Mutterschutz in Griechenland auch ohne Unterrichtung des Arbeitgebers

13. Mai 2011 / Aufrufe: 790

In Griechenland sind schwangere Arbeitnehmerinnen auch dann gegen Entlassung geschützt, wenn der Arbeitgeber vor der Kündigung  nicht über die Schwangerschaft informiert war.

In einem aktuellen Urteil befand der Oberste Gerichtshof (Areopag )in Griechenland, dass die Gesetzgebung eine Schwangere auch ohne Kenntnis des Arbeitgebers von der Schwangerschaft vor einer Kündigung des Arbeitsverhältnisses schützt, und gab mit seinem Urteil einer gegen ihre Kündigung klagenden Arbeitnehmerin aus Korinth Recht.

Die Richter des Areopags betonen, dass gemäß dem Gesetz N. 1483/1984 die Kündigung des Arbeitsverhältnisses einer Arbeitnehmerin durch ihren Arbeitgeber sowohl während der Dauer einer Schwangerschaft als auch innerhalb eines Jahres nach der Entbindung oder während des Fehlens der Arbeitnehmerin auch über diesen Zeitraum hinaus wegen einer Krankheit, die auf der Schwangerschaft oder Niederkunft beruht, verboten und absolut nichtig ist, außer wenn ein besonderer Grund für die Kündigung vorliegt. Als besonderer Grund kann auf keinen Fall die durch die Schwangerschaft bedingte eventuelle Minderung der Arbeitsleistung der schwangeren Arbeitnehmerin gelten.

Später erging 1997 das Präsidialdekret 176/1997, mit dem Griechenland die Verordnung 95/85/EOK in nationales Recht umsetzte. Gemäß diesem gesetzlichen Rahmen also „wird der schwangeren Frau dieser Schutz unabhängig davon gewährt, ob ihrem Arbeitgeber die Schwangerschaft bekannt ist„.

Kündigungsschutz gilt auch ohne vorherige Meldung der Schwangerschaft

Parallel merken die Richter des Areopags an, dass in der neuen gesetzlichen Regelung nicht jene Bestimmung des Gesetzes N. 1082/1980 wiederholt wurde, wonach dem Arbeitgeber die Schwangerschaft der Arbeitnehmerin bekannt sein musste.

Somit gaben die Richter nicht dem Argument des Arbeitgebers statt, er sei über die Schwangerschaft seiner Beschäftigteni, der er am 13. Juli 2005 gekündigt hatte, nicht unterrichtet gewesen und habe von dem Umstand erst am 25. Juli 2005 erfahren, als er sich zur versöhnlichen Schlichtung der Arbeitsstreitigkeit bei der Arbeitsaufsichtbehörde einfand.

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