Immobiliensteuer in Griechenland auf Obdachlosen-Container

27. November 2011 / Aktualisiert: 29. April 2018 / Aufrufe: 1.039

Die seit 1995 obdachlosen Erdbebenopfer in der Gemeinde Grevena in Griechenland sollen für ihre Container-Notunterkünfte die neue Immobiliensteuer entrichten.

Anlässlich der gesetzlich verfügten „Abzocke“ zu Lasten des Immobilienbesitzes in Griechenland erinnerte sich die griechische Regierung endlich wieder einmal auch an die obdachlosen Erdbebenopfer in Grevena, die vor über 15 Jahren infolge des Erdbebens am 13. Mai 1995 ihre Häuser und Wohnungen verloren und seitdem in Containern wohnen und vergeblich auf die damals vollmundig zugesagte staatliche Hilfe beim Wiederaufbau der betroffenen Ansiedlungen warten.

Unter Berufung auf den Grundsatz der Gleichbehandlung wurde auch den Bewohnern dieser in Rede stehenden Container-Notunterkünfte mittels der Stromrechnung der Bescheid über die Besteuerung ihrer „Immobilien“ zugestellt!

Gemeinde verlangt Ausnahme der Wohncontainer von Immobiliensteuer

Laut dem Radiosender star-fm.gr baten die Erdbebenopfer der drei Ansiedlungen Kalamitsi, Kalohio und Mesolakko des Gemeindeverbands Grevena die Gemeindeverwaltung um Beistand, da ihr Leidensweg kein Ende nimmt. Die Gemeinde Grevena wird daraufhin der DEI sogar eine außergerichtliche Aufforderung zustellen, für die Wohncontainer der drei erdbebengeschädigten Ansiedlung die Immobilienabgabe nicht in Rechnung zu stellen.

Wie der Generalsekretär Andreas Toskas des Gemeindeverbands Grevena in einer Sendung des Sendernetzes „ERA Westmakedonien“ betonte, wurde die Gemeindeverwaltung auf Ersuchen der Erdbebenopfer dieser Ansiedlungen tätig, und erklärte: „Diese Handlung zeigt in ihrer ganzen Pracht die Improvisation auf, mit der die ganze Geschichte der Sonderabgabe auf das Immobilienvermögen angegangen wurde.

Bemerkenswert ist, dass die Erdbebenopfer mit Erhalt ihrer Stromrechnungen überrascht feststellten, dass darauf die Fläche der Container aufgeführt ist, die nun seit 17 Jahren offensichtlich als ihre Hauptwohnung angesehen werden. Wie auch alle anderen Bürger sind die Betroffenen verpflichtet, die Immobiliensteuer fristgerecht zu entrichten und im übrigen darauf zu hoffen, dass ihren Einsprüchen stattgegeben und die ihnen zustehende Erstattung irgendwann mit zukünftigen Verbindlichkeiten zur Verrechnung kommen wird.

(Quelle: Epikaira)

  1. Lockez
    27. November 2011, 08:32 | #1

    Die armen Griechen tun mir voll Leid!
    Da müssen die Leute über 15 Jahre in einem Notunterkunft leben das nun als Immobilie dargestellt wird!
    Das ist ja Respektlos und Menschenverachtend in der Not die Menschen so sinnlos zubelasten.
    An die Reichen wagen die sich nicht ran, denn die könnten ja auswandern! Na und ???
    Sollen die doch gehen diese asozialen Abzocker. Ich würde die auch nie wieder ins Land reinlassen wegen Volksverrat.
    Ich wünsche den einfachen und armen Menschen in Griechenland alles Gute und Frieden !

  2. Theodora
    29. November 2011, 19:14 | #2

    Das sehe ich auch so.
    Was in Griechenland abgeht ist wirklich absolut unfassbar.

    Jetzt soll das Volk für die ganzen Verfehlungen der Politiker gerade stehen.
    Die fetten Bonzen und Politiker teilen sich noch immer den fetten Kuchen, schieben sich gegenseitig die guten Positionen zu, und das Volk soll bluten.

    Bin mal gespannt wie es mit Griechenland weitergeht.

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