Regierung Karamanlis trieb Griechenland wissentlich in Schuldenkrise

31. Juli 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 1.086

In Griechenland war der Regierung unter Konstantinos Karamanlis schon spätestens seit 2008 bekannt, dass ihre Politik das Land in eine volkswirtschaftliche Katastrophe treibt.

Die Zeitung To Vima tis Kyriakis enthüllt vier Schreiben des ehemaligen Staatssekretärs des Finanzministeriums Petros Doukas an den damaligen Premierminister Konstantinos Karamanlis bezüglich der volkswirtschaftlichen Lage des Landes. In seinen Schreiben warnte Petros Doukas vor dem Anschwellen der Defizite und der drohenden Gefahr, dass das Land auf den internationalen Märkten keine Kredite mehr erhalten werde.

Konkret unterstrich Petros Doukas in einem seiner Schreiben im Oktober 2008, dass der Fiskus zur Deckung seines Finanzierungsbedarfs Kredite in Höhe von mehr als 40 Milliarden Euro aufnehmen werden müsse (welcher Betrag sich schließlich auf 48 Milliarden Euro für das Jahr 2009 belief) und merkte an: „Dies erfordert das absolute Vertrauen der Märkte„.

In diesem Schreiben schlug Petros Doukas Maßnahmen zur Stimulierung des Wachstums sowie auch Privatisierungen (Telefongesellschaft / OTE, Erdölgesellschaft / ELPE, Postbank / TT, Hafengesellschaften Piräus und Thessaloniki / OLP – OLTH, Wasserwerke / EYDAP, Lotterie, Pferderennbahn / ODIE usw.), Änderungen bei den Kriterien der Einkommensbesteuerung, Reduzierung der Rüstungsausgaben und Börsengänge von Flughäfen und Häfen vor.

Ohne Wachstum werden wir nicht die Einnahmen haben, welche die soziale Rolle des Staates stützen. Es ist jedoch offensichtlich, dass der Aufschwung nicht durch eine übertriebene Erhöhung der öffentlichen Aufwendungen eintreten kann. Die Defizite und die Strenge der EU dürfen nicht unterschätzt werden. Ebenfalls darf nicht das Verhalten der internationalen Märkte gegenüber den Anleihen des griechischen Staates unterschätzt werden.

In einem anderen Schreiben vor Weihnachten 2008 betonte er unter anderem:

In einem schwierigen internationalen Umfeld benötigt Griechenland eine stabile und verantwortliche Regierung. Die Finanzlage wird sich in den nächsten Monaten verschlimmern. Die Indizes der griechischen Wirtschaft werden großem Druck ausgesetzt sein. Es ist notwendig, die schwächeren Klassen zu stützen, auch wenn die Bürger schwerlich wie auch immer gearteten Leistungen Glauben schenken werden, welche die Natur von Wahlversprechungen aufweisen.

Es sei daran erinnert, dass sowohl der damalige Staatssekretär Petros Doukas als auch Finanzminister Jorgos Alogoskoufis seit Sommer 2008 die Ergreifung von Maßnahmen unterstützten, diese Politiken jedoch von der Regierung wegen des Drucks der „blauen“ (sprich der Partei Nea Dimokratia angehörenden) Minister abgelehnt worden waren.

(Quelle: in.gr)

  1. 31. Juli 2011, 13:27 | #1

    „Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.“

    (Profile der Zukunft – Über die Grenzen des Möglichen)

    Das bezieht sich nicht etwa auf die ferne Zukunft, sondern wäre sogar schon vor der Geburt von Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008) zu verwirklichen gewesen! Politik und Wirtschaft sind – wie gesagt – Kinderkram, und allgemeiner Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und der Weltfrieden sind selbstverständlich. Die Menschheit muss nur damit aufhören, mit aller zur Verfügung stehenden Unvernunft etwas „regeln“ zu wollen, was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt. Vor der Beendigung der „Finanzkrise“ (korrekt: globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) steht die Überwindung der Religion:

    „Man bedenke, es handelt sich nur um einen Roman. Die Wahrheit wird – wie stets – weit erstaunlicher sein.“

    (Vorwort zu „2001“)

    Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:
    http://www.deweles.de/willkommen.html

  2. Monalisa
    2. August 2011, 12:57 | #2

    Wie nennt man in Griechenland und anderswo jemanden, den einen Kredit aufnimmt, obwohl er genau weiß. er kann ihn nicht zurück zahlen?

    Was nennt man jemanden, der darauf spekuliert, dass seine Nachbarn mit ihrem sauer verdienten Geld für sein unsolides Verhalten gerade stehen müssen?

    Wie nennt man jemanden, der ganz bewusst durch sein Verhalten die Existenz der Gemeinschaft aufs Spiel setzt?

    Wie nennt man ein System, in dem Gesetze einfach nicht durchgesetzt werden können?

    Was ist das für eine Gemeinschaft, die ein solches Verhalten nicht bemerkt oder sogar zulässt?

  3. kostas
    4. August 2011, 02:21 | #3

    typisch griechisch, das land geht zu grunde, und wir haben nichts besseres zu tun, als der anderen partei die schuld zu geben. ich halte von beiden nichts. aber war es nicht papandreou, der gesagt hat ( vor ein paar monaten ), daß griechenland genug geld habe?
    hatte vorher karamanlis nicht gesagt, daß die kassen leer sind und wir privatisieren müssen?
    was machen wir? wir glauben jeden blödsinn, hauptsache uns geht es gut.
    was war vor 16 jahren mit imia, jetzt sind dokumente aufgetaucht, daß unsere eigenen leute uns belogen haben. selbst wenn es ein,zwi gute leute in den parteien sind, die meisten
    lieben eher ihre vollen taschen als ihr land.
    griechenland hat die meisten beamten in europa, wen haben wir es zu verdanken? pasok.
    hör auf, nur einem die schuld zu geben und macht die augen auf.

  4. E.
    6. August 2011, 17:36 | #4

    wer ist schuld ????????????????????????????

  5. der name
    9. August 2011, 23:08 | #5

    fakt ist, dass die beiden mächtigsten griechischen parteien griechenland so viele jahre geschadet haben. das war abgrundtief erbärmlich. sie haben sich in der gesamten welt lächerlich gemacht. nun geht es darum vieles anders, besser zu machen. die regierung kann das ohne die unterstützung der griechen nicht schaffen. deshalb sollten alle ihren teil dazu beitragen. außerdem ist es an der zeit, dass eine wirklich neue kluge und engagierte partei gewählt wird. es gibt sicher fähige frauen, männer, jugendliche, etc. die sich sobald wie möglich organisieren sollten.

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