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Trunkenheit am Steuer führt in Griechenland nicht obligatorisch zu Mitschuld

21. April 2011 / Aufrufe: 410

Laut einem Urteil des Obersten Gerichtshofs in Griechenland ist ein unter Alkoholeinfluss stehenden Autofahrer nicht obligatorisch an jedem Verkehrsunfall mitschuldig.

Der Areopag befasste sich mit einer Verkehrsunfallsache, in der ein unter Alkoholeinfluss stehender Autofahrer mit seinem Fahrzeug regulär bei grüner Ampel in eine Straßenkreuzung einfuhr und dort von einem anderen Fahrzeug gerammt wurde, dessen Fahrer die in seiner Fahrtrichtung rote Verkehrsampel missachtet hatte. Der Fahrer des gerammten Fahrzeugs verlor bei dem Unfall sein Leben.

Konkret missachtete im Januar 2001 an einer Kreuzung auf der Nationalstraße bei dem Gemüsegroßmarkt in Thessaloniki ein Autofahrer die in seiner Fahrtrichtung rote Verkehrsampel und raste mit seinem Wagen mit einer Geschwindigkeit von 130 km/h seitlich in ein anderes Fahrzeug, das zu diesem Zeitpunkt bei grüner Ampel und mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h die Kreuzung überquerte und dessen Fahrer durch den Aufprall getötet wurde.

Die Richter des Areopags befanden, dass bei dem Unfall keinerlei Mitschuld des bei dem Unfall getöteten zweiten Fahrers einherging, obwohl bei ihm ein Blutalkoholspiegel von 1,4 Promille festgestellt wurde und er außerdem auch keinen Sicherheitsgurt trug. Laut dem gerichtlichen Urteil, aber auch gemäß der Beweisführung war der Fahrer, der die rote Ampel missachtet hatte, bereits vor der Kreuzung durch eine gelb blinkende Vorampel darauf hingewiesen worden, dass die nachfolgende Verkehrsampel bereits auf Rot stand oder umspringen würde. Obendrein fuhr er mit 130 km/h, obwohl auf der Straße eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 90 km/h besteht.

Auswirkung von Alkohol und Sicherheitsgurt auf Unfallgeschehen

Gemäß dem Urteil der Richter des Areopags wirkte sich in dem konkreten Unfallgeschehen das Vorhandensein von Alkohol im Blut des unglücklichen Fahrers in keiner Weise auf seine Fahrweise und Reaktionsmöglichkeit aus, da er von dem Fahrer, der die rote Ampel überfahren hatte, gerammt wurde und von seiner Seite keinerlei Spielraum für eine Reaktion bestand.

Weiter wurde befunden, dass auch trotz des Umstandes, dass der getötete Fahrer nicht angeschnallt war, ihn kein Mitverschulden traf, da sein Fahrzeug von der Fahrerseite gerammt wurde und er dabei weder von seinem Sitz geschleudert wurde noch auf die Frontscheibe des Wagens aufprallte. Folglich lag keinerlei substantielle Einflussnahme auf den Eintritt des Unfalls und das Ausmaß der erlittenen Verletzungen vor (der Tod trat aufgrund einer Lazeration der Aorta ein). Laut den Richtern war bei dem Hergang des Unfalls das Tragen des Sicherheitsgurtes bedeutungslos, da dieser hauptsächlich im Fall frontaler Kollisionen schütze.

Folglich wurde befunden, dass für den Unfall ausschließlich der Fahrer verantwortlich war, der die rote Verkehrsampel missachtet hatte, womit vier Verwandte des getöteten Fahrers sowie auch sein Versicherer endlich die anhängigen Entschädigungzahlungen erhalten können.

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