Strafverfahren gegen Taxifahrer in Griechenland

29. Juli 2011 / Aktualisiert: 24. August 2018 / Aufrufe: 617

In Griechenland wurden wegen der Ausschreitungen der streikenden Taxibesitzer inzwischen 82 Ermittlungsverfahren eingeleitet, in die mehrere tausend Personen verwickelt sind.

Von Dienststellen der Verkehrspolizei in ganz Griechenland sind bereits zweiundachtzig Verfahren gegen Taxibesitzer eingeleitet worden, während der Präsident des Berufsverbands der Taxifahrer Athen (SATA / ΣΑΤΑ) sich ausdrücklich von den Ausschreitungen distanzierte, zu denen am 28. Juli 2011 in Piräus, Thessaloniki und anderen Orten Griechenlands randalierende Taxibesitzer speziell auch zu Lasten von Touristen geschritten waren.

Wie die griechische Polizei (ELAS / ΕΛΑΣ) bekannt gab, wurden die Verfahren, in welche 6.415 Personen verwickelt sind, in dem Zeitraum vom 18. – 27 Juli 2011 eingeleitet. 35 Akten wurden inzwischen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet und betreffen 6.415 Personen. Die Strafbestände beziehen sich auf Verkehrsbehinderungen und andere Vergehen.

Thomas Lymperopoulos, Präsident des SATA, distanzierte sich in einer TV-Sendung von den Geschehnissen des 28. Julis und schrieb die Ausschreitungen Einzelhandlungen verärgerter Taxibesitzer zu, die ihre Lizenzen verlieren und autonom agieren, ohne von dem Dachverband kontrolliert werden zu können. Er verurteilte diese ungesetzlichen Handlungen unverblümt und betonte, dass diese Minderheit nicht die Gesamtheit der Berufskraftfahrer ausdrückt.

Parallel kündigte der Präsident des SATA an, dass die Delegation des Dachverbands bei dem Treffen mit dem Verkehrsministers Ragkousis am 29. Juli 2011** zwei grundsätzliche Forderungen stellen wird, um den Streik umgehend zu beenden. Die erste bezieht sich auf die Umsetzung der Analogie der Taxi-Lizenzen zur Bevölkerung und die zweite auf die Erhaltung der derzeitigen Lizenzen.

(Quelle: Ethnos)

** Auch diese Begegnung verlief ergebnislos, woraufhin die Taxibesitzer beschlossen, ihren unbefristeten Streik fortzusetzen und parallel zu weiteren Protestaktionen zu schreiten.

  1. E.
    31. Juli 2011, 16:57 | #1

    Natuerlich muessen die Taxifahrer weiterstreiken ,es bleibt ihnen nichts anderes uebrig !!!
    Die taxifahrer wollen doch nur das in Griechenland die selben Gesetze gelten wie in anderen Europaeischen Laendern auch , ist das zuviel verlangt ? Aber nein die Regierung hat mal wieder den Marktanteil der Taxifahrer einer Gruppe von Geschaeftsleuten versprochen und deshalb kann es keine Europaeische Richtlinien fuer die Taxifahrer in Griechenland geben !

  2. Rene Meyer
    31. Juli 2011, 17:55 | #2

    E: Was ist denn das für ein Quatsch? Die Taxifahrer verlieren nur ihre Pfründe, deshalb sind sie so sauer. Wo gibts denn das sonst in der EU, daß für Jahre keine Taxilizenzen vergeben werden und der Preis damit ins unermeßliche steigt und ein korrupter Schwarzmarkt entsteht? Die Taxifahrer haben über Jahrzehnte dieses Geschenk der Marktverzerrung gerne und wohlwollend ausgenutzt, jetzt zahlen sie den Preis für ihre eigene Korruptheit. Gut so, kann ich da nur sagen.

    PS: Was ist da eigentlich genau passiert? Es klingt, als wären die Taxifahrer gegenüber Touristen handgreiflich geworden. DAS wäre ja absolut inakzeptabel, was können denn die Touris dafür? Die sind schon genug gestraft, wegen des Streiks.

  3. Makis
    31. Juli 2011, 19:25 | #3

    Rene Meyer : PS: Was ist da eigentlich genau passiert? Es klingt, als wären die Taxifahrer gegenüber Touristen handgreiflich geworden. DAS wäre ja absolut inakzeptabel, was können denn die Touris dafür? Die sind schon genug gestraft, wegen des Streiks.

    Ach, nichts besonderes, nur das übliche Programm: Freiheitsberaubung, Hausfriedensbruch, Nötigung, Sachbeschädigung und solche Gags, auf die sich die Touristen wie kleine Kinder freuen – anderenfalls würden sie schließlich Länder besuchen, in denen zwar die Preise erheblich niedriger und die Leistungen um Klassen besser sind, es aber eben auch stinklangweilig ist.

  4. E.
    3. August 2011, 09:55 | #4

    @ Rene Meyer
    liebe rene ,in deutschland ist es auch nicht viel anders ,wenn du z.B. in frankfurt nicht jahre auf eine lizens warten willst kannst du auch privat jemanden finden der sie dir abtritt und zwar gegen 20000-30000 euro und die analogie zur bevoelkerung gibt es auch in deutschland!!! kein deutscher minister kann unbegrenzt taxi- lizenzen an grossunternehmer vergeben so wie das der herr ragousi in griechenland vor hat !!!!!
    das einkommen der taxifahrer hat sich seit der finanzkrise sovieso schon halbiert wenn jetzt auch noch statt 30000 taxis 600000 oder sogar noch mehr auf den stassen fahren koennt ihr euch ja vorstellen was passiert ! wie ihr seht haben die taxifahrer keine wahl sie sind so gut wie tod ……wenn herr ragousi das durchsetzt gibt es in zukunft nur zwei grossunternehmen die dann ihre albaner fuer 592 euro monatslohn( das ist naemlich der mindestlohn fuer 18-25 jaehrige in griechenland) fahren lassen , im moment leben von den 30000 taxilizenzen 50000 familien da viele nur eine halbe taxilizenz besitzen!! mit dem turismus hast du natuerlich vollkommen recht !

  5. E.
    3. August 2011, 12:20 | #5

    und um noch einmal zu erklaeren warum eine taxilizens in griechenland zwischen 150000 und 200000 euro kostet ( vor der finanzkrise natuerlich !!! ) nicht weil man als taxifahrer reich wurde sondern weil man sich so einen „arbeitsplatz“ erkaufen konnte,auch wenn man dann einen riesenkredit jahrzehnte lang abbezahlen musste.
    es wird jetzt fuer viele taxifahrer nicht mehr moeglich sein diese kredite abzubezahlen und
    ihre kinder zu ernaehren ,wie ihr vielleicht wisst gibt es in griechenland kein hatz4 oder sonstige leistungen, arbeitslosengeld gibt es fuer die mitlerweile arbeitsosen taxifahrer auch nicht da sie ja selbstaendig sind ( das arbeitlosengeld uebrigens betraegt in griechenland fuer alle 450 euro und hoechstens ein jahr lang, danach gibt es nichts mehr)
    und all das geschieht weil der herr RAGOUSI seinen korupten kumpanen aus seiner politischen clique EIN LECKERCHEN ( vergabe von taxilizenzen und zwar soviele wie sie brauchen um ihre grossunternehmen zu gruenden ) versprochen hat . ueberall in ganz europa gelten analoge einwohner kriterien aber nein das interresiert die griechischen politiker mal wieder nicht ,vetternwirtschaft ist und war immer angesagt in griechenland und das wird sich auch niemals aendern , leider !
    statt arbeitsplaetze zu schaffen damit die menschen in griechenland menschenwuerdig leben koennen , kuemmern sie sich nur darum wie sie und ihre verwandschaft moeglichst viel in die eigene tasche scheffeln …. wenn ich griechische politiker im fernsehn reden hoere denke ich manchmal das sind doch affen die sich kravatten umgebunden haben, normaleweise muesste EUROPA sie entmuendigen und denen das recht ihr land zu regieren aberkennen !

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