Thessaloniki verbannt Bordelle in Gewerbegebiete

23. Juli 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 3.820

Der Rat der Stadt Thessaloniki in Griechenland beschloss die Zwangsumsiedlung der Bordelle des zweiten Gemeindebezirks der Stadt Thessaloniki in Industrie- und Gewerbegebiete.

Der in Rede stehende Beschluss des Stadtrats der Stadtgemeinde Thessaloniki sieht die zwangsweise Umsiedlung der Freudenhäuser in außerhalb von Wohngebieten gelegene Zonen vor, die in dem aktuellen Bebauungsplan offiziell als Industriegebiete oder Gewerbegebiete charakterisiert sind. Der Stadtrat gab damit am vergangenen Montag (18. Juli 2011) dem einschlägigen Antrag eines fraktionsübergreifenden Ausschusses statt.

Was den Ablauf der zwangsweisen Umsiedlung der Bordelle des 2. Gemeindebezirks betrifft, hat dieser innerhalb von 12 Monaten zu erfolgen. Sofort nach Ablauf dieser Frist ist im Fall eventueller Missachtungen die sofortige Widerrufung der Genehmigungen vorgesehen.

Wir Bürger kämpfen um die Wiederherstellung des Lebensniveaus, das wir einmal hatten und verloren, als der Bezirk „Ladadika“ aufhörte, das zu sein was er war„, führte die Sprecherin Rodi Fountoulidou der Einwohner des 2. Gemeindebezirks an und sprach von einer Abwertung des Bezirks und unentwegten Apellen der Bürger zu Interventionen der Polizei. (Anmerkung: In dem Bezirk „Ladadika“ im Zentrum der Stadt Thessaloniki siedelten sich im Laufe der Zeit zahlreiche Betriebe und Aktivitäten des „Rotlicht-Milieus“ an, was wiederum nicht zuletzt auch zu einem Anstieg der einschlägigen Kriminalität führte.)

Der Beschluss des Stadtrates sieht vor, dass bis zu 35 Genehmigungen vergeben werden, während die Voraussetzung des Abstandes von 50 Metern zwischen den Freudenhäusern aufgehoben wird, da deren Aktivität in Gebiete außerhalb von Wohngebieten angesiedelt wird.

Zusätzlich wird diesen Häusern ein direkter Eingang an dem Basisstraßennetz untersagt und vorgesehen, dass sie sich 200 Metern von Kirchen, Verehrungsstätten aller Konfessionen und Dogmen, Schulen, Kindergärten, Nachhilfeschulen, Spielplötzen, Berufsausbildungsinstituten, Therapieeinrichtungen, Jugendzentren, Sportzentren, Heimen, Bibliotheken, karitativen Einrichtungen, zentralen Plätzen und Kinderspielplätzen befinden müssen.

Bezüglich der neuen Flächenzuweisung kommentierte der zuständige Vizebürgermeister, dass es seitens der Gemeinde verfassungswidrig wäre, konkrete Zonen zu bestimmen, betonte jedoch: „Alle, die diesen Beschluss loben und sich mit dem Thema befassen, wissen, dass wir auf indirekte Weise bestimmen, wo sich diese Zone befindet. Es ist die Westseite von Thessaloniki, ein weitläufiger ausgedehnter Bezirk.„.

(Quelle: in.gr)

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