Missbräuchliche Abbuchungen durch Banken in Griechenland

1. Oktober 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 773

Laut der Verbraucherzentrale in Griechenland schreiten bestimmte Banken zu missbräuchlichen Abbuchungen zur Verrechnung mit Verbindlichkeiten aus Darlehen und Kreditkarten.

Die Verbraucherzentrale in Griechenland hat vier griechische Kreditinstitute ins Visier genommen, die zu willkürlichen Abbuchungen von den Gehalts-, Lohn- und Rentenkonten ihrer Kunden schreiten und eingehende Zahlungen umgehend mit fälligen Verbindlichkeiten der Betroffenen aus Darlehen und Kreditkarten verrechnen.

Die Abbuchungen erfolgen üblicherweise ohne speziellen Auftrag des jeweiligen Kontoinhabers unmittelbar nach Eingang seines Gehalts / Lohns oder seiner Rente, was wiederum zum Ergebnis hat, dass der Kontoinhaber den Betrag seiner Bezüge nicht zur Deckung seiner Grundbedürfnisse zur Lebensführung handhaben kann.

Die Kreditinstitute rechtfertigen ihre in Rede stehende Praxis unter Berufung auf Klauseln, die im „Kleingedruckten“ der Kontoeröffnungsverträge oder Kreditverträge enthalten sind und den Banken gestatten, „global und undefiniert“ zu Abbuchungen von Konten ihrer Kunden zu schreiten und diese mit deren Verbindlichkeiten gegenüber der Bank zu verrechnen.

Ministerium für Arbeit und Sozialversicherung informiert Parlament

Laut dem an das Parlament weitergeleiteten Schreiben des Staatssekretärs für Arbeit und Sozialversicherung Giannis Koutsoukos wurden die (in dem Schreiben bezeichnenderweise nicht konkret benannten …) vier Kreditinstitute von der zuständigen Dienststelle der Verbraucherzentrale aufgefordert, ihre Stellungsnahmen bezüglich der Missachtung der Gesetzgebung über den Verbraucherschutz und speziell der Artikel 2 und 8 des N. 2251/94, also in Zusammenhang mit der rechtswidrigen Verursachung eines Schadens bei der Erbringung ihrer Dienstleistungen und die Anwendung missbräuchlicher Allgemeiner Geschäftsbedingungen einzureichen.

Laut dem Staatssekretär wurden nach Einreichung der Stellungsnahmen die sich auf die vier Banken beziehenden einschlägigen Akten mit dem Ersuchen um die wie in Gesetz N. 2251/1994 vorgesehene Stellungnahme innerhalb einer Frist von zwei Monaten an die Griechische Bank weitergeleitet. Der Abschluss des Verfahrens wird mit dem Beschluss des Ministers für Arbeit und Sozialversicherung oder des ermächtigten Organs über die Missachtung – oder nicht – des N. 2251/1994 und der Verhängung von Verwaltungsstrafen erfolgen. Staatssekretär Koutsoukos gab ebenfalls bekannt, dass der Griechischen Bank im Rahmen des selben Verfahrens auch weitere Fälle übermittelt wurden, die sich auf Praktiken fragwürdiger Belastungen durch Kreditinstitute beziehen.

Speziell zu dem Phänomen der teilweisen oder vollständigen Abbuchung des Gehalts oder der Rente zur Begleichung fälliger Verbindlichkeiten aus Darlehen oder Kreditkarten durch einseitigen Beschluss der Banken informiert der Staatssekretär, dass sich dieses Thema seit August 2010 im Mittelpunkt der Kontrolle der Verbraucherzentrale befindet.

Geldstrafen gegen Millenium-Bank und Credit Consumer Finance

Der Staatssekretär ruft gleichzeitig in Erinnerung, dass gegen die Millenium-Bank wegen der Anwendung einer missbräuchlichen Klausel, gemäß der sie ihre Kunden bzw. Inhaber ihrer Kreditkarten mit dem Betrag von 0,30 Euro belastete, wenn diese ihre Verbindlichkeit gegenüber der Bank an den Schaltern der Bank und nicht per ATM beglichen, und gegen die Credit Consumer Finance Bank wegen irreführender Bewerbung einer ihrer Kreditkarten ein Strafgeld verhängt wurde.

(Quelle: Vradyni)

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