Finanzministerium in Griechenland stellt Steuerschuldnern Ultimatum

3. Dezember 2010 / Aufrufe: 550

Das Finanzministerium in Griechenland stellt Steuerschuldnern ein Zahlungsultimatum und droht mit vorrangig betriebenen Zwangsvollstreckungen in Immobilienvermögen.

Konkret machte das griechische Finanzministerium im Rahmen einer gezielten Recherche säumige Schuldner aus, die einerseits dem Fiskus mehr oder weniger erhebliche Beträge schulden und andererseits Immobilien in den „teuren“ Vorstadtbezirken von Athen (Ekali, Nea Erythrea, Filothei, Paleo Psychiko, Voula, Vouliagmeni) und Thessaloniki (Panorama, Kalamaria) besitzen. Derzeit benachrichtigt das Finanzministerium schriftlich die säumigen Zahler, die dem Fiskus mehr als 10.000 Euro schulden, und setzt ihnen eine Frist bis zum 15. Dezember 2010. Falls bis zu diesem Stichtag die fällig gestellte Schuld nicht beglichen oder zumindest eine Vereinbarung über eine Abzahlung in Raten getroffen worden ist, will das Ministerium vorrangige Vollstreckungsmaßnahmen gegen säumigen Schuldner einleiten und insbesondere auch zu Pfändung und Zwangsversteigerung ihres Immobilienvermögens schreiten.

Die Daten kamen durch eine von der Datenverarbeitungszentrale des Finanzministeriums angestellte Recherche der Vermögensverhältnisse solcher Schuldner zutage, die Häuser oder / und Grundstücke in ausgewählten teuren Wohngebieten mit Zonen- bzw. Quadratmeterpreisen von über 2.500 Euro besitzen und parallel dem Fiskus fällig gestellte Zahlungen in Höhe von 1.000 Euro oder mehr schulden. In bezug auf insgesamt 792 Steuerpflichtige ergab die Recherche Folgendes:

  • 304 Schuldner / Besitzer von Immobilien in Filothei und Paleo Psychiko mit fälligen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 4,5 Millionen Euro und Immobilienvermögen im Wert von insgesamt 454,1 Millionen Euro.
  • 148 Schuldner / Besitzer von Immobilien in Ekali und Nea Erythrea mit fälligen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 3,6 Millionen Euro und Immobilienvermögen im Wert von insgesamt 222,7 Millionen Euro.
  • 245 Schuldner / Besitzer von Immobilien in Voula und Vouliagmeni mit fälligen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 3,4 Millionen Euro und Immobilienvermögen im Wert von insgesamt 350 Millionen Euro.
  • 75 Schuldner / Besitzer von Immobilien in Panorama und Kalamaria mit fälligen Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 3,4 Millionen Euro und Immobilienvermögen im Wert von insgesamt 350 Millionen Euro.

Zusätzlich verglich die Datenverarbeitungszentrale die intern geführte Apotheken-Datenbank mit dem Verzeichnis der Schuldner fällig gestellter Verbindlichkeiten. Diese Recherche ergab 235 Schuldner mit festgestellten Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 5,9 Millionen Euro, davon 4,1 Millionen fällig.

Den in Verzug befindlichen Schuldnern waren Aufforderungen zugestellt worden, die fälligen Verbindlichkeiten bis zum 18. November 2010 zu begleichen oder zu regulieren. Mit Ablauf dieser Frist hatten 122 säumige Schuldner ihre fällig gestellten Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt 400.000 Euro beglichen, weitere 50 schritten zu Ratenzahlungsvereinbarungen über anfängliche Beträge in Höhe von insgesamt 800.000 Euro, wobei für die jeweils erste Rate insgesamt 100.000 Euro entrichtet wurden. Gegen die übrigen in Verzug befindlichen Schuldner, die der Zahlungsaufforderung nicht nachgekommen waren, werden vorrangige Zwangsmaßnahmen eingeleitet.

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