Weitere Fälle von Rentenbetrug in Griechenland entdeckt

14. August 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 925

In Griechenland wurden erneut Fälle aufgedeckt, in denen die Renten verstorbener Rentner von unberechtigten Dritten rechtswidrig weiter bezogen wurden.

Im Rahmen einer gezielten Überprüfung vor 1920 geborener Rentner entdeckten die Dienststellen des griechischen gesetzlichen Sozialversicherungsträgers IKA mehr als 1.400 Fälle, in denen die jeweiligen Berechtigten zwar verstorben waren, ihre Rentenbezüge jedoch weiterhin gezahlt und in Empfang genommen wurden.

Konkret stellte sich heraus, dass in 1.473 Fällen rechtswidrig von unberechtigten Personen Rentenzahlungen in Empfang genommen wurden, wodurch dem Versicherungsträger IKA ein monatlicher Schaden in Höhe von von insgesamt 1.882.282,17 Euro entstand.

Die Dienststellen leiteten umgehend die gesetzlich vorgesehenen Schritte zur Einstellung der entsprechenden Zahlungen und der Schuldzuweisung für die illegal in Empfang genommenen Beträge ein. Ebenfalls wies die Geschäftsleitung der Kasse die Geschäftsstellen an, gegen die unberechtigten Empfänger der Rentenzahlungen Strafanzeige zu erstatten.

Überprüfung der Renten und Erfassung der Rentner

Die Umsetzung der Maßnahme der jährlichen Erfassung der Rentner der IKA hat ab dem 01. Juli 2011 begonnen, um den Fällen entgegen zu treten, in denen Rentenzahlungen rechtswidrig von unberechtigten Personen in Empfang genommen werden (siehe auch Rentner der IKA in Griechenland müssen sich identifizieren lassen). Zu Beginn schritten die Dienststellen der IKA zur Überprüfung der Rentenzahlungen an Versicherte, die vor 1920 geboren sind.

Die IKA ist natürlich nicht die einzige Kasse, bei der wahre Orgien der Plünderung verzeichnet werden. Bei der Erfassung der Rentner des Versicherungsträgers OGA wurden 8.000 Fälle von Rentenempfängern verzeichnet, die im Rahmen des (für dieses Jahr inzwischen abgeschlossene) obligatorischen Verfahrens der persönlichen Identifizierung nicht vorstellig wurden (siehe auch Registrierungsfrist für Familienleistungen der OGA in Griechenland).

(Quelle: in.gr)

  1. Apateonas
    15. August 2011, 10:23 | #1

    Und wieder einmal ist die böse TROIKA Schuld… oder waren´s vielleicht doch die armen Griechen?
    Wenn ich der griechische Staat wäre, würde ich die (überflüssigen) Beamten mal ordentlich drillen. Würden die ihre Arbeit bei der Steuerfahndung weiter machen, dann käme richtig Geld in die Kassen, oder in diesem Falle besser gesagt, würde es die Kassen erst gar nicht verlassen!
    Wenn diese Berechnungen stimmen (1.882.282,17 € : 1.473) dann müsste die „Rente“ durchschnittlich 1277,86 € betragen haben!!! Wie passt das zu den allgemeinen Angaben der Renten in GR ???
    Es wird Zeit, dass die Regierung mit den vorhandenen Resourcen mal was vernünftiges auf die Beine Stellt!

  2. Ellen Howdy
    15. August 2011, 19:03 | #2

    Es ist unglaublich, was da passiert ist heutzutage. Apateonas hat recht, die Beamten müssten ja ordentlich gedrillt werden, aber das ist kein griechisches Problem. Natürlich werden die Renten wegen der Pleite problematisch sein, aber bis jetzt haben die Griechen sehr gut gelebt, obwohl sie es sich nicht leisten dürften. (Rente im 13. und 14. Monat, soziale Ermaessigungen usw.) ich bin neugierig, wie es mit den Bewohnern aussieht, in einigen Wochen werde ich meine Urlaubstage in Griechenland verbringen, ich weiss, dass die Rezession die Gebieten, die vom Tourismus leben nicht so streng stört, aber es wird sicher ganz anders sein, als letztes Mal, wenn ich da war (vor3Jahren)

  3. nomas
    15. August 2011, 18:12 | #3

    Apateonas :Wenn diese Berechnungen stimmen (1.882.282,17 € : 1.473) dann müsste die “Rente” durchschnittlich 1277,86 € betragen haben!!! Wie passt das zu den allgemeinen Angaben der Renten in GR ???

    das paßt hervorragend zur erkenntnis, daß im umfeld von verstorbenen rentenempfängern mit überdurchschnittlich hohen rentenbezügen deutlich mehr rentenbetrugsdelinquenz anzutreffen ist als im umfeld von verstorbenen rentenempfängern mit unterdurchschnittlich hohen rentenbezügen.
    oder kurz und kräftig: die reichen betrügen mehr als die armen.
    und wenn ich fies wäre, würde ich schreiben: darum sind sie auch reicher.

  4. Demos
    15. August 2011, 21:30 | #4

    „die reichen betrügen mehr als die armen.
    und wenn ich fies wäre, würde ich schreiben: darum sind sie auch reicher.“

    Fakt ist, darum sind sie reicher. Wie wirklich fies geht wissen die Reichen. Sind natürlich nicht alle so aber die Mehrheit. Wenn Menschen gezwungen werden zu betrügen um zu überleben (das trifft auf viele zu) ist das ein weiteres Armutszeignis der verantwortlichen Politiker. Sie können nicht alles wissen und dürfen auch leichte Fehler machen. Allerdings müssen sie solche und sehr viele ähnliche katastrophalen Fehler ausschliessen können. Kann die griechische Regierung den Wählern das garantieren? Wenn ja wie und wann? Wenn nicht sollten sie erkennen, dass sie nicht für diesen Job geeigent sind und gehen bevor es zu spät für sie und für Griechenland ist. Die Zeit drängt.

  5. Moppel
    15. August 2011, 21:37 | #5

    Altersrenten der IKA (vergleichbar mit der deutschen AOK) ergeben sich auf Basis des jeweiligen Versicherungsverlaufs. Spitzenverdiener erhalten folglich auch Spitzenrenten, Geringverdiener dagegen die üblichen Hungerbezüge. Über den Kamm der Statistik geschoren, kommt dabei dann allerdings je nach Interpretationsweise Bullshit heraus:
    1 Rente von 3.000 € + 4 Renten von 500 € ergeben insgesamt 5.000 € bzw. im Schnitt 1.000 € pro Nase.
    Fazit: allen Rentnern geht es (viel zu) gut – oder vielleicht doch nicht?

  6. nomas
    18. August 2011, 14:21 | #6

    Moppel : Über den Kamm der Statistik geschoren …

    ja. allerdings steht in diesem fall die anzahl der delinquenten fest (etwas über 1400). daher gibt es keinen interpretationsspielraum für BS.

    Moppel : Fazit: allen Rentnern geht es (viel zu) gut – oder vielleicht doch nicht?

    das ist off-topic (auf deutsch: verschleierungstaktik). das thema heißt rentenbetrug.

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