Bande ausländischer Entführer in Griechenland gefasst

30. Mai 2011 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 380

In Griechenland wurden die Mitglieder einer organisierten Bande ausländischer Entführer afghanischer und pakistanischer Nationalität festgenommen.

Am vergangenen Sonntag (29. Mai 2011) nahmen Polizeibeamte des Ausländerdezernats Attika 14 Afghanen und Pakistaner im Alter von 16 bis 31 Jahren fest, die beschuldigt werden, Landsleute entführt und von deren Verwandten in Athen oder auch im Heimatland Lösegelder erpresst zu haben. Ebenfalls wurde ein entführter Mann befreit und einem Gerichtsmediziner vorgeführt, da er an beiden Unterarmen Brandwunden aufwies, die ihm laut seiner Aussage zwei der Entführer mit brennenden Zigaretten zugefügt hatten.

Die Entführer hielten ihre Opfer in einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses an der Straße Zinonos im Zentrum von Athen gefangen. Nachdem ein Ausländer bei der Polizei die Entführung seines Bruders angezeigt hatte, machten die Ermittler der Polizei in den frühen Stunden des vergangenen Sonntags (29. Mai 2011) das Mietshaus ausfindig und stellten es unter Beobachtung. Gegen Morgengrauen wurde beobachtet, wie Ausländer das Haus verließen und in einen PKW stiegen, der in kurzer Entfernung angehalten und einer Kontrolle unterzogen wurde.

Es stellte sich heraus, dass einer der Insassen des angehaltenen Fahrzeugs einer Entführung zum Opfer gefallen war und die ihn begleitenden Täter für seine Freilassung ein Lösegeld von 12.000 Euro verlangt hatten. Im weiteren Verlauf stürmte die Polizei in Anwesenheit eines Richters die Wohnung in dem observierten Haus, wo die übrigen Mitglieder der Bande festgenommen und auch der entführte Bruder des Mannes aufgefunden wurde, der die Entführung angezeigt hatte.

Wie festgestellt wurde, hatten die Festgenommenen die Rollen untereinander so verteilt, dass jeweils einige von ihnen die Ausführung der Entführungen, die Bewachung der Opfer, die Verpflegung der Entführten und die Eintreibung der Lösegelder von den Verwandten der Opfer übernahmen. Im Rahmen der Festnahmen beschlagnahmte die Polizei zwei Fahrzeuge, einen geringen Geldbetrag, jeweils einen Beleg über eine Geldanweisungen und eine Banküberweisung und 20 Mobiltelefone.

Es ist anzumerken, dass Entführungen und alle möglichen Formen der Erpressung unter Immigranten in Griechenland praktisch zur Tagesordnung zählen, jedoch nur selten an das Licht der Öffentlichkeit gelangen. Die Opfer sind häufig illegale Immigranten, die sich schon allein nur unter diesem Aspekt kaum an die griechische Polizei zu wenden wagen. Nicht selten werden Opfer bzw. Erpresste aber auch mit Drohungen gegen Familienangehörige und Verwandte im Heimatland (oder umgekehrt) unter Druck gesetzt und davon abgehalten, die Behörden einzuschalten.

(Quelle: To Vima / 30.05.2011)

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