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Preiskampf bei Zigaretten in Griechenland

12. August 2010 / Aktualisiert: 31. August 2010 / Aufrufe: 2.017

Der Zug der Philip Morris, in Griechenland ein Kleinpaket Marlboro für 3 Euro auf den Markt zu bringen, gilt als casus belli für die Konkurrenten, die entsprechend reagieren wollen.

Die rigorose Erhöhung der Zigarettensteuer in Griechenland hat etliche Konsumenten offensichtlich dazu bewegt, auf billigere Marken umzusteigen oder / und den Konsum einzuschränken: nach den letzten Steuermaßnahmen verzeichnete die Branche erneute Umsatzrückgänge von bis zu 20 Prozent.

Einerseits würde die Tabakindustrie den Preis für ein Paket Zigaretten gerne über 4 Euro halten, um auch weiterhin zufriedenstellende Gewinne zu erzielen, was sinngemäß ebenfalls für den Groß und Einzelhandel gilt. Andererseits scheinen jedoch auf dem griechischen Markt aufgrund der tiefen Rezession einfach keine weiteren Preiserhöhungen durchsetzbar zu sein.

Was das Steueraufkommen betrifft, nahm der griechische Staat im Juli 2009 noch 272,1 Millionen Euro aus der Zigarettensteuer ein, im Juli 2010 dagegen trotz der widerholten Erhöhungen der Verbrauchssteuern nur 133,7 Millionen Euro – was einem Rückgang von über 50% entspricht.

Nachdem die Philip Morris ein Mini-Paket Marlboro für 3 Euro auf den Markt gebracht und damit einen Preiskrieg eingeläutet hat, scheinen auch die übrigen Anbieter Preise bei 3 Euro pro Päckchen Zigaretten anzustreben, um ihre bisherigen Marktanteile zu halten oder eventuell sogar zu erhöhen. Der zweitgrößte Anbieter, nämlich die British American Tobacco mit einer umfangreichen Palette diverser Marken, senkte in Reaktion auf den Zug der Philip Morris den Preis der Marke Prince von bisher 3,80 Euro auf 3,00 Euro pro Päckchen. Die selbe Strategie wurde ebenfalls für Stuyvesant verfolgt (25 Zigaretten für 3,00 Euro), und das 25-er Päckchen Pall Mall wird bereits für 2,90 Euro auf dem griechischen Markt angeboten (inzwischen wurde allerdings auch ein Päckchen mit 28 Zigaretten für 3,50 Euro in Umlauf gebracht). Entsprechende Schritte werden auch von Seite der Japan Tobacco International erwartet, die unter anderem mit den Marken Camel, Winston und Silk Cut auf dem Markt vertreten ist.

Laut einschlägigen Informationen soll geplant sein, die Preise für einen beschränkten Zeitraum auf 3 Euro pro Päckchen zu senken und dann später wieder auf 3,80 Euro zu erhöhen. Der Großhandel ist bereits mit den entsprechend billiger ausgezeichneten Zigaretten versorgt worden – wobei allerdings fraglich bleibt, ob und in welchem Umfang diese Partien wirklich in den Einzelhandel kommen werden, weil die Gewinnspanne der Endverkäufer erheblich schrumpfen würde. Dazu sei angemerkt, dass die Kiosk-Besitzer schon nach der ersten Erhöhung der Tabaksteuer in Griechenland den Hersteller Papastratos wegen der geringen Einzelhandelsspanne seiner Zigaretten vorübergehend boykottiert hatten.

Abgesehen von der Tabakindustrie, die bei Preisen von 3 Euro pro Päckchen Zigaretten nah an der Kostengrenze agiert, und den Groß- und Einzelhändlern, die ebenfalls ihre Gewinnspannen schwinden sehen, sieht sich jedoch auch das griechische Finanzministerium mit einem ernsten Problem konfrontiert. Der Beschluss der British Tobacco, ihre Preise auf 3 Euro pro Päckchen zu senken, mindert die Einnahmen des Fiskus um 62 Cent pro Päckchen: während sich bei einem Preis von 3,80 Euro die Abgaben auf 3,21 Euro belaufen, erhält der Staat bei einem Preis von 3 Euro nur noch 2,59 Euro.

Der größte Verlierer der von Anfang an hart kritisierten Steuerpolitik der griechischen Regierung ist in diesem Fall also der Finanzminister, da das Finanzministerium zwar den Steuersatz der Tabaksteuer festlegen kann, der Endverkaufspreis der Zigaretten jedoch von der Tabakindustrie bestimmt wird.

Insgesamt gesehen nahm der griechische Staat im Jahr 2009 ungefähr 2,5 Milliarden Euro aus der Tabaksteuer ein. Für das Jahr 2010 sollte mittels der drastischen Steuererhöhungen das Aufkommen aus der Tabaksteuer auf wenigstens 3,3 Milliarden Euro steigen. Dieses Steuerziel erweist sich jedoch inzwischen schon allein nur aufgrund des Umsatzrückgangs als völlig utopisch und wird nun durch die unerwarteten Preissenkungen seitens der Tabakindustrie noch nachhaltiger in Frage gestellt.

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