Anstieg der Benzinpreise in Griechenland um 50 Prozent im Jahr 2010

7. Januar 2011 / Aufrufe: 1.401

Im Lauf des Jahres 2010 stiegen in Griechenland die Benzinpreise um rund 50 Prozent, was zu einem rapiden Einbruch der Umsätze im Treibstoffhandel geführt hat.

Laut der Jahresauswertung der Preiserhebungen des Ministeriums für Umwelt stieg in Griechenland im Jahr 2010 der durchschnittliche Preis für einfaches bleifreies Benzin um mehr als 50 Cent bzw. rund 50% an. Konkret erhöhte sich – immer auf den statistischen Durchschnittspreis für einfaches Bleifrei bezogen – der Verbraucherendpreis um 51,7 Cent pro Liter, wozu im Wesentlichen die wiederholten drastischen Steuerhöhungen mit insgesamt rund 38 Cent pro Liter und der Anstieg der internationalen Treibstoffpreise mit weiteren 10 Cent pro Liter beitrugen.

Gemäß der Preiserhebung des Ministeriums belief sich am 31. Dezember 2009 der ermittelte Durchschnittspreis auf 1,076 Euro pro Liter einfaches Bleifrei, während am 31. Dezember 2011 der Durchschnittspreis bereits 1,593 Euro pro Liter betrug und regionale Höchstpreise von bis zu knapp 1,80 Euro verzeichnet wurden. Im Lauf des Jahres 2010 …

  • wurden die Verbrauchssteuern (Benzinsteuer / Mineralösteuer) von 41 Cent auf 67 Cent pro Liter angehoben (Erhöhung von 26 Cent / Liter),
  • erhöhte sich der Mehrwertsteueranteil von 15,2% auf 27,5% (Erhöhung von 12,4 Cent pro Liter),
  • stiegen die Abgabepreise der griechischen Raffinerien um 10,1 Cent pro Liter, was dem Anstieg der internationalen Marktpreise und dem Kursverfall des Euro gegenüber dem US-Dollar zugeschrieben wird.

Was die Handelsspannen betrifft, erhöhte der Groß- und Zwischenhandel die durchschnittliche Brutto-Gewinnspanne von 7,2 Cent auf 7,5 Cent pro Liter, während im Einzelhandel bzw. an den Tankstellen die durchschnittliche Gewinnspanne von 5,4 Cent auf 4,6 Cent pro Liter sank.

Der hauptsächlich auf den rapiden Anstieg der Benzinpreise zurückgeführte Umsatzrückgang erreichte in dem Zeitraum Januar – Oktober 2010 laut dem nationalen Amt für Statistik 8,3%, wogegen in Marktkreisen der wirkliche Umsatzrückgang auf 20 – 30 Prozent geschätzt wird.

Infolge der kontinuierlich sinkenden Nachfrage stellten im Jahr 2010 in ganz Griechenland mehr als 1.000 Tankstellen den Betrieb vorläufig oder endgültig ein. Aufgrund der düsteren Aussichten gilt als gegeben, dass sich diese Entwicklung im Jahr 2011 fortsetzen wird und auf dem allgemeinen Sektor des Treibstoffhandels nicht nur im Einzelhandel (Tankstellen), sondern auch im Groß- und Zwischenhandel mit Betriebsaufgaben und Schließungen zu rechnen ist.

  1. 11. Januar 2011, 11:05 | #1

    Da der Staatshaushalt von Griechenland immens große Löcher aufweist, sieht man sich somit gezwungen, durch Benzin und andere wichtigen Güter, Steuern einzunehmen. Die Bürger von Griechenland müssen außer sich sein.

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