Verschärfung der Baubestimmungen in Griechenland

11. September 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 802

In Griechenland treten innerhalb von Orten und Ansiedlungen mit weniger als 2000 Einwohnern noch strengere Baubestimmungen in Kraft.

Änderungen bei den Baubestimmungen und neue Beschränkungen innerhalb von Orten und Ansiedlungen mit bis zu 2.000 Einwohnern genehmigte der Oberste Gerichtshof in Griechenland (StE), der dem einschlägigen Präsidialbeschluss des Umweltministers bzw. der Regierung stattgab (Stellungsnahme 236/2011).

Mit den neuen Bestimmungen, über die befunden wurde, dass sie auf die Verbesserung des Wohnumfeldes abzielen, wurden die Baubestimmungen weiter verschärft, während für die Unversehrtheit (sprich Bebaubarkeit) der Grundstücke eine neue Regelung hinzukommt, die bei Grundstücken mit einer Fläche von 300 bis 500 Quadratmetern eine minimale „Front“ von 10 Metern und für größere Grundstücke eine „Front“ von 15 Metern fordert.

Weitere Beschränkungen der Bebauungsfaktoren und Gebäudehöhen

Parallel ist auf Grundstücken mit weniger als 700 qm die Errichtung eines Gebäudes mit einer Gesamtfläche (= Gesamtfläche aller Etagen) von bis zu 240 qm (gegebenenfalls mit einem zusätzlichen Dachboden in Trockenbauweise von bis zu 40 Quadratmetern) gestattet, während auf Grundstücken mit einer Größe von über 700 Quadratmetern die Gebäudefläche bis zu 400 qm erreichen darf.

Für Grundstücke mit weniger als 200 Quadratmetern wird die Geschossflächenzahl ** (im griechischen Sprachgebrauch „Bebauungsfaktor“ bzw. συντελεστής δόμησης) auf 1,0 bestimmt, und damit die höchstmögliche Bebauung möglich wird, darf die Grundflächenzahl ** (im griechischen Sprachgebrauch „Deckung“ bzw. κάλυψη) 60% übersteigen, jedoch nicht mehr als 70% der Grundstücksfläche betragen.

Eine Überschreitung der erlaubten Gesamtetagenfläche ist nur für die reinen Sondergebäude gestattet, für die eine Grundflächenzahl von 0,4 bestimmt wird. Ebenfalls wird bei großen Bodengefällen (über 25%) die maximale Höhe der Gebäude an jedem Punkt des Schnittes des Umrisses des Gebäudegrundrisses zum natürlichen Grund gemessen.

Weiter darf bei Grundstücken in Hanglagen die Erhebung des Gebäudes über das Niveau der Straße nicht mehr als 4,50 Meter betragen, während die Gestaltung des natürlichen Grundes von Grundstücken mit Neigungen durch Aushebungen oder Aufschüttungen von bis zu 1 Meter gestattet ist.

Bei Gebäuden mit einem über dem Niveau des Bodens befindlichen Volumen von mehr als 2.000 Kubikmetern wird deren Aufteilung in kleinere Volumeneinheiten oder unabhängige Gebäude auferlegt, auch wenn es um ein funktionell einheitliches Bauwerk handelt.

(Quellen: Vradyni)

** Hinweis: die Geschossflächenzahl gibt das Verhältnis der gesamten Geschossfläche aller Vollgeschosse der baulichen Anlagen auf einem Grundstück zu der Fläche des Baugrundstücks an, während die Grundflächenzahl den Flächenanteil eines Baugrundstückes angibt, der überbaut werden darf.

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