Griechenland eröffnet Jagd auf Schwarzfahrer in Nahverkehrsmitteln

30. März 2011 / Aufrufe: 413

In Griechenland beginnt ab April 2011 die Umsetzung der Initiative des Ministeriums für Infrastrukturen zur Bekämpfung des Schwarzfahrens in den Massenverkehrsmitteln.

Laut einem Bericht der griechischen Tageszeitung To Vima tritt ab dem 04. April 2011 die neue Sondereinheit der Kontrolleure der Athener Nahverkehrsbetriebe (OASA) ihren Dienst an. Die Kontrolleure werden uniformiert und mit Laptops ausgestattet sein, die einen direkten Datenaustausch mit dem Finanzamt ermöglichen.

Ziel der Kontrolleure sind Vorbeugung und Kontrolle„, erklärte der Generalsekretär des Ministeriums für Infrastrukturen Haris Tsiokas und enthüllte, dass das Ministerium Vereinbarungen über die Kooperation der Kontrolleure mit der Polizei und den kommunalen Ordnungshütern abgeschlossen habe. Die Kontrolleure sind demnach nicht berechtigt, selbst zu Festnahmen zu schreiten, können jedoch bei Beedarf polizeiliche Unterstützung anfordern.

Aufgabe der Kontrolleure ist gegenwärtig, Verstöße festzustellen bzw. Schwarzfahrer ausfindig zu machen und das entsprechende Strafgeld (derzeit etwa das 20-fache des regulären Fahrpreises) zu verhängen, worüber wiederum direkt das Finanzamt informiert wird. (Hintergrund: In Griechenland ist es auf breiter Basis üblich, festgestellte Ordnungsgelder wie beispielsweise auch „Parkknöllchen“, die unter Umständen aufwändig eingeklagt werden müssten,  kurzerhand dem Finanzamt zu melden – womit solche Forderungen praktisch wie eine fällige Steuerschuld und mit allen einschlägigen Konsequenzen gehandhabt werden.)

Unterdessen protestiert das Personal der Athener Stadtbahn (ISAP) gegen den Beschluss der OASA, zur Abtretung gewinnbringender Dienstleistungen im urbanen Nahverkehr mittels Öffentlich-Privater Partnerschaften (ÖPP) zu schreiten.

Die Beschäftigten monieren, dass die Unternehmensleitung der OASA die Abtretung des „automatischen Systems zur Einnahme der Beförderungsentgelte“ mittels ÖPP beschlossen habe, ohne weder die Besonderheiten eines jeden (Nahverkehrs-) Trägers noch die vorhandenen Beschäftigten, die derzeit das gesamte System der Ausgabe, Entwertung und des Vertriebs der Fahrscheine unterstützen, und auch nicht das derzeit in der technischen Unterstützung des Betriebs und der Wartung der Fahrscheinausgabe- und Entwertungsautomaten beschäftigte Personal zu berücksichtigen.

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