Freigabe des Lkw-Transportwesens in Griechenland ab 2012

5. Oktober 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 724

In Griechenland soll die völlige Freigabe des Lkw-Transportwesens bereits ab Januar 2012 und nicht wie anfänglich vorgesehen schrittweise bis Mitte 2013 erfolgen.

Der griechische Minister für Transportwesen, Infrastrukturen und Netze Giannis Ragkousis gab am Montag (03.10.2011) den Vertretern der Transportunternehmer die völlige Freigabe des Spedition- und Straßentransportwesens ohne jegliche Übergangsfristen und -regelungen ab dem 01. Januar 2012 bekannt.

Laut Informationen eröffnete der Minister den Vertretern des Berufszweigs, dass die völlige Freigabe des konkreten Sektors bereits ab Anfang 2012 und nicht wie von den gesetzlichen Regelungen seines Amtsvorgängers Dimitris Reppas vorgesehen erst ab Juli 2013 erfolgen wird. Außerdem wird auch die Standortbindung abgeschafft, was in der Praxis bedeutet, dass die (lizenzierten) Lastwagen innerhalb des gesamten Staatsgebiets Transporte durchführen können, während die Erteilung neuer Lizenzen nur noch mit Verwaltungsgebühren in der Größenordnung von etwa 1.500 Euro zu Buche schlagen soll.

Vorhandene Lizenzen verlieren jeden immateriellen Wert

Es sei daran erinnert, dass während des ursprünglich vorgesehenen Übergangsstadiums eine schrittweise Minderung der derzeitigen Lizenzgebühren um 30% am 01.01.2011, um weitere 35% im Januar 2012 und um die restlichen 35% im Jahr 2013 erfolgen sollte. Gemäß diesem Zeitplan wären für den Eintritt in den Berufsbereich erst ab Juli 2013 überhaupt keine speziellen Lizenzgebühren mehr, sondern nur noch die entsprechenden Verwaltungsgebühren zu entrichten gewesen. Mit der völligen Freigabe des Berufsfeldes ab Januar 2012 verlieren dagegen die existierenden Lizenzen praktisch schon heute jeden immateriellen Wert.

Die Berufskraftfahrer bzw. Lastwagenbesitzer drückten von ihrer Seite ihre völlige und strikte Ablehnung der von Minister Giannis Ragkousis angekündigte neuen Regelung aus, während am Dienstag (04.10.2011) der Vorstand des Berufsverbands zu einer außerordentlichen Sitzung zusammentreten wird, um über die weitere Haltung zu beschließen, obwohl die vorherrschende Strömung bereits jetzt zu dynamischen Protestaktion neigt.

Die Besitzer der Lastwagen und Tankwagen argumentieren, nicht in der Lage zu sein, bis Ende des Jahres die gesetzlich vorgesehenen Speditions- bzw. Transportgesellschaften zu gründen, da ihrer Fahrzeuge zu einer großen Anzahl entweder auf Kredit gekauft worden und somit gebunden oder aber geleast sind, was in beiden Fällen zur Folge hat, dass die Fahrzeuge nicht auf Gesellschaften überschrieben werden können (siehe auch Versorgungsprobleme in Griechenland wegen Streik der Lastwagenbesitzer).

(Quelle: in.gr)

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