Rentner in Griechenland wegen Beamtenbeleidigung zu Haftstrafe verurteilt

28. Mai 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 519

In Griechenland wurde ein 83-jährigen Rentner von dem Amtsgericht Thessaloniki wegen Beamtenbeleidigung zu einer Haftstrafe von 6 Monaten verurteilt

Konkret sprach die 3. Strafkammer des Amtsgerichts Thessaloniki einen 83 Jahre alten Rentner zwar von der Anklage der verleumderischen Diffamierung frei, verurteilte ihn jedoch wegen Beamtenbeleidigung zu einer Haftstrafe von 6 Monaten.

Die Sache begann ihren Lauf zu nehmen, als es vor 6 Jahren in dem Verwaltungsvorgang zur Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis der ausländischen Ehefrau des Rentners durch die Bezirksverwaltung Zentralmazedonien zu erheblichen Verzögerungen kam.

Im Februar 2006 richtete der Rentner ein Schreiben an die Rechtsanwaltskammer Thessaloniki, das im weiteren Verlauf an die zuständigen Behörden des Innenministeriums und auch den öffentlichen Ombudsmann weitergeleitet wurde, worin er gegen diese Verzögerung protestierte und sich unter Verwendung konkreter Charakterisierungen über das laut seinen Behauptungen unangemessene Verhalten beschwerte, welches die Beamten aller beteiligten Dienststellen zutage legten.

Um seine Probleme zu lösen, muss der einfache Bürger eventuell vorher seine Geldbörse öffnen„, führte der Rentner in seinem Schreiben an und adoptierte parallel zu Lasten der Beamten der Behörde Charakterisierungen wie „unfähig„, „unwissend“ und „unfreundlich„.

Nachdem der damalige Dienststellenleiter des „Amtes für Bürgerstatus von Ausländern und Emigration“ der Bezirksverwaltung Zentralmazedonien Anzeige erstattete, wurde gegen den Maschinenbauingenieur im Ruhestand ein Strafverfahren wegen verleumderischer Diffamierung und Beschimpfung eingeleitet.

In seiner Verteidigungsrede erklärte der beklagte Rentner, dass er seine Äußerungen nicht bereue und auf sein Handeln stolz sei. Beamten der Bezirksverwaltung behaupteten von ihrer Seite, dass die Verzögerung an dem großen Arbeitsaufkommen lag, mit dem ihre Behörde konfrontiert war, und charakterisierten die von dem Angeklagten zu ihren Lasten gebrauchten Ausdrücke als beleidigend.

Das Gericht sprach den Rentner schließlich von der Anklage der verleumderischen Diffamierung frei. befand ihn jedoch der Tat der Beschimpfung für schuldig und verhängte eine auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe von sechs Monaten wegen Beamtenbeleidigung!

Der 83-jährige legte gegen das Urteil Berufung ein und wurde auf freien Fuß gesetzt.

(Quellen: in.gr / 27.05.2011)

  1. Maria
    28. Mai 2011, 11:55 | #1

    Ein mutiger Mann! Hat das gesagt, was viele denken und täglich in den gr. Behörde, erleben!

  2. Apateonas
    28. Mai 2011, 20:11 | #2

    Wer schon einmal mit der griechischen Meldestelle zu tun hatte, kann den mutigen Mann nur zu gut verstehen. Mir wurde eine völlig falsche Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt, obwohl eine Person, die der griechischen Sprache völlig mächtig war (Selber bei einer Behörde beschäftigt!) und den kompletten Vorgang, allen 4 Beamten, bei denen ich antreten musste, in ihrer eigenen tollen Sprache ausführlich erklärt hatte, bei mir war!!! Meine Erfahrung ist, dass sich diese unfähigen, überfressenen und nur nach „Fakelakis“ Ausschau haltenden Idioten, in ihrer eigenen Arbeit nicht im geringsten auskennen!!! So jetzt ist Zeit für den Knast….:-)

  3. Hellen Itch
    29. Mai 2011, 13:27 | #3

    Wenn der Staatsapparat mangels Masse und europäischer Pumpe nicht mehr ausgenommen werden kann, merken vielleicht auch mehr Bürger als der 83-Jährige, dass die zu geschätzt 83% überflüssige Verwaltungs- und Umverteilungsbürokratie der wahre Volksfeind ist, nicht die „kapitalistischen“ Unternehmer, und belassen es nicht bei treffenden Beamtenbeschreibungen.

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