Finanzministerium in Griechenland prangert Schuldner öffentlich an

10. September 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 687

Das Finanzministerium in Griechenland hat im Internet die Daten von etwa 6000 Firmen veröffentlicht, die dem Fiskus jeweils wenigstens 150000 Euro oder mehr schulden sollen.

Das griechische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen publizierte auf der Website der Zentrale für Datenverarbeitungssysteme die Daten von 6.000 Gesellschaften gewinnorientierten Charakters mit fälligen Schulden von jeweils mehr als 150.000 Euron. Die Summe der in der Liste umfassten Verbindlichkeiten macht mehr als 30 Milliarden Euro der insgesamt etwa 42 Milliarden Euro fälliger Verbindlichkeiten aus, die laut dem Finanzministerium dem Fiskus von juristischen und natürlichen Personen geschuldet werden.

Der Liste mit den Unternehmensdaten und geschuldeten Beträgen soll nach Abschluss des laufenden Verfahrens mit der Datenschutzbehörde, dessen Beschleunigung das Finanzministerium verlangt hat, die Veröffentlichung einer Aufstellung der fälligen Verbindlichkeiten natürlicher Personen folgen. Das Ministerium argumentiert, dass die Veröffentlichung dieser Daten zur Verbesserung der Sammlung der Einnahmen und „Festigung des Vertrauens zwischen dem Ministerium und den Steuerzahlern mittels der Förderung der Transparenz“ beitragen wird.

Jedenfalls wird angemerkt, dass in den Fällen, wo aus irgendeinem Grund die Aktualisierung der Datenbanken der Datenzentrale durch die Finanzämter und Zollbehörden am Stichtag der Erhebung (05. September 2011) nicht mit den bei diesen Behörden verfügbaren Daten übereinstimmte, die publizierten Angaben über fällige Verbindlichkeiten eventuell nicht korrekt dargestellt werden. Wie das Finanzministerium charakteristisch anführt, wird gemäß dem bestehenden Rahmen die Korrektur dieser Fälle „schnellstens“ erfolgen.

Abgesehen von eventuellen inkorrekten Angaben stellt sich allerdings auch die Frage, welcher Sinn und Wert der Veröffentlichung solcher Daten überhaupt zugemessen werden kann. Schon allein aus den spärlichen Angaben der konkreten Liste lässt sich ableiten, dass etliche der aufgeführten Gesellschaften zahlungsunfähig sind, unter Liquidation stehen oder nur noch auf dem Papier existieren. Hier wird der Fiskus natürlich keinen roten Heller eintreiben und mit den sinnlosen Daten bestenfalls weiterhin „Bilanzen schönen“ können.

(Quelle: in.gr)

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