Sparmaßnahmen in Griechenland treiben Bürger in Schuldenfalle

14. Oktober 2011 / Aktualisiert: 25. August 2015 / Aufrufe: 1.732

Die drakonischen Spar- und Steuermaßnahmen in Griechenland treiben immer mehr Bürger in die Schuldenfalle und somit hunderttausende Familien in die völlige Verarmung.

In Griechenland zeichnete sich bereits 2009 ein imposanter Anstieg der Bürger bzw. Haushalte ab, die ihren finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachzukommen vermögen. Spätestens seit dem Inkrafttreten der zusätzlichen Spar- und Steuermaßnahmen, die während der vergangenen Monate von der Troika und den Gläubigern Griechenlands erzwungen wurden und speziell bezüglich der Steuermaßnahmen sogar rückwirkend ab Anfang 2011 zur Anwendung kommen, werden jedoch inzwischen hundertausende griechische Haushalte mit mathematischer Akribie in den irreversiblen wirtschaftlichen Ruin getrieben, was wiederum die gesellschaftliche und politische Destabilisierung des Landes in unmittelbare Nähe rücken lässt.

Speziell die rückwirkend verfügten Steuermaßnahmen haben in Kombination mit allen übrigen Belastungen und Verbindlichkeiten dazu geführt, dass sich Arbeitnehmer inzwischen sogar mit „negativen“ Lohnabrechnungen konfrontiert sehen. Obwohl es außer Rede stehen mag, dass jahrelang auf breiter Basis „über die Verhältnisse“ gelebt wurde, darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass ausgerechnet solche Bevölkerungsschichten, die es sich nüchtern betrachtet am wenigsten leisten konnten, systematisch dazu verleitet wurden, sich mit Haut und Haaren zu verschulden. Wie sich dies nun im Einzelnen niederschlägt und rächt, veranschaulicht ein Artikel, der in der Zeitung „Eleftherotypia“ publiziert wurde und nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.

Gehaltsabrechnung von 0,31 Euro!

Gehaltsabrechnung Oktober 2011: 0,31 Euro! Dieses „fette“ Gehalt gehört einem unbefristet beschäftigten Arbeiter der Müllabfuhr der Stadtgemeinde Athen, einem von Hunderten Bediensteter des konkreten Trägers, die aufgerufen sind, bis Ende des Jahres von der Hand in den Mund zu leben, da sie den rückwirkenden Abzügen des mittelfristigen Rahmenprogramms und den Raten für bei der staatlichen Kredit- und Hinterlegungskasse aufgenommenen Baukredite zum Opfer fallen.

Wir baten die in Rede stehenden Bediensteten darum, uns einige der offiziellen Abrechnungen zu schicken, welche ihre Dienststelle ausstellt. Hier drei Beispiele:

1. Ein Arbeiter mit Gesamtbezügen von 1.157 Euro hat nun Abzüge von 1.156,69 Euro und einen Restbetrag von 0,31 Euro in der Tasche. Die rückwirkenden Abzüge dank des mittelfristigen Rahmenprogramms betragen ungefähr 215 Euro, während er mit einer Baukreditrate von 638,69 Euro belastet wird.

2. Ein Vorarbeiter mit Bezügen von 1.265,44 Euro hat Abzüge von 1.264,43 Euro und erhält 1,01 Euro. Seine rückwirkenden Abzüge sind 224 Euro und die Rate des Kredits 842,56 Euro.

3. Ein anderer Vorarbeiter mit Bezügen von 1.371,44 Euro hat nun Abzüge von 1.369,37 Euro, worin rückwirkende Abzüge in Höhe von insgesamt 276 Euro und eine Kreditrate von 805,74 Euro enthalten sind. Für die erste Hälfte des Monats wurden ihm 1,04 Euro und für die zweite Hälfte des Monats 1,03 Euro augezahlt.

Wir lesen das Kleingedruckte auf den Abrechnungen und trauen unseren Augen nicht – weil es nicht nur die rückwirkend einbehaltenen Abzüge, sondern auch die enormen Raten für Kredite sind, welche die Beschäftigten aufgenommen hatten, und die Erhöhung der anstehenden Lohnsteuerabzüge wird logischerweise zu negativen Abrechnungen führen.

Wie lebten aber all diese Menschen bisher? Zafiris Michalas, Präsident des Verbands der Beschäftigten der städtischen Müllabfuhr in Athen, versucht es uns zu erklären:

„Die Situation ist mit Worten nicht zu beschreiben. Ich mit drei Kindern erhielt für Oktober eine Abrechnung über 7 Euro, und das wird sich bis Ende des Jahres nicht ändern. Wahrscheinlich wird es noch schlimmer werden, da der Steuerfreibetrag gesenkt wird, was uns mit drei Kindern besonders trifft.“

Arbeitnehmer können Bau- und Wohnungskredite nicht mehr abzahlen

Wir fragen ihn nach der Höhe der Kredite, welche Menschen mit angeblich niedrigen Bezügen erhielten: „Meine Rate beträgt 800 Euro im Monat und rührt aus zwei Krediten her, einem von vor gut 10 Jahren, 25 Mio. Drachmen mit einer Laufzeit von 25 Jahren, und einem Renovierungskredit von 45.000 Euro mit einer Laufzeit von 15 Jahren. Analog sind offensichtlich auch die Kredite der vorstehend angeführten Kollegen. Ich schätze, dass nur bei der Müllabfuhr Athen mehr als 500 Beschäftigte gefordert sind, fortan von weniger als 60 – 70 Euro im Monat zu leben.“

Und wie kamen all diese Menschen bisher über die Runden? Herr Michalas erklärt, dass die Beschäftigten neben den auf der Lohnabrechnung aufgeführten Bezügen noch zwei weitere Einkommensquellen hatten: „Das Kilometergeld von ungefähr 300 Euro monatlich, das fortan gestrichen wird, und die Nachtschichten – Überstunden, die jäh reduziert werden. Jemand, der an allen Wochenenden des Monats und andauernd nachts arbeitete, konnte weitere 500 Euro hinzuverdienen. Jetzt ist ausgeschlossen, mehr als 350 Euro zu erhalten, während der Kommissar des Kontrollrats die Grenzen der von ihm genehmigten Überstunden kontinuierlich senkt.“

Die Arbeitnehmer der drei eingangs angeführten Beispiele lebten also nicht nur von den 200 – 300 Euro, die nun rückwirkend einbehalten werden? „Die meisten ergänzten ihre Bezüge mit dem Kilometergeld und den Überstunden“, gesteht Zafiris Michalas ein. „Für uns war es unvorstellbar, dass wir als Arbeiter bei der Müllabfuhr einen solchen Erdrutsch bei den Bezügen erleiden werden – und erst recht nicht, in Gefahr zu laufen, den Status der unbefristeten Anstellung zu verlieren.“

Es sei daran erinnert, dass die POE-OTA von den zuständigen Ministern Regelungen bezüglich der Tilgung der Kredite der staatlichen Kredit- und Hinterlegungskasse verlangt hat.

Quelle: Eleftherotypia

Maßnahmen machen finanzielle Planung der privaten Haushalte zunichte

Bezüglich der in Rede stehenden rückwirkenden Abzüge sei erklärend angemerkt, dass Mitte 2011 der Einkommensteuerfreibetrag rückwirkend für das gesamte Jahr 2011 auf 5.000 Euro gesenkt wurde. Damit wurden schlagartig selbst Geringverdiener lohnsteuerpflichtig und „schuldeten“ praktisch über Nacht auch für die seit Anfang 2011 bereits regulär abgerechneten Bezüge rückwirkend Lohnsteuern, die nun zusätzlich zu den laufenden übrigen Abzügen in Raten von den letzten Gehältern des Jahres 2011 einbehalten wird.

Zusätzlich zu der rückwirkenden Lohnsteuererhöhung des Jahres 2011 wurden im Oktober 2011 auch die ebenfalls rückwirkend für Einkommen des Jahres Jahr 2010 beschlossenen Sonderabgaben (u. a. speziell die neue rückwirkende „Solidaritätsabgabe“ auf Einkommen des Vorjahres!) fällig, die in Raten von minimal 300 Euro pro Monat zu entrichten sind.

Schließlich werden zusätzlich zu den bereits erfolgten Kürzungen der Gehälter, Löhne und Renten die anstehende neue Besoldungsordnung des öffentlichen Dienstes sowie auch die von der Troika ebenfalls unnachgiebig geforderten Lohnkürzungen auf dem privaten Sektor zu weiteren enormen Einkommensverlusten führen, die sich zu Größenordnungen von 50% kumulieren können.

Verständlicherweise geraten unter solchen Umständen selbst Haushalte mit „konservativer“ Finanzplanung in die Klemme, von verschuldeten oder gar überschuldeten Haushalten ganz zu schweigen. Es wird also ersichtlich, dass immer mehr Menschen in Griechenland buchstäblich kaum noch etwas verlieren haben und es nur noch eines Funkens bedarf, um die schwelenden gesellschaftlichen Spannungen zu einem lodernden Flächenbrand zu entfachen, der sich nicht nur auf die griechische Gesellschaft und Griechenland beschränken wird.

  1. Monalisa
    14. Oktober 2011, 09:19 | #1

    Dieser Beitrag geht der Sache auf den Grund. Arbeitslosigkeit, Gehaltskürzungen, Zinserhöhungen, familiäre und gesundheitliche Veränderungen können die Zahlung von Zins und Tilgungsraten für Immobilienkredite unmöglich machen. Besonders dann, wenn die Leute bis über die Halskrause mit Darlehen zugeschüttet werden. Schon vor Jahren rieb ich mir verwundert die Augen, mit welcher Leichtigkeit Kredite für Häuser mit über einhundert Prozent ihres Beleihungswertes in Griechenland vergeben wurden. Es war das gleiche Spiel wie in den USA vor deren Immobilienkrise. Dass der einfache Mann die Folgen solcher Finanzierungen eventuell nicht richtig einschätzt, mag noch zu entschuldigen sein. Dass aber Bankmitarbeiter, nur weil fette Vermittlungsprovisionen Provisionen winken, die Menschen scharenweise ins Messer laufen lassen, ist zutiefst asozial. Auch die Politik, welche diesem Treiben tatenlos zuschaut, ist asozial. Die wirklich Asozialen findet man nicht auf der Straße, sondern im Parlament und und den Banken.
    Und was ist jetzt zu tun? Es nutzt nichts, wenn jede Berufsgruppe alleine für sich um die Erhaltung ihrer Pfründe kämpft. Die Menschen insgesamt müssen sich von den Abzockern und deren Polithelfern befreien. Dazu bietet das Internet eine noch nie dagewesene Chance. Hier können sich die Menschen formieren und bei dem fiesen Monopoly-Spiel einfach nicht mehr mitmachen. Wie hieß früher so treffend: „Stellt Euch vor, es ist Krieg und keiner geht hin?“ Was würde passieren wenn Banken und Staat Geld wollen und keiner zahlt?
    Was würde passieren, wenn man die Diskussionen und Entscheidungen nicht mehr, den eh von nur wenigen gewählten, „Volksvertretern“ überlassen würde, sondern das Volk im Internet direkt für sich selber spräche und entschiede? Die Bürger könnten über spezielle Identifikation auf Gemeinde-, Landes- und Staatsebene entscheiden. Perfekt wäre das natürlich auch nicht, aber käme einer Demokratie doch wesentlich näher, oder? Korruption, Vetternwirtschaft, Lobbyismus gehörten der Vergangenheit an. Die Kosten für alle die aufgeblähten Parlamente fielen großteils weg.

  2. Maria
    14. Oktober 2011, 16:20 | #2

    Ist das ein „milchmädchen Rechnung“?
    Alles ziemlich unglaubwürdig! Wenn man ca. 1.200€ verdient, eine 3 Köpfige Familie zu ernähren hat, wie kann man ein Kredit mit 800€ monatlich tilgen????????? Entweder ist Schwarzarbeit mit in dem Spiel oder die Rechnungen stimmen nicht!
    So wie es zur Zeit in Athen STINK, sind sogar die 0,31€, zuviel!!

  3. Ausgenz
    14. Oktober 2011, 18:12 | #3

    „Speziell die rückwirkend verfügten Steuermaßnahmen haben in Kombination mit allen übrigen Belastungen und Verbindlichkeiten dazu geführt, dass sich Arbeitnehmer inzwischen sogar mit “negativen” Lohnabrechnungen konfrontiert sehen. Obwohl es außer Rede stehen mag, dass jahrelang auf breiter Basis “über die Verhältnisse” gelebt wurde, darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass ausgerechnet solche Bevölkerungsschichten, die es sich nüchtern betrachtet am wenigsten leisten konnten, systematisch dazu verleitet wurden, sich mit Haut und Haaren zu verschulden. Wie sich dies nun im Einzelnen niederschlägt und rächt, veranschaulicht ein Artikel, der in der Zeitung “Eleftherotypia” publiziert wurde und nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird. “
    In diesem ansonsten von Ihnen gut formulierten Absatz verstehe ich den Ausdruck

    „“negative“ Lohnabrechnung „nicht. Kredite haben mit einer Lohnabrechnung nichts zu
    tun. Doch dies ist gerade einer der Ausdrücke, die von den Protestierenden immer
    wieder genannt werden. Ich möchte die griechische Politik und auch die Troika nicht
    verteitigen, doch wenn sich griechische bürger so verschulden konnten, dass vom
    Nettoeinkommen jetzt nichts übrig bleibt, dann ist es die Schuld der Banken, die ihren
    Kunden einen Kredit geradezu aufgedrängt hatten. Tintenpatronen auf Pump kaufen,
    bei nur 83 Cents/Monat zum Beispiel in vielen Geschäften möglich…

  4. AfypnisiTwra
    15. Oktober 2011, 07:09 | #4

    Monalisa :Dass aber Bankmitarbeiter, nur weil fette Vermittlungsprovisionen Provisionen winken, die Menschen scharenweise ins Messer laufen lassen, ist zutiefst asozial.

    Vor zwei Monaten wollten wir einen Kleinkredit aufnehmen, um unser Auto, dessen Reperatur nach einem selbstverschuldeten Unfall um die 3.000 Euro kosten sollte, reparieren zu lassen. Bei einem Gespräch mit dem Bankangestellten der Emboriki-Bank vor der Bank – nach dem Schock der hohen Zinsen brauchten wir erst mal eine Zigarette – erklärte uns der Mann, er und seine Kollegen hätten viele Druck von oben. Immer wieder gebe die Bank Kreditprogramme heraus, die sie, die Angestellten, an den Kunden zu verkaufen hätten, das letzte habe Rentner angesprochen, denen er beim besten Willen nichts „andrehen“ wolle, da sie zumeist ja kaum genug zum Leben hätten. Er werde, so erklärte er, haftig unter Druck gesetzt von seiner Gebietsleiterin, da er sehr schlechte Verkaufszahlen habe.

    Ausgenz :“In diesem ansonsten von Ihnen gut formulierten Absatz verstehe ich den Ausdruck“”negative” Lohnabrechnung “nicht. Kredite haben mit einer Lohnabrechnung nichts zu tun. Doch dies ist gerade einer der Ausdrücke, die von den Protestierenden immer wieder genannt werden.

    Zur Erklärung:
    Auch wir haben eine Zahlungsaufforderung bekommen, wir müssen den Anteil des Gehalts meines Mannes zurückerstatten, den er nach den neuen Gehgaltsberechnungen seit Januar zu viel ausbezahlt bekommen hat. Das heißt, die Reduzierung der Gehälter ist rückwirkend seit Januar 2011 erfolgt.
    Da nun nicht wenige Griechen einfach nicht bezahlen – wir haben den Wisch übrigens auch noch unbezahlt am Kühlschrank kleben, weil wir das Geld schlicht und ergreifend nicht haben – wurde damit begonnen, den Betrag von einem der nächsten Gehälter einfach einzubehalten. Auch wir warten schon darauf, dass „man“ sich das Geld vom kommenden Einkommen, mit dem wir kaum noch ein Auskommen haben, einbehält.

    So einfach ist das.

    Maria :Ist das ein “milchmädchen Rechnung”? Alles ziemlich unglaubwürdig! Wenn man ca. 1.200€ verdient, eine 3 Köpfige Familie zu ernähren hat, wie kann man ein Kredit mit 800€ monatlich tilgen????????? Entweder ist Schwarzarbeit mit in dem Spiel oder die Rechnungen stimmen nicht! So wie es zur Zeit in Athen STINK, sind sogar die 0,31€, zuviel!!

    Das kommt nicht selten daher, dass die Eltern ihre Kinder noch immer unterstützt haben, nun aber mit ihren reduzierten Renten auch nicht mehr so können, wie sie wollen.
    Ich räume allerdings ein, dass auch viel über Schwarzarbeit erwirtschaftet wurde (und auch noch wird), was jedoch mit den neuen Bestimmungen sicherlich nicht besser werden wird …

  5. Apateonas
    15. Oktober 2011, 09:33 | #5

    Wie oft habe ich aus griechischem Mund gehört: „Da nehmen wir einen Kredit auf und kaufen das…“ Und das bei Leuten, die mit dem Mindestlohn (~700 EUR) bezahlt wurden, oder bei jungen Leuten und Berufsanfängern! Die Geschichten mit den jährlich tausenden auf Kredit „gekauften“ Autos, die dann von den Gläubigern zurück geholt wurden, dürften ja hier wohl auch bekannt sein. Als mir solche „Angebote“ angetragen wurde, habe ich darauf verzichtet, da mir das Risiko, das bei Arbeitsplatzverlust entsteht, bekannt war. Wer auch nur einen Funken gesunden Menschenverstandes besitzt, überlegt sich vorher sehr gut, ob er einen hohen Kredit auf Dauer auch abzahlen kann, oder welches Risiko er dabei eingeht, nämlich schlimmstenfalls ALLES zu verlieren. Heutzutage ist NICHTS mehr Sicher, und schon gar kein Arbeitsplatz! Aus meiner Sicht würde ich die „Schuld“ so verteilen: 70% der „blinde“ Kreditnehmer / 30% der „Kredithai“ !
    Was das Zusammentreffen der Umstände (Senkung des Einkommensteuerfreibetrag + Lohnsteuererhöhung) angeht, können wir alle nichts dafür. Das ist auf jeden Fall ungerecht und fies von der jetztigen Regierung, die aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, von sehr vielen der Betroffenen auch gewählt wurde.

  6. Heizoelscania
    15. Oktober 2011, 11:33 | #6

    Wenn man während der Nullerjahre die eurotrunkenen Eingeborenen ernsthaft vor dem vermeintlichen Segen durch Lohnerhöhungs-, Immobilienblasen-, Ratenkauf-, und sonstige Kredit-Orgien zu warnen versuchte, war deren Standardkommentar ebenso ernsthaft: „Ach, ihr gönnt es uns nicht!“

  7. Andreas
    15. Oktober 2011, 12:58 | #7

    Fuer wie dumm halten die Macher von solchen Artikeln uns eigentlich?
    Und was soll man von einer Gesellschaft halten, in der die Menschen immer und immer wieder den Staat, Banken und Politiker fuer Ihre eigenen privaten Schulden verantwortlich machen, und gleichzeitig nicht bereit sind sich mit ihren Pflichten als Buerger auseinander zu setzen.
    Erst gestern habe ich von einer e-mail erfahren, aus der man detailliert erfaehrt, wie man das Bezahlen der in der Stromrechnung enthaltenen Imobiliensteuer voellig ‚legal‘ umgeht.
    Warum zitiert hier eigentlich nie jemand Artikel wie diesen http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,791065,00.html.
    Ach ja „die Politiker sind an allem schuld“ und „die sind ja nur von ganz wenigen gewaehlt“. Wer so etwas sagt, gehoert mit Sicherheit zu der Merheit Derer die gar nicht erst zur Wahl gegangen sind, weil sie ausser sich selbst sowieso niemandem etwas zutrauen. Aber wenn es um reale Verantwortung geht, dann sind es immer die Andern.

  8. Apateonas
    15. Oktober 2011, 20:55 | #8
  9. Wahrheit
    16. Oktober 2011, 04:46 | #9

    Korruption im Staatssektor und eine dekadent werdende Gesellschaft hat Griechenland zu dem gemacht was es nun ist. Ich bereue jeden Tag dafür dass ich Nea Dimokratia gewählt habe und nach ihrem scheitern die PASOK.

    Die einzigen Gewinner in diesem Spiel sind die Banken, Spekulanten und Politiker, die sowas einfädeln. Die Griechen soll nicht auf den Straßen Geschäfte, Kioske oder andere Gruppierungen angreifen. Sie sollten zusammen, vereint dort hingehen wo seit Jahren der Schuldige sitzt und für Verwüstung sorgen:

    IM GRIECHISCHEN PARLAMENT!!!

  10. Andreas
    16. Oktober 2011, 07:49 | #10

    Leider laesst sich Dummheit nicht einfaedeln, sondern nur ausnutzen. Dummheit der Massen ist ein Phaenomen, das es nicht nur in Griechenland gibt, aber hier ist es gepaart mit einer unglaublichen (tagtaeglich zu erlebenden) Arroganz. „Was bekommt man wenn man drei Griechen auf eine einsame Insel steckt?“ Antwort „Drei Praesidenten.“ „Wieviel kostet es auf den Mond zu fliegen?“ Antwort „3Mio. Dollar, 1Mio. fuer den Dummen Deutschen um zu fliegen, 1Mio. fuer Dich (Den Fragesteller in diesem Fall) und 1Mio. fuer mich.“ Das sind alte Witze die so treffend die Grichische Seele beleuchten. „Ach haette ich doch nur nicht diese Idioten gewaehlt, sondern am besten MICH!“

    @Apateonas Die e-mail ist soo kompliziert, das ich mir sicher bin, das sich daraus wiedereinmal ein privater Sektor von Schleppern entwickeln wird, die das gegen Geld fuer einen Machen (Vorbilder gibt es ja genug) Man muss zu einer speziellen Stelle gehen, wo man nur den Stromanteil bezahlt, danach laesst man das Notariell beglaubigen, womit man dann wiederum zur DEH geht um die gegenzeichnen zu lassen, das man die Stromrechnung bezahlt hat, (oder so aehnlich) Das Uebliche halt.

  11. Ausgenz
    16. Oktober 2011, 17:53 | #11

    Hat es in den letzten 10 Jahren eigentlich einmal ein Jahr ohne Streiks der Müllabfuhr-Arbeiter
    gegeben? Ich glaube kaum !! daher ist es verständlich, dass diese Arbeitnehmer – je nach
    sichtweise- solch ein Einkommen „erkämpft“ oder aber “ vom Staat erpresst hatten „, dass
    sie sich Kauf von Eigentum leisten konnten. Und jetzt soll ich Mitleid haben mit diesen
    staatlichen arbeitnehmern ? nein ! Mitleid habe ich mit jenen Staatsbediensteten, die
    stets pünktlich zur Arbeit gekommen sind und immer ihr Bestes gegeben hatten und
    jetzt alle in einem Topf geworfen wurden und nun gemeinsam mit allen anderen die
    verkorste Suppe auslöffeln müssen. mitleid habe ich aber vor allen Dingen mit den
    Arbeitnehmern in der freien Wirtschaft, diese sind in dieser Situation besonders hart betroffen.

  12. capilinchen
    17. Oktober 2011, 12:49 | #12

    Meine Mum wohnt seit 30 Jahren in Greeke.Sie ist jetzt 73 Jahre und kassiert heute noch Kindergeld für 4 Kinder die alle schon um die 50 und älter sind .Und nur weil sie 4 Kinder vorweisen kann. Das Kindergeld dort hast du auf Lebenszeit bekommen wenn es 4 Konder in der Familie gab. Von meinem Kindergeld habe ich nie was gesehen,das hat meine Mum immer schön einkassiert!

    Griechenland hat gelebt wie die Made im Speck! Jeder 2. ist dort Hausbesitzer! Ja kein Wunder bei der Politik !!

  13. admin
    17. Oktober 2011, 17:39 | #13

    @capilinchen
    Das ist leider eine böse Verdrehung der Tatsachen! Kinderreichen Müttern wird das „Kindergeld“ spätestens dann gestrichen, wenn das letzte ledige Kind heiratet oder das 23. Lebensjahr erreicht.

    Unter dem Aspekt, dass eine Mutter, die 4 oder mehr Kinder groß zieht, kaum in der Lage sein wird, einen nenenswerten Rentenanspruch zu erwerben, wird ihr deshalb unter bestimmten Voraussetzungen und nur NACH Wegfall des Kindergelds eine vollmundig als „lebenslange Rente“ ausgelobte Beihilfe gezahlt, die sich auf sage und schreibe etwa 100 Euro pro Monat beläuft.

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