Rezession in Griechenland übertrifft erneut alle Prognosen

23. August 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 534

Die tiefe Rezession in Griechenland übertrifft auch 2011 wieder alle Prognosen der Troika und der Regierung und stellt die auferlegten volkswirtschaftlichen Ziele zunehmend in Frage.

Die Erreichung der volkswirtschaftlichen Ziele unter der beständigen Rezession ist schwierig„, betonte bei einer Pressekonferenz nach dem Treffen mit den sozialen Partnern am 22. August 2011 Finanzminister Evangelos Venizelou, der inzwischen von einer erheblich höheren als anfänglich prognostizierten Rezessionsrate für das Jahr 2011 ausgeht und mit „über 4,5%“ rechnet, sich jedoch den von anderen Seiten geschätzten 5,3% nicht anschloss.

Wie Evangelos Venizelos äußerte, will er Gespräche mit der Troika führen, „da sich die Prognosen nicht bestätigten„, und ließ die Möglichkeit offen, die für Anfang September 2011 beschlossene Erhöhung der Mehrwertsteuer im Bereich der Gastronomie von 13% auf 23% möglicherweise nicht wie vorgesehen durchzusetzen. (Es ist allerdings anzumerken, dass die Einnahmen aus der erneuten Erhöhung der Mehrwertsteuer in dem Kredithilfeabkommen bzw. „Moratorium“ festgeschrieben wurden und somit gegebenenfalls durch alternative Maßnahmen zu gewährleisten sind).

Weiter versicherte der Minister, dass die Liquidität der griechischen Banken gewährleistet sei und erklärte, dass sich der Umtausch der griechischen Staatsanleihen in einem „fortgeschrittenen Stadium“ befinde und das Verfahren bis Ende Oktober 2011 abgeschlossen sein werde.

Finanzminister sieht Hilfskredite für Griechenland nicht gefährdet

Ebenfalls äußerte der Finanzminister seine Zuversicht bezüglich der Bewilligung der nächsten Rate (im September 2011) der Hilfskredite an Griechenland, koppelte das Thema von den Forderungen nach Sicherheiten ab, die von einigen Ländern der Eurozone erhoben werden, und fügte an: „Die Deckung der Kreditbedürfnisse für September ist so oder so beschlossen. Es kann ein Übergangsstatus gefunden werden, weil verfügbare Mittel existieren. Ich erinnere daran, dass so oder so 45 Milliarden Euro aus dem vorherigen Hilfsprogramm existieren.

Das nationale Steuersystem verglich Evangelos Venizelou mit einem neuen Spiegel, den das Land benötige, um sich mit sich selbst erneut bekannt zu machen, und führte bezeichnend an: „Es ist unsere letzte Chance, um uns als Wirtschaft, als Markt, als Gesellschaft, als Staat und hinsichtlich der Beziehungen zwischen Staat und Wirtschaft erneut miteinander bekannt zu machen.

Bezüglich der vorher erfolgten Begegnung mit Vertretern der produktiven Träger erklärte der Minister seine Zufriedenheit über die Ehrlichkeit und den praktischen Charakter des Dialogs und betonte, dass die Umstände für eine radikale produktive Front gereift seien.

(Quellen: Ta Nea)

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