Turbulenzen bei Benzinpreisen und Treibstoffversorgung in Griechenland

13. September 2010 / Aktualisiert: 17. September 2010 / Aufrufe: 354

Die Ankündigung erneuter Protestaktionen der Last- und Tankwagenbesitzer in Griechenland führte wieder zu Turbulenzen bei der Treibstoffversorgung.

Die am vergangenen Wochenende (11./12. September 2010) angekündigte Fortsetzung der Protestaktionen der staatlich lizenzierten Last- und Tankwagenbesitzer gegen die geplante Liberalisierung des Transportwesens in Griechenland bewirkte prompt einen Ansturm der Konsumenten auf die Tankstellen. Obwohl sich im Rahmen der bisherigen Aktionen keine nennenswerten Versorgungsengpässe abzeichneten, sputeten sich in Erinnerung an die Versorgungsengpässe des vergangenen Monats zahllose Verbraucher, vorsichtshalber noch einmal vollzutanken – und legten damit prompt etliche Tankstellen „trocken“.

In Reaktion der auf die infolge des Ansturms auf die Tankstellen beobachteten willkürlichen Erhöhungen der Benzinpreise verfügten die zuständigen griechischen Ministerien kaum minder willkürlich ermittelte Höchstpreise, was wiederum dazu führte, dass noch mehr Tankstellen den Verkauf einstellten, weil die strafbewehrt (!) verfügten Höchstpreise zum Teil sogar noch unter den dokumentierten Einstandspreisen lagen.

Bezeichnenderweise gelten die verfügten Höchstpreise nur für den Einzelhandel (sprich die Tankstellen), jedoch nicht für den Großhandel (sprich die Raffinerien bzw. Zwischenhändler). Es darf also guten Gewissens unterstellt werden, dass abgesehen von den Konsumenten wieder einmal die griechische Regierung in höllische Panik geraten ist … .

Nachtrag:

Mit Wirkung ab Donnerstag (16. September 2010 / 0:00 Uhr) wurde die angeordnete Preiskontrolle annulliert, zumal es inzwischen seitens der Raffinerien und des Zwischenhandels zu empfindlichen Preiserhöhungen kam, welche die Hals über Kopf verodneten „Höchstpreise“ ad absurdum führten.

Es bleibt jedoch ein bitterer Beigeschmack der letztendlich bestätigt, dass sich die griechische Regierung unter dem Druck der „Troika“ (= IWF, EZB, EU) zunehmend – sei es auch bis auf weiteres selektiv – mehr oder weniger unverblümt darauf konzentrieren wird, auf welche Weise auch immer privates und unternehmerisches Vermögen zu konfiszieren. Abgesehen von den zahllosen aus Griechenland in benachbarte EU-Staaten oder gleich nach Fernost abgewanderten mittelständischen Unternehmen haben sich inzwischen selbst finanzstarke internationale Konzerne, die derartige Entwicklungen in der Regel relativ unbeschadet „auszusitzen“ vermögen, aus Griechenland zurückgezogen oder zumindest diese Absicht bekundet.

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