Thessaloniki bewilligt erstes Krematorium in Griechenland

28. Oktober 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 1.655

Der Stadtrat von Thessaloniki bewilligte den Bau des ersten Krematoriums in Griechenland und hofft auf jährliche Einnahmen in der Größenordnung von 1 Million Euro.

Die Stadtgemeinde Thessaloniki verspricht sich von dem Betrieb eines Krematoriums auf dem Areal des in dem Gemeindeteil Thermi gelegenen Friedhofs „Anastaseos tou Kyriou“ jährliche Einnahmen in Höhe von rund 1 Million Euro. Die Gemeinde wird für jede Einäscherung 500 – 600 Euro einnehmen, und es wird damit gerechnet, dass während der ersten Betriebsjahre des Krematoriums jährlich 1.500 – 2.000 Feuerbestattungen stattfinden werden. Diese Schätzung entspringt der Tatsache, dass die griechischen Bestattungsinstituten derzeit jährlich ungefähr 1.500 Feuerbestattungen im benachbarten Bulgarien organisieren.

Die vorstehenden Berechnungen stellte der Vizebürgermeister für Umwelt, Lebensqualität und Freiflächen Konstantinos Zervas an, der am vergangenen Montag (24.10.2011) der Sitzung des Stadtrats von Thessaloniki den erwarteten Vorschlag bezüglich der Genehmigung eines „Einäscherungszentrum für Leichen und Gebeine“ mit einem Etat von 2,5 Mio. Euro für Erbauung und Ausrüstung vorlegte, der mehrheitlich bewilligt wurde.

Das Krematorium, welches das erste in Griechenland sein wird, soll auf einem im Besitz der Gemeinde befindlichen Areal von 50 Hektar in den Friedhofsanlagen von Thermi errichtet werden, wo eine Fläche von 2.000 qm für die Anlage bereitgestellt und ein Gebäude von etwa 700 qm errichtet werden soll, um darin die für das Krematorium erforderlichen Betriebseinrichtungen unterzubringen.

Die Platzierung des Krematoriums innerhalb der Friedhofsanlagen wird an einer Stelle erfolgen, von der es keinen optischen Kontakt und kein Zusammentreffen mit dem Friedhofsbetrieb geben wird, damit es nicht die auf die traditionelle Weise erfolgenden Bestattungsgewohnheiten der Gläubigen beleidigt, und umwelttechnisch wird es nicht die schönen Gegenden belastet, da es unter Einhaltung aller einschlägigen Umweltvorschriften erbaut werden wird. Architektonisch wiederum wird es ein Gebäude hoher Ästhetik darstellen„, führt der Vizebürgermeister in seinem Antrag an.

Es ist allerdings anzumerken, dass nach dem „grünen Licht“ des Stadtrats von Thessaloniki noch etliche bürokratische Hürden zu überwinden und einschlägige Genehmigungen einzuholen sind sowie letztendlich auch nach Möglichkeiten gesucht wird, das Projekt entweder aus EU-Mitteln oder mittels privater Investitionen zu finanzieren.

(Quellen: Zougla, To Vima)

  1. risovo
    28. Oktober 2011, 11:51 | #1

    endlich! – lange erhofft ist diese nachricht etwas positives an diesem traurigen ochi-tag im gebeutelten griechenland.

  2. Konstantin
    29. November 2011, 15:09 | #2

    Da frage ich mich doch wie das mit dem orthodoxen Glauben zu vereinbaren ist.
    Dem Glauben nach darf keine Verbrennung der Toten stattfinden.

  3. Helga Gabrielidis
    2. Juli 2014, 11:21 | #3

    Da wir heute in Griechenland nicht nur Orthodoxe sondern verschiedene Religionen haben, sollte man Jeden frei entscheiden lassen welche Bestattung er bevorzugt, dafür ist allerdings ein Krematorium im Land nötig.

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