Golden Boys bei Gemeindebetrieben in Griechenland

6. September 2011 / Aktualisiert: 02. September 2015 / Aufrufe: 605

Die Bilanzdaten 240 griechischer Gemeinden belegen, dass es in den kommunalen Betrieben trotz aller Sparmaßnahmen Golden Boys mit Jahresbezügen von bis zu über 80000 Euro gibt.

Die Jagd auf die „Golden Boys“ der kommunalen Unternehmen geht laut dem Minister für Verwaltungsreform Dinos Rovlias weiter, der gestern Bilanzdaten für 230 von insgesamt 325 Gemeinden in Griechenland veröffentlichte. Dabei werden himmelschreiende Fälle von Bediensteten mit Universitätsabschluss veröffentlicht, die bis zu über 80.000 Euro brutto jährlich verdienen, während aus den Daten auch hervorgeht, dass ein großer Teil der Bediensteten der kommunalen Betriebe besser als Beamte der selben Qualifikationsstufe im Staatsdienst entlohnt werden.

Die himmelschreienden und provokanten Fälle beziehen sich auf „Freunde“ der Bürgermeister und werden zuallererst von uns moniert„, kommentierte der Vorsitzende des Berufsverbands der Beschäftigten der Gemeindebetriebe für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (DEYA) Pavlos Dragkolas.

Was das Niveau der Vergütungen betrifft, sind diese zu einem hohen Grad durch die Vergütungen für den 24-stündigen Schichtbetrieb und Einsätze außerhalb des Arbeitsplatzes gerechtfertigt, die in ganz Griechenland für alle Bediensteten gelten, die in der Wartung der Wasserversorgungsnetze und der biologischen Kläranlagen beschäftigt sind. Die Veröffentlichung erfolgt hauptsächlich deswegen, um die vollständige Abschaffung der DEYA zu unterstützen, damit deren Vermögen an die in Gründung befindlichen EYDAP übereignet wird„, ergänzte Pavlos Dragkolas.

In Übereinstimmung mit den Daten, welche die 230 Gemeinden übermittelten, folgert Minister Dinos Rovlias jedenfalls, dass bei den Unternehmen der Gemeinden:

  • Über 60% der Bediensteten mit Universitätsabschluss Jahresbezüge (Durchschnitt = 43.105,95 Euro) erhalten, die über dem entsprechenden Durchschnittseinkommen der staatlichen Beamten mit Universitätsabschluss liegen.
  • Über 53% der Bediensteten mit technologischer Ausbildung im Durchschnitt 36.621,97 Euro verdienen, also mehr als im  entsprechenden Zweig des Staatsdienstes.
  • Über 55% der Bediensteten mit Oberschulbildung im Durchschnitt 30.676,69 Euro verdienen, also mehr als der entsprechende Durchschnitt im Staatsdienst beträgt.
  • Über 62% der Bediensteten mit Hauptschulbildung im Durchschnitt 27.048,23 Euro verdienen, also ebenfalls mehr als der entsprechende Durchschnitt im Staatsdienst beträgt.

Der Bedienstete eines Gemeindeunternehmens mit den höchsten Lohnzahlungen für das Jahr 2010 ist ein Ingenieur bei der Stadtgemeinde Korinth mit Bruttobezügen von 87.325 Euro. Die ersten zehn Ränge im Zweig der Bediensteten mit Universitätsausbildung komplettiert ein Ingenieur in Pieria mit 75.843,44 Euro.

Im Zweig der Absolventen technischer Schulen bewegen sich die jährlichen Bezüge der ersten zehn Spitzenverdiener zwischen 49.571,97 und 56.619,89 Euro, während bei den Oberschulabgängern die „goldenen“ Gehälter zwischen 52.543,23 Euro und 77.466,49 Euro liegen – wobei im letzteren Segment die beiden ersten Plätze ein Verwaltungssekretär und ein Journalist der ehemaligen Präfektur Thessaloniki belegen.

Beeindruckend sind auch die ausgewiesenen Bezüge bei den Hauptschulabgängern, wo zwei Arbeiter aufgeführt werden, die Jahresbezüge in Höhe von 56.703,89 Euro (Stadtgemeinde Rhodos) und 43.088,65 Euro (Stadtgemeinde Kozani) erhalten, während paradoxerweise die Gemeinden, die diese Arbeiter beschäftigen, hoch verschuldet sind.

Das Vorstehende geht aus den Daten hervor, die 230 Gemeinden übermittelten, von denen jedoch 44 Gemeinden nicht die Mustervorlage des entsprechenden Runderlasses befolgten, 12 Gemeinden über keine Gemeindeunternehmen verfügten und 9 Gemeinden Unternehmen ohne reguläres Personal haben. 95 Gemeinden kamen dagegen der einschlägigen Verpflichtung nicht nach und übermittelten überhaupt keine Angaben.

(Quelle: Eleftherotypia)

  1. retsina
    7. September 2011, 11:06 | #1

    Was ich hier total vermisse ist, dass viele Stellen doppelt und dreifach besetzt sind. Gerade das ist überall deutlich zu sehen, dass die Mitarbeiter gar keine Aufgaben zu bewältigen haben.

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