Arbeitslosigkeit in Griechenland über sechzehn Prozent

9. Juni 2011 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 1.760

Die Arbeitslosigkeit in Griechenland erreichte März 2011 mit mehr als achthunderttausend registrierten Arbeitslosen einen neuen Höchststand seit 1983.

Laut den Daten der OECD stieg in Griechenland im Monat März 2011 die Arbeitslosenquote auf 16,2 %, was dem höchsten Stand seit 1983 entspricht. Kennzeichnend für die derzeitige Lage ist, dass die Anzahl der registrierten Arbeitslosen innerhalb von zwölf Monaten um 40 % anstieg und die Jugendarbeitslosigkeit inzwischen sogar bei über 42 % liegt.

Die Daten der nationalen Behörde für Statistik (ELSTAT) weisen einen Anstieg der Arbeitslosenquote von 11,6 % im März 2010 auf 15,9 % im Februar 2011 und 16,2 % im März 2011 aus, während in den Arbeitslosenregistern Ende März 2011 inzwischen 811.340 Personen geführt wurden. Ebenfalls auf Basis der Daten der ELSTAT beläuft sich die wirtschaftlich aktive Bevölkerung auf 4.335.461 Personen. Die Gesamtzahl aller Beschäftigten wird auf 4.185.325 Personen geschätzt, was im Vergleich zu März 2010 einen Rückgang von 238.574 Personen bzw. 5,4 % entspricht.

Explosion der Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland

Für die Jugendlichen stellt die Arbeitslosigkeit inzwischen eine wahre Geißel dar. Im März 2011 schnellte in der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren die Rate der Arbeitslosigkeit auf 42,5 % (März 2010: 29,8 %) empor, iwährend die Raten n der Altersgruppe von 25 – 34 Jahren auf 22,6 % (März 2010: 15,4 %) und in der Altersgruppe 35 – 44 Jahren auf 13,1 % (März 2010: 10,8 %) anstiegen.

Bei den Frauen liegt die Arbeitslosenrate mit (März 2011: 19,5 %, März 2010: 15,9 %) auch weiterhin erheblich höher als bei den Männern (März 2011: 13,8 %, März 2010: 8,5 %).

Auf regionaler Ebene führt der Verwaltungsbezirk Nordägäis die Arbeitslosenstatistik mit einer Quote von 30,4 % an (März 2010: 16,7 %), gefolgt von den Ionische Inseln mit 24,5 % (März 2010: 23 %), Westmazedonien mit 20,6 % (März 2010: 11,6 %), Zentralmazedonien mit 16,5 % (März 2010: 12,2 %) und Mittelgriechenland mit 16,5 % (März 2010: 12,2 %). Bezeichnenderweise lag im März 2011 in allen Verwaltungsbezirken die offizielle Arbeitslosenquote ausnahmslos über 13 %, wobei die niedrigste Quote mit 13,2 % im Verwaltungsbezirk Peloponnes registriert wurde. Im Gebiet von Attika, wo sich ungefähr zwei Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes konzentriert, stieg die Arbeitslosigkeit von 10,5 % im März 2010 auf 15,8 % im März 2011.

Reale Arbeitslosigkeit in Griechenland

Selbst im günstigsten Fall liegt in Griechenland die reale Arbeitslosigkeit inzwischen über 22 %, da wie von der ELSTAT angeführt als Beschäftigte die Personen gelten, die „15 Jahre und älter sind und in der Bezugswoche sei es auch nur 1 Stunde mit dem Ziel der Entlohnung oder des Gewinns beschäftigt waren oder im Betrieb der Familie arbeiteten oder vorübergehend (beispielsweise wegen Urlaub oder Krankheit) der Arbeit fernblieben„.

Dem griechischen Arbeitsministerium wird angelastet, den dramatischen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt weiterhin mit Programmen zu begegnen, die nicht der Realität entsprechen, mit der das Land inzwischen konfrontiert ist.

(Quelle: Vradyni / 09.06.2011)

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