Lieferstopp gegen Militärkrankenhäuser in Griechenland

9. Juli 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 424

Angesichts einer weiteren Schuldenregelung mit Staatsobligationen stellen die Lieferanten die Versorgung der Militärkrankenhäuser in Griechenland mit Gesundheitsmaterial ein.

Wegen der anstehenden Regulierung der Krankenhausschulden durch das Finanzministerium mittels der Ausgabe von Obligationen des griechischen Staates erklären sich die Pharma-Lieferanten der Militärkrankenhäuser außer Stande, die Krankenhäuser weiterhin mit gesundheitstechnischen Materialien zu beliefern.

Die geplante Regelung bezieht sich auf alle Militärkrankenhäuser in Griechenland und umfasst unbeglichene Rechnungen der Jahre 2007, 2008 und 2009. Die Regelung sieht die Barbezahlung jener Unternehmen vor, deren Forderungen sich auf insgesamt weniger als 100.000 Euro belaufen, während für die übrigen Fälle die Ausgabe von renditefreien staatlichen Obligationen (Zero Bonds) mit Fälligkeitsdatum den 22/12/2012 vorgesehen ist (siehe auch Zahlungsstopp in Griechenland an Kassen und Lieferanten).

Lieferanten protestieren gegen Bezahlung mit wertlosen Staatsobligationen

Der Vorstand des Verbandes der griechischen Lieferanten für Wissenschaft und Gesundheit (ΣΕΠ ΕΠΙΣΤΗΜΩΝ & ΥΓΕΙΑΣ) drückt seinen Einwand gegen die Regelung aus und betont, dass „in einer Epoche, wo wegen der internationalen Krise die griechischen Obligationen vollkommen verschmäht werden und die Lieferanten der Krankenhäuser des nationalen Gesundheitswesens bereits ungeheure Schäden aus der Schuldenregelung mit Obligationen des griechischen Staates in Höhe von 5,4 Milliarden Euro aus den Schulden der staatlichen Krankenhäuser erlitten haben, fordert das Finanzministerium die Lieferanten erneut auf, derartige Obligationen zu akzeptieren, die keinen substantiellen Gegenwert haben„.

Die Lieferanten der Militärkrankenhäuser erklären sich außer Stande, die Last weiterer Verzichte auf sich zu nehmen, da sie seit ungefähr fünf Jahren unbezahlt sind, und ergänzen, dass der Mangel an Liquidität alle Unternehmen getroffen hat, mit dem Resultat, dass sie die Erbringung von Materiallieferungen und Dienstleistungen einstellen.

Der Verband der Lieferanten für Wissenschaft und Gesundheit merkt noch an, dass die Absicht des Ministeriums, einige Unternehmen vollständig zu bezahlen während es an andere Unternehmen Obligationen auszugeben plant, den Prinzipien der Gleichbehandlung widerspricht und zu Verzerrungen auf dem Markt führen wird. Parallel untergräbt es den Aufbau eines Klimas des Vertrauens zwischen Staat und Lieferanten, enden die Lieferanten in ihrer Bekanntmachung.

(Quelle: in.gr)

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