Fahrschein-Rambos gegen Schwarzfahrer in Griechenland

23. Februar 2011 / Aufrufe: 452

Das Verkehrsministerium in Griechenland geht mit der Schaffung einer Sondereinheit von Kontrolleuren gegen Schwarzfahrer in öffentlichen Verkehrsmitteln vor.

Laut einem Bericht des Portals Vima Online will das griechische Verkehrsministerium angesichts der enormen Einnahmeverluste der öffentlichen Nahverkehrsbetriebe mit der Gründung einer Spezialeinheit von Kontrolleuren systematisch gegen Schwarzfahrer vorgehen. Die bereits als „Rambos“ titulierten Kontrolleure werden spezielle Uniformen und Abzeichen tragen und in Kooperation mit der Polizei die Jagd auf Schwarzfahrer in den öffentlichen Nahverkehrsmitteln aufnehmen.

Die Führung des Ministeriums für Infrastrukturen und Verkehrswesen schritt vor einigen Tagen zu einer Erhebung bezüglich der entgangenen Einnahmen im Fahrkartenverkauf und kam zu dem Ergebnis, dass sich auf das Beförderungsvolumen bezogen die entgangenen Einnahmen bei Bussen und O-Bussen auf 40% und bei Tram und Stadtbahn auf 10% belaufen – was in der Praxis einem jährlichen Einnahmeverlust von ungefähr 20 Millionen Euro entspricht.

Aufgrund dieser Gegebenheiten wurde die Gründung einer speziellen Einheit für Fahrkartenkontrollen beschlossen. Die Gründung dieser inzwischen als „MMM-Rambos“ titulierten Einheit kann allerdings nicht ohne einen entsprechenden Gesetzentwurf erfolgen (MMM = Abkürzung für Mesa Mazikis Metaforas = Massenverkehrsmittel).

Hinsichtlich der organisatorischen Struktur wurde anfänglich das amerikanische Modell untersucht, da auch in den USA die Bewegung der Fahrentgeltverweigerer mit dem Motto „Ich bezahle nicht“ imposante Ausmaße erreicht hatte. Hier wurde das Problem durch den Einsatz privater Sicherheitsbeamten in den Bussen angegangen, die jedoch der Aufsicht eines kleinen behördlichen Corps unterstehen.

Anschließend wurde auch die Praxis in anderen europäischen Staaten in Betracht gezogen und festgestellt, dass hier ebenfalls gemischte Einheiten behördlicher und privater Kontrolleure eingesetzt werden. Schließlich wurde mit einigen Modifikationen das europäische Modell für die organisatorische Struktur der griechischen „Rambo-Truppe“ herangezogen, die laut dem Generalsekretär des Verkehrsministeriums Haris Tsiokas ab dem 01. April 2011 einsatzbereit sein wird.

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