Griechenland führt elektronische Umsatzkarte für Konsumenten ein

10. Mai 2011 / Aktualisiert: 17. November 2011 / Aufrufe: 767

Griechenland führt eine elektronische Einkaufsumsatzkarte zur unmittelbaren Erfassung von Einzelhandelsumsätzen durch das Datenverarbeitungszentrum des Finanzministerium ein.

Die ursprünglich bereits für Anfang April 2011 geplante Einführung der nicht zuletzt auch wegen datenschutzrechtlicher Bedenken äußerst umstrittenen elektronischen „Forokarta“ (wörtlich: Steuerkarte – gemeint ist jedoch eine elektronische „Umsatzkarte“ für Konsumenten zur Erfassung jeder Art von Einzelhandelsumsätzen) soll nun im Juni 2011 realisiert werden.

Den Bürgern wird diese Karte mit dem Argument „schmackhaft“ gemacht, sich fortan die Mühe ersparen zu können, zur Ausschöpfung des persönlichen Einkommensteuerfreibetrags obligatorisch hunderte oder gar tausende diverser Einzelhandelsquittungen und Rechnungen sammeln und mit der jährlichen Einkommensteuererklärung einreichen oder / und jahrelang aufbewahren zu müssen.

Laut dem einschlägigen Beschluss des Finanzministers werden zur Einhaltung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen bei der – zumindest bis auf weiteres – freiwilligen Nutzung der „Forokarta“ keinerlei persönliche Daten des Steuerpflichtigen übertragen. Je nach Anzahl seiner Kinder kann jeder Steuerpflichtige bis zu drei Karten aktivieren.

Direkte Übermittlung der Umsatzdaten an das Finanzministerium

Mittels der Umsatzkarte / „Forokarta“ erfasste Einkäufe werden in Echtzeit an das Datenverarbeitungszentrum des Finanzministeriums übermittelt, womit sich dem Finanzamt die Möglichkeit eröffnet, die Umsätze der Unternehmen und die Abführung der geschuldeten Mehrwertsteuer jederzeit online kontrollieren zu können. Außerdem werden auf diese Weise erfasste Umsätze dem jeweiligen Inhaber der Karte bzw. dessen Steuernummer zugeordnet und können direkt in die nächste (elektronische) Einkommensteuererklärung übernommen werden, ohne Kassenbelege sammeln, auszählen und aufbewahren zu müssen.

Die „Forokarta“ wird von den Banken ausgestellt, hat das übliche Format der (magnetischen) Konto- / Kreditkarten und soll zu der bereits bestehenden Infrastruktur für die Abwicklung von Einkäufen per Debit- / Kreditkarten kompatibel sein. Andererseits kann folglich die Karte nur bei Geschäften / Unternehmen eingesetzt werden, die an diese Infrastruktur angebunden sind und über ein entsprechendes Lesegerät / Terminal (POS) verfügen.

Schließlich wird ausdrücklich beteuert, dass die Zuordnung der über die „Forokarta“ erfassten Umsätze zu dem jeweiligen Inhaber / Steuerpflichtigen auf jeden Fall anonymisiert und für die Banken nicht nachvollziehbar erfolgt.

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