Legalisierung von Schwarzbauten in Griechenland auch in Schutzgebieten

11. November 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 798

In Griechenland wurde mit einer Gesetzesnovelle die Legalisierung ungenehmigter Bauten auch in traditionellen Ansiedlungen und Wäldern ermöglicht

Eine Reihe einschlägiger Modifikationen in dem Multi-Gesetzentwurf des griechischen Umweltministeriums über „das neue Verfahren für die Erteilung von Baugenehmigungen und andere Bestimmungen“ gestattet die „Regulierung“ bzw. nachträgliche Legalisierung ungenehmigter Baumaßnahmen auch in traditionellen (sprich unter Denkmalschutz stehenden) Ansiedlungen und Stadtteilen.

Die von verschiedenen Abgeordneten eingebrachten und von dem Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel (YPEKA) adoptierten Änderungen verursachten sogar innerhalb der parlamentarischen Fraktion der PASOK-Partei Spannungen. Besonders heftig waren die Reaktionen der Abgeordneten Apostolou, Kaklamanis und Kartalis. Letzterer stimmte sogar gegen die Modifizierungen sowie auch den Artikel 42 mit den übrigen Bestimmungen und brachte damit seine Vorbehalte zum Ausdruck.

Touristische Nebenanlagen in Wäldern und Forstgebieten

Aus der Menge der eingebrachten Änderungen sticht besonders eine hervor, auf deren Basis in öffentlichen Wäldern und Forstgebieten 20% der jeweiligen Flächen für die Erstellung von Nebenanlagen touristischer Infrastrukturen (z. B. Golfanlagen, Schwimmbecken, Tennisplätze u. a.) bebaubar sein dürfen. Für diese Flächen wird sogar selbst auch die Übertragung des Eigentums und die gegenleistungsbedingte Überlassung an Dritte gestattet sein. Bisher war die bauliche Nutzung von nur bis zu 10% der Wälder oder Forstflächen erlaubt, welche der nationalen Tourismusbehörde (EOT) oder deren Vertragspartnern überlassen worden waren.

Ebenfalls öffnet sich mit den neuen Änderungen der Weg für Diesel-PKW der Technologie Euro 5 und Euro 6 in Athen und Thessaloniki. (Anmerkung: Betrieb und Verkehr privater Fahrzeuge mit Dieselantrieb sind in den beiden Städten bisher nach wie vor gesetzlich verboten und werden gegebenenfalls mit empfindlichen Bußgeldern und Verwaltungsstrafen geahndet.)

Außerdem wird die Frist für die Abzahlung der Strafgelder für die Legalisierung „schwarz“ erbauter Wohnhäuser um 6 Monate verlängert. Somit kann die Begleichung für alle (also für Wohnzwecke oder anderweitig genutzte) Schwarzbauten in bis zu 36 Monaten erfolgen.

Schließlich wird für die Frist für die „Regulierung“ rechtswidrig geschlossener „teilumbauter Flächen“ bis Ende November 2011 verlängert.

(Quelle: in.gr)

  1. Papapetrou
    20. Dezember 2011, 21:10 | #1

    Hallo,geht es auch um die Häuser die in ganz Griechenland am Meer stehen??? mfG E.Papapetrou

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