: Steuerkarte) und nunmehr zutreffender als „Quittungskarte“ bezeichnete elektronische Karte durchzusetzen (siehe auch Griechenland führt elektronische Umsatzkarte für Konsumenten ein), obwohl das Vorhaben abgesehen von allen übrigen Bedenken allein schon nur aus technischer Sicht reichlisch utopisch erscheint.

Jedenfalls ist die – kostenlose – elektronische „Quittungskarte“ inzwischen bei vielen Banken erhältlich und kann nach der Aktivierung überall benutzt werden, wo ein entsprechendes Lesegerät (Terminal / POS) zur Verfügung steht. Eine am 17.11.2011 über den Verteiler des Ministeriums für Verwaltungsreform und elektronische Regierungsführung verschickte Mitteilung wird nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben.
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Pfandleihen in Griechenland machen goldene Geschäfte

18. November 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 561 1 Kommentar

Die Wirtschaftskrise in Griechenland beschert den Pfandleihern goldene Geschäfte, da viele Bürger gezwungen sind, Schmuck und sonstige Wertgegenstände zu versetzen.

Eine Schuldenkette nimmt das ganze Land in den Würgegriff. Die Bürger testen alltäglich ihre Belastungsgrenzen unter ungekannten Umständen wirtschaftlicher Erstickung aus. Die Planung des Familienetats steht unter kontinuierlicher Revision, ohne dass leichte Lösungen verfügbar sind, wenn einer dem anderen schuldet. Die Situation bewegt sich auf einem gespannten Seil. Daten zeigen, dass sich der Anteil all jener verdoppelte, die mit der Zahlung ihrer Miete im Rückstand sind oder / und die Wohnung wechseln und dabei die Eigentümer auf unbezahlten Rechnungen für Strom und Wasser sitzen lassen.

Einer von zehn Bürgern vermag nicht den Nachhilfeunterricht seiner Kinder zu bezahlen. Sieben von zehn Anzeigen bei der Arbeitsaufsicht beziehen sich auf die Zurückhaltung fälliger Bezüge. Schätzungsweise 40.000 Unternehmen werden nicht in der Lage sein, ihre Verbindlichkeiten gegenüber den öffentlichen Versicherungsträgern in Ordnung zu bringen. Der Index der nicht versicherten Fahrzeuge ist während der letzten drei Jahre um 50% gestiegen.
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Griechenlands Schwert ist eine Wasserpistole

17. November 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 743 5 Kommentare

In Griechenland ist spätestens seit Amtsantritt des kommissarischen Premierministiers Lukas Papadimos allgemein klar, dass dem Land keine Optionen mehr verbleiben.

Der neue bzw. kommissarische griechische Premierminister Lukas Papadimos, dem am vergangenen Mittwoch (16.11.2011) das Parlament wie erwartet mit überwältigender Mehrheit das Vertrauen aussprach, stellte in einer gleichermaßen nüchternen wie überzeugenden Ansprache klar, dass Griechenland fortan keinerlei weitere Optionen mehr verbleiben, als sich entweder um jeden Preis seinen Gläubigern zu fügen oder den Staatsbankrott in Kauf nehmen und auf die eine oder andere Weise aus der Eurozone ausscheiden zu müssen.

Den Umstand, dass sich ausgerechnet jetzt wieder einmal der ehemalige Premierminister Kostas Simitis öffentlich zu Wort meldete, aber auch die Tatsache, dass der kommissarisch eingesetzte neue Premierminister Lukas Papadimos ohne jeden Zweifel in die Fälschung der volkswirtschaftlichen Daten involviert war, auf deren Basis Griechenland in die Eurozone aufgenommen wurde, kommentiert Chefredakteur Panos Kolokotronis der Zeitung „Vradyni“ in einem Artikel, der am 16.11.2011 publiziert wurde und nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.
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Hat Griechenland Partner oder Luden?

16. November 2011 / Aktualisiert: 02. September 2015 / Aufrufe: 812 14 Kommentare

Die aktuellen Entwicklungen bestätigen auch in Griechenland jene Stimmen, die Europa von Banken und Vertretern wirtschaftlicher Interessen regiert sehen.

Die in allen gesellschaftlichen Schichten anwachsende Wut über die Unfähigkeit der eigenen Politiker, aber auch die auf breiter Basis empfundene Ohnmacht gegenüber den „Partnern“ und der Troika reflektiert ein Beitrag, der am 16. November 2011 in der griechischen Zeitung „Eleftherorypia“ unter dem Titel „Εταίροι ή νταβατζήδες;“ publiziert wurde und nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.

Partner oder Luden?

Als die Europäer Griechenland abstrafend mit dem Moratorium in die Ecke trieben, hatten sie die Tiefe und die Dynamik der Wirtschaftskrise noch nicht bemerkt. Sie redeten Blödsinn, den Herr Giorgos Papandreou verleumderisch nachplapperte. Dass die Griechen Faulpelze, Schmarotzer und korrupt sind. Ohne auf Widerstand zu stoßen bürdeten sie Griechenland Wucherzinsen und harte Maßnahmen auf und unterschätzten dabei die ungeheure Rezession, in die sie das Land führten.
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Selbstlöschende Zigaretten auch in Griechenland obligatorisch

14. November 2011 / Aufrufe: 395 Kommentare ausgeschaltet

Auch in Griechenland dürfen fortan nur noch die neuen selbstlöschenden Zigaretten vertrieben werden, deren Glut nach einiger Zeit von allein erlischt.

Wie der Europäische Rat bekannt gab, haben ab dem 17. November 2011 alle innerhalb der EU in Umlauf gebrachten Zigaretten den neuen Vorschriften entsprechen, wonach brennende Zigaretten, an denen nicht mehr gezogen wird, von selbst erlöschen müssen. Die neuen Zigaretten mit „reduziertem Entflammungsmoment“ (RIP) sollen zu einer Minderung der Brandgefahr aus Nachlässigkeit beitragen, da laut den Angaben der Mitgliedsländer brennende Zigaretten in der Europäischen Union jedes Jahr 30.000 Brände, 4.000 Verletzungen und 1.000 Todesfälle verursachen.

Das Beispiels Finnlands, wo die neuen Vorschriften bereits seit vergangenem Jahr obligatorisch zur Anwendung kommen, zeigt, dass die Opfer der brennenden Zigaretten in der EU um 43% bzw. ungefähr 500 Tote gemindert werden können. Außer in Finnland kommt die Maßnahme ebenfalls in den USA, Kanada und Australien zur Anwendung.
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Explosion der Arbeitslosigkeit in Griechenland

13. November 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 4.082 15 Kommentare

Die explodierende Arbeitslosigkeit in Griechenland übertrifft alle Befürchtungen, da die offizielle Arbeitslosenquote bereits im August 2011 auf über 18 Prozent emporschnellte.

Laut den aktuellen Daten der nationalen griechischen Statistikbehörde (ELSTAT) explodierte für einen weiteren Monat die Arbeitslosenquote und gestaltete sich im August 2011 auf 18,4%, gegenüber 16,5% im Vormonat. Das Alptraumszenarium der Gewerkschaften bezüglich 1.000.000 Arbeitsloser bis Ende des Jahres 2011 bestätigte sich damit schon jetzt, da die Anzahl der registrierten Arbeitslosen bereits im August 907.963 Personen erreichten. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Gewerkschaften sprechen jedenfalls für das Jahr 2012 von einer realen Arbeitslosigkeit von über 28%!

Speziell erhöhte sich die Anzahl der offiziell erfassten Arbeitslosen innerhalb eines Jahres um ungefähr 295.000 Personen, womit die wirtschaftlich inaktive Bevölkerung die Anzahl der Beschäftigten inzwischen um etwa 400.000 Personen übersteigt, wobei die Jugendarbeitslosigkeit 43,5% erreicht. Die mit der üblichen Verzögerung erst jetzt publizierten Daten der ELSTAT für August 2011 sind um so beunruhigender, als zu berücksichtigen ist, dass während der Sommermonate infolge der saisonbedingten Nachfrage nach Arbeitskräften die Arbeitslosigkeit in Griechenland bisher in der Regel immer rückläufig war.
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Legalisierung von Schwarzbauten in Griechenland auch in Schutzgebieten

11. November 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 779 1 Kommentar

In Griechenland wurde mit einer Gesetzesnovelle die Legalisierung ungenehmigter Bauten auch in traditionellen Ansiedlungen und Wäldern ermöglicht

Eine Reihe einschlägiger Modifikationen in dem Multi-Gesetzentwurf des griechischen Umweltministeriums über „das neue Verfahren für die Erteilung von Baugenehmigungen und andere Bestimmungen“ gestattet die „Regulierung“ bzw. nachträgliche Legalisierung ungenehmigter Baumaßnahmen auch in traditionellen (sprich unter Denkmalschutz stehenden) Ansiedlungen und Stadtteilen.

Die von verschiedenen Abgeordneten eingebrachten und von dem Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel (YPEKA) adoptierten Änderungen verursachten sogar innerhalb der parlamentarischen Fraktion der PASOK-Partei Spannungen. Besonders heftig waren die Reaktionen der Abgeordneten Apostolou, Kaklamanis und Kartalis. Letzterer stimmte sogar gegen die Modifizierungen sowie auch den Artikel 42 mit den übrigen Bestimmungen und brachte damit seine Vorbehalte zum Ausdruck.
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Dramatischer Rückgang der Bankeinlagen in Griechenland

10. November 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 1.211 2 Kommentare

Der rapide Rückgang der Kundenguthaben und die eingeschränkte Finanzierung durch die EZB mindern zunehmend die Liquidität der Banken in Griechenland.

Die Guthaben der privaten Haushalte und Unternehmen bei den Banken in Griechenland verzeichneten im September 2011 den in absoluten Zahlen größten jemals dagewesenen Rückgang, der zur Gewährleistung der Liquidität der Finanzinstitute über die „Notkreditlinie“ der Griechischen Bank (Emergency Liquidity Assistance / ELA) ausgeglichen wurde.

Gemäß den Daten, welche die nationale Währungsbehörde publizierte, gestaltete sich zum Ende des dritten Quartals 2011 die Höhe der Bankeinlagen auf 183,21 Mrd. Euro, was im Vergleich zum August 2011 einem Rückgang von 5,46 Mrd. Euro und auf den Jahresanfang 2011 bezogen einem Rückgang von insgesamt 26,4 Mrd. Euro entspricht.

Die Abflüsse der Bankeinlagen im September 2011 werden sowohl auf die Unsicherheit, welche die Verschärfung der Schuldenkrise in der Eurozone verursachte, als auch den Umstand zurückgeführt, dass viele Steuerzahler ihre Sparguthaben für die Begleichung von Verbindlichkeiten an den Fiskus angreifen mussten.
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Festnahmen von Steuerschuldnern in Griechenland

9. November 2011 / Aktualisiert: 24. Januar 2014 / Aufrufe: 870 5 Kommentare

Die Finanzbehörden in Griechenland gehen in letzter Zeit mit Festnahmen und Schnellgerichten massiv gegen vermeintliche Steuerschuldner vor.

Die griechischen Finanzbehörden lasen in letzter Zeit  verstärkt Geschäftsleute wegen fälliger Steuerschulden festnehmen und Schnellgerichten vorführen (siehe auch Finanzministerium in Griechenland will säumige Schuldner inhaftieren). Obwohl zwischenzeitlich wiederholt beteuert wurde, dass derartige Maßnahmen nur in wirklich berechtigten Fällen zur Anwendung kommen würden, dokumentiert das nachstehende Beispiel eher das – im übrigen von Anfang an befürchtete – Gegenteil.

Konkret wurde am 03. November 2011 in Thessaloniki der 47-jährige G. B. als rechtlich Verantwortlicher des Unternehmens „Agrimore“ mit der Beschuldigung verhaftetet, Mehrwertsteuer in Höhe von 123.000 Euro nicht regulär abgeführt zu haben. Wie auch in etlichen anderen entsprechenden Fällen wurde die Nachricht wurde natürlich prompt in der Tagespresse verbreitet, zumal derartige Meldungen derzeit besonders gut „ankommen“. Laut der am 08. November 2011 in der „Kathimerini“ publizierten Richtigstellung stellt sich die Realität allerdings schließlich ganz anders als suggeriert dar:
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IKA in Griechenland vermisst 32000 Rentner

8. November 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 1.241 4 Kommentare

Bei dem Sozialversicherungsträger IKA in Griechenland haben sich nach wie vor etwa 32.000 Rentner nicht dem obligatorischen Identifizierungsverfahren unterzogen.

Obwohl die Frist für die am 01. Juli 2011 begonnene obligatorische persönliche Identifizierung der Empfänger von Renten des griechischen Versicherungsträgers IKA bereits am 30. September 2011 auslief, haben sich selbst jetzt im November 2011 rund 32.000 Rentner nach wie vor nicht dem Identifizierungsverfahren unterzogen und erhalten folglich schon seit zwei Monaten keine Rente mehr (siehe auch Rentner der IKA in Griechenland müssen sich identifizieren lassen)

Anfänglich hatten aus dem einen oder anderen Grund zunächst etwa 80.000 Rentner die obige Frist nicht eingehalten, woraufhin ihre Renten wie von den einschlägigen Regelungen vorgesehen „eingefroren“ wurden. Im Oktober 2011 unterzogen sich knapp 50.000 Nachzügler dem fortan nur noch bei den Geschäftsstellen der IKA möglichen Identifizierung, womit ihre Rentenbezüge wieder freigegeben bzw. auch nachgezahlt wurden.

Obwohl inzwischen die Renten für November 2011 ausgezahlt wurden, bleiben etwa 32.000 Rentner nach wie vor „verschollen“ bzw. haben sich immer noch nicht dem obligatorischen Identifizierungsverfahren unterzogen. Die Dienststellen des Versicherungsträgers suchen deswegen inzwischen nach diesen Rentnern, und das Interesse fokussiert nun sich auf die Ergebnisse der jährlichen Überprüfung der Rentenzahlungen, die von den Dienststellen der IKA durchgeführt wird.

Gemäß den bisherigen Ergebnissen der Kotrollen wurden während der letzten fünf Monate des Jahres 2011, die zeitlich mit der Erfassung der Rentner mittels der Banken zusammenfallen, 34.000 Todesfälle mehr als in den letzten fünf Monaten des Jahres 2010 gemeldet. Amtsträger der IKA glauben, dass sich die Situation bis Ende November vollständig geklärt haben wird, während die Geschäftsleitung des Trägers wiederholt erklärt hat, dass sie die Justiz einschalten wird, um eventuelle von unberechtigten Dritten in Empfang genommene Rentenzahlungen gerichtlich einzuklagen.

(Quelle: in.gr)