Rechtsanwälte in Griechenland setzen Ausstand fort

27. Januar 2011 / Aktualisiert: 31. Januar 2011 / Aufrufe: 424

Die Rechtsanwälte von 41 Rechtsanwaltskammern in Griechenland setzen ihren Ausstand bis zum vierten Februar 2011 fort und bleiben ihren Aufgaben fern.

41 der insgesamt 63 Rechtsanwaltskammern in Griechenland beschlossen bei einer Sitzung der Kammerpräsidenten die Fortsetzung des Ausstandes der bei diesen Kammern zugelassenen Rechtsanwälte bis zum 04. Februar 2011. Die Vertreter der übrigen 22 Anwaltskammern – darunter auch der von Athen – blieben der Sitzung fern.

Die griechischen Rechtsanwälte waren aus Protest gegen die geplante Liberalisierung ihres Berufsstands bereits wiederholt ihren Aufgaben ferngeblieben, wobei sich allerdings nicht immer alle Kammern an den Ausständen beteiligten. Dem aktuellen Beschluss zur Fortsetzung der Protestaktionen schlossen sich folgende Anwaltskammern an: Ägio, Alexandroupolis, Arta, Veria, Volos, Giannitsa, Grevena, Gythio, Drama, Edessa, Evrytania, Thessaloniki, Theben, Ioannina, Kavala, Kalamata, Karditsa, Kastoria, Katerini, Kilkis, Korinth, Kos, Lamia, Larisa, Lasithio, Lefkada, Mytilini, Naxos, Xanthi, Orestiada, Patras, Rethymnos, Rodopi, Serres, Süarta, Syros, Trikala, Florina, Chalkida, Chalkidiki und Chios.

Laut der Tageszeitung Ethnos wurde der Präsident der Anwaltskammer Thessaloniki M. Lamtzidis bevollmächtigt, die nötigen Schritte einzuleiten um von der Regierung eine Verlängerung der Beratung über den Gesetzentwurf zur Liberalisierung des Anwaltsberufs und die Abänderung etlicher Regelungen zu verlangen. Das Plenum der Kammerpräsidenten wird am 05. Februar 2011 erneut zusammentreten und über seine weitere Haltung entscheiden.

Jedenfalls ist sichtbar geworden, dass sich die griechischen Rechtsanwaltskammern in zwei Lager gespalten haben und die Maßnahmen auf jeweils unterschiedliche Weise bewerten. Wie sich zeigt widersetzen sich der Liberalisierung ihres Berufsstands mehr die provinziellen Anwaltskammern, da sie eine Beeinträchtigung ihrer Interessen durch das Eindringen großer Anwaltskanzleien aus Athen und anderen großen Ballungszentren in ihre Bezirke befürchten.

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