Ertrinken zweithäufigste Unfalltodesursache in Griechenland

14. Juni 2011 / Aktualisiert: 10. August 2020 / Aufrufe: 649

Analog zur Bevölkerung liegt Griechenland in Europa auf dem ersten und international auf dem zweiten Platz der Unfallstatistik tödlicher Badeunfällen.

Auf die Bevölkerung des Landes bezogen werden in Griechenland im EU-Vergleich jedes Jahr die meisten Toten durch Ertrinken verzeichnet. Zur selben Zeit können die vorgesehenen Stellen der Rettungsschwimmer mangels Interesse nicht einmal zur Hälfte besetzt werden.

Jeden Sommer ist nach den Verkehrsunfällen das Ertrinken die zweithäufigste unfallbedingte Todesursache. „Jedes Jahr verlieren in Griechenland ungefähr 400 Personen ihr Leben durch Ertrinken„, erklärt der Leiter der griechischen Rettungsschwimmerakademie (ENAK) Nikos Giovanidis und fügt an: „In der Mehrzahl der Fälle werden nicht einmal die einfachen, jedoch grundsätzlichen Maßnahmen getroffen – nämlich Kinder kontinuierlich zu beaufsichtigen und darauf zu achten, vor dem Schwimmen wenigstens drei Stunden nicht gegessen zu haben.

Am meisten gefährdet sind Kleinkinder im Alter von 1 bis 5 Jahren sowie Menschen im Alter von über 65 Jahren, bei denen gesundheitliche Gründe einhergehen und zum Ertrinken führen. Untersuchungen der ENAK bestätigen, dass weder die griechischen Kinder noch die Erwachsenen über grundsätzliche Themen in Zusammenhang mit dem Schwimmen informiert sind. Die Eltern werden deshalb ermuntert dafür zu sorgen, dass die Kinder ab dem dritten Lebensjahr Unterricht durch ausgebildete Personen erhalten.

Zu wenige Rettungsschwimmer in Griechenland

Zur selben Zeit besteht bei den Bürgern kein Interesse, sich für die Rettungsschwimmerstellen zu bewerben, obwohl es sich um eine gut bezahlte Saisonarbeit handelt. „Leider können wir derzeit unsere Bedürfnisse nicht einmal zu 50 % abdecken„, unterstreicht der Leiter der ENAK und betont: „In einer Zeit, wo das Land von Arbeitslosigkeit heimgesucht wird, finden wir nicht einmal in Attika Rettungsschwimmer. Ich rede nicht von abgelegenen Gebieten, ich spreche von Attika.

Wer Rettungsschwimmer werden möchte, muss für den Einsatz am Meer zwischen 18 und 45 Jahren bzw. für die Beaufsichtigung von Schwimmbecken nicht älter als 65 Jahre sein und eine zweiwöchige Ausbildung absolvieren, um das Diplom als professioneller Rettungsschwimmer zu erwerben. Danach muss er einen Führerschein für Schnellboote erwerben und eine Prüfung beim Hafenamt ablegen. Die Kosten für Ausbildung und Prüfungen belaufen sich auf ungefähr 800 Euro. Die Vergütung der Rettungsschwimmer bewegt sich bei 7 Arbeitsstunden täglich im Bereich von 1.000 bis 2.000 Euro pro Monat, häufig wird auch die Unterkunft gestellt.

Laut dem Leiter der ENAK muss gemäß den gesetzlichen Auflagen an jedem Schwimmbecken ein Sicherheitsaufseher – sprich ausgebildeter Rettungsschwimmer – Dienst tun. Jedermann ist berechtigt, dies zu verlangen und durchzusetzen.

(Quelle der Daten: in.gr / 13.06.2011)

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