Griechenland hebt Preiskontrolle bei Obst und Gemüse auf

2. Juni 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 502

In Griechenland wurden mit sofortiger Wirkung die staatliche Preiskontrolle bei Obst, Gemüse und Säuglingsmilch aufgehoben und diverse wettberwerbsrechtliche Bestimmungen gelockert.

Wie heute (02. Juni 2011) der griechische Minister für periphere Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit Michalis Chrysochoidid bekannt gab, werden mit sofortiger Wirkung die gesetzlichen Höchstgewinnspannen im Obst- und Gemüsehandel aufgehoben. Der Minister hofft auf Preissenkungen von bis zu 40%, da resolut gegen überhöhte Rechnungsstellungen vorgegangen und ein strenges Kontrollsystem eingeführt werden soll, über welches der gesamte Vertriebsweg der Produkte vom Erzeuger bis zum Endverkaufspunkt nachverfolgt werden kann.

Parallel erfolgte auch die Freigabe der Preise für Säuglingsmilch und die Aufhebung der einschlägigen Vertriebsbindung. Diese Produkte dürfen demnach anstatt wie bisher ausschließlich über Apotheken fortan auch von Supermärkten vertrieben werden, was laut dem Minister zu Preissenkungen von bis zu 20% führen wird.

Ebenfalls werden die Bestimmungen über Werbeaktionen liberalisiert, womit die Unternehmen ohne überflüssige Einschränkungen im Rahmen von Promotions-Aktionen Geschenke oder zusätzliche Mengen anbieten oder auch zu Preisaktionen schreiten dürfen – allerdings unter der Voraussetzung, dass die Preise je Maßeinheit vor und nach der Werbeaktion ausgewiesen sind und das jeweilige Unternehmen während der letzten zwei Monaten nicht zu Preiserhöhungen geschritten war.

Reduzierung der Bürokratie soll zu niedrigeren Verbraucherpreisen führen

Weiter wird für Unternehmen, die zu Preiserhöhungen geschritten sind, das Verfahren der Einreichung der Großhandelspreislisten vereinfacht und die Umsatzgrenze, ab welcher Unternehmen ihre Preise obligatorisch dem Ministerium bekanntgeben müssen, von 5 Millionen Euro auf 10 Millionen Euro erhöht. Die Anzahl der betroffenen Unternehmen reduziert sich folglich erheblich, während die Frist zur Einreichung der Preislisten von bisher 20 Tagen auf fortan 10 Tage verkürzt wurde. Abgeschafft wird schließlich auch die Verpflichtung zur Offenlegung von Vereinbarungen, die zwischen Industriebetrieben und Supermärkten getroffen werden.

Minister Michalis Chrysochoidis erklärte, dass die bisherigen Bestimmungen nur in der tonnenweisen Anhäufung nutzloser Papiere und finanziellen Belastung der Unternehmen resultierten, und verwies auf die signifikant Reduzierung der Verwaltungskosten und des bürokratischen Aufwands der Unternehmen. „Jetzt werden wir fordern, dass diese Kostenentlastungen zugunsten der Verbraucherpreise weitergegeben werden„.

Es sei angemerkt, dass von der Marktaufsichtsbehörde während der vergangenen eineinhalb Jahre Geldstrafen in Höhe von insgesamt ungefähr 1 Million Euro verhängt wurden.

(Quelle: To Vima / 02.06.2011)

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