Kfz-Versicherer Evropaiki Pronia AEGA in Griechenland geschlossen

2. April 2011 / Aufrufe: 928

Nachdem in Griechenland erneut eine Versicherungsgesellschaft schließen musste, verlieren etwa 154000 Fahrzeughalter ihren Versicherungsschutz.

Das Gremium für Kredit- und Versicherungsthemen der Griechischen Bank beschloss die endgültige Widerrufung der Lizenz der Versicherungsgesellschaft „Evropaiki Pronia AEGE“ (Ευρωπαϊκή Πρόνοια ΑΕΓΑ). Das Unternehmen war in Griechenland seit 1995 auf dem Sektor der Schadenversicherungen und insbesondere im Zweig der Kfz-Haftpflichtversicherung aktiv und verfügte gemäß einschlägigen Informationen über ein Portefeuille von rund 154.000 Kfz-Haftpflichtverträgen, was einem Gesamtmarktanteil von etwa 2% entspricht.

Laut der griechischen Tageszeitung Ta Nea führte die zuständige Dienststelle der Griechischen Bank Kontrollen der Finanzen des Unternehmens aus, dessen gesamtes Vermögen seit Februar 2011 „eingefroren“ worden war. Nachdem die Gesellschaft nicht das notwendige Kapital sicherstellen konnte, wurde der Reorganisationsplan des Unternehmens abgelehnt und die endgültige Einziehung der Lizenz beschlossen.

Die Inhaber in Kraft stehender Kfz-Haftpflichtpolicen des geschlossenen Unternehmens bleiben gemäß den gesetzlichen  Bestimmungen in Griechenland automatisch noch für 30 Tage durch die „Hilfskasse“ (Επικουρικό Κεφάλαιο) versichert und müssen sich spätestens bis zum Ablauf dieser Frist bei einem anderen Anbieter versichert haben. Sollten sie innerhalb dieser Frist einen Unfall verursachen, erfolgt die Schadenregulierung über die Hilfskasse.

Eventuelle Rückforderungen von Versicherungsbeiträgen für den Zeitraum ab der Widerrufung der Lizenz des Versicherers bis zum Auslaufen der jeweiligen Versicherungspolicen werden den Versicherungsnehmern nach Abschluss der Unternehmensliquidation von dem Liquidator zurückgezahlt. Anhängige Gerichtsverfahren werden von der Hilfskasse weitergeführt.

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