Finanzministerium in Griechenland fehlt Tinte für Steuerbescheide

26. Oktober 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 705

Dem Finanzministerium in Griechenland hat nicht genug Tinte, um über eine Million anhängige Steuerbescheide drucken und verschicken zu können.

Abgesehen von allen übrigen Gründen (Streiks, Arbeitsniederlegungen usw.) verbirgt sich hinter der Verzögerung bei der Entsendung anhängiger Steuerbescheide ähnlich wie bei den Schulbüchern wieder einmal ein beispielloses Durcheinander, da das Finanzministerium im vorliegenden Fall einen Lieferanten nicht bezahlte und auch keine Vorsorge zur Findung einer alternativen Lösung traf – mit dem Ergebnis, dass die vorhandene Tinte nur für den Ausdruck von 300.000 der aktuell weit über eine Million anhängigen Steuerbescheide reicht!

Die Zentrale des Ministeriums weist die Verantwortung der Versorgungsstelle zu, während auch die Etatstelle beschuldigt wird, nicht für die Sicherstellung der einschlägigen Mittel gesorgt zu haben, die sich auf die anhängige Ausschreibung beziehen. Die Ausschreibung zur Belieferung des Ministeriums mit Verbrauchsmaterial in den nächsten drei Jahren ist seit Sommer 2011 im Gang, und wie es scheint, war man im Finanzministerium dermaßen mit der Suche nach neuen Einnahmemaßnahmen beschäftigt, dass sich die technische Beurteilung der eingereichten Angebote verzögerte.

Sonderabgaben werden fällig, Steuerzahler erhalten keine Bescheide

Da inzwischen nur noch wenige Tage bis zum Auslaufen der am 31. Oktober 2011 endenden Frist für die Entrichtung der zweiten Rate der neuen Sonderabgaben (Gewerbeabgabe, Solidaritätsabgabe, Sonderabgaben auf PKW, Schwimmbecken usw.) verbleiben, sollen die Steuerzahler mit den anfänglichen Bescheiden oder den Zahlungsbelegen über die Entrichtung der ersten Rate zu den Banken gehen, um auf deren Basis die zweite Rate fristgerecht bis Ende Oktober zu entrichten.

Dies betrifft allerdings nur jene Steuerzahler, die den anfänglichen Bescheid erhalten bzw. die – Ende September 2011 fällige – erste Rate bereits gezahlt und wegen der aufgetretenen Verzögerungen bei Druck und Versand der Formulare den Bescheid über die zweite Rate bisher noch nicht erhalten haben. Sollten in diesen Fällen die anfänglichen Bescheide nichtverfügbar sein, müssen die Steuerzahler sich alternativ an die Finanzämter wenden.

Die Zahl der Steuerpflichtigen, die bis heute die Bescheide über die zweite Rate der Abgaben nicht erhalten haben, beläuft sich auf insgesamt weit über eine Million. Das Finanzministerium schließt deswegen inzwischen nicht mehr aus, die Ende Oktober auslaufende Zahlungsfrist um einige Tage zu verlängern. Die Zentrale für Datenverarbeitungssysteme schickt sich dagegen mittlerweile an, die Zahlungsbescheide über die Sonderabgabe über das griechische Steuerportal „Taxisnet“ bereitzustellen, damit die registrierten Nutzer die Bescheide selbst ausdrucken und für die Entrichtung der fälligen Rate verwenden können.

Es ist jedenfalls anzumerken, dass viele Steuerzahler bisher nicht einmal den anfänglichen Bescheid über die Sonderabgaben erhalten haben (zumal obendrein auch noch zahlreiche reguläre Einkommensteuerbescheide anhängig sind). Die betroffenen Steuerzahler sollen wissen, dass die Fristen für die bis zu 6 Raten der Sonderabgabe wie auch für alle anderen zu laufen beginnen, die erste Rate also bis Ende des Monats, in dem der Bescheid zugestellt wird, und jede weitere Raten zum Ende des jeweiligen Folgemonats fällig wird.

(Quellen: Vradyni, Naftemporiki)

  1. yannis
    28. Oktober 2011, 18:47 | #1

    hat die Merkel wieder keine Tinte geschickt???

    Finanzbehoerde: wie lange streikten die Finanzbeamten? m.E. einer der wichtigsten Mitverursacher der Krise. Wenn Freiberufler, Unternehmer etc. mit Millioneneinkommen nur 12.000 erklaeren, dann haben die guten Finanzbeamten nicht nur weggesehen, sondern auch die Hand aufgehalten. Wie bekannt ist!
    Und wie gehts mit der Finanz weiter? genau wie bisher, wie bei allem.
    Schuldenerlass alle 5 Jahre……

  2. Ralf
    31. Oktober 2011, 11:03 | #2

    Passen Sie auf was Sie sagen! „Lina“ wird Ihnen sicherlich ein paar harte Wort, Internet-Links oder andere Kommentare um die Ohren hauen, die Ihnen aufzeigen sollen, dass es soooo viel schlimmer in Deutschland ist und dass all die Probleme nur wegen Deutschland und den bösen Ausländern entstanden sind! 🙂

  3. nikos
    5. Dezember 2011, 08:35 | #3

    die behörden sollen endlich arbeiten und nicht jammern!!!

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