Kreuzfahrtschiffe meiden Hafen Piräus in Griechenland

26. Juni 2010 / Aufrufe: 527

Wegen der andauernden und oft unangekündigten Streiks der Hafenarbeiter und Aktionen der Aktivisten der PAME im Hafen von Piräus laufen die Kreuzfahrer zunehmend andere Häfen in Griechenland an.

Nach den wiederholten Episoden insbesondere in Zusammenhang mit dem unter maltesischer Flagge registrierten Kreuzfahrtschiff Zenith, welches zum Symbol für die Strapazen wurde, bewerben laut einem Artikel der Zeitung TA NEA die Reiseagenturen inzwischen nicht mehr den Zwischenstopp im Hafen von Piräus und einen Besuch der Akropolis, sondern einen Landgang im Hafen von Katakolon und eine Führung im antiken Olympia. Dies hat zum Ergebnis, dass der bereits vor einiger Zeit aufgewertete Hafen des Ortes Katakolon im Nordwesten der Peleponnes einen wachsenden Zustrom erlebt. In Piräus und Athen wird dagegen der anteilmäßig höchste Rückgang bei den Ankünften ausländischer Touristen, aber auch den Einnahmen während der ersten fünf Monate des Jahres 2010 verzeichnet.

Die Daten über den touristischen Verkehr bis Ende Mai 2010 zeigen im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres einen Rückgang des Devisenzuflusses in einer Größenordnung von 7,8%. Die Verluste für Athen sind laut den Hoteliers erheblich höher und übersteigen 10%. Insider erachten die Daten für das weitere noch nicht als  entmutigend und nehmen an, dass die Einnahmen höher ausgefallen wären, „wenn es nicht die Übertreibungen mit dem Kreuzfahrtschiff Zenith gegeben hätte„. Sie führen sogar an, dass wegen des Kursverlustes des Euro in Höhe von 17% seit Beginn des Jahres gegenüber dem US-Dollar das Produkt preiswerter wird und im weiteren Verlauf vielleicht doch noch mehr Devisen in das Land fließen werden.

Der Generalsekretär für Tourismus G. Poussäos, der die unlängst stattgefundenen Episoden im Hafen von Piräus verurteilte, bezeichnet die von der Kabotage auferlegten Beschränkungen als „Wall“ in der Entwicklung des Kreuzfahrtsektors und findet, dass die Tourismus-Politik dem marinen Tourismus mittels Nutzung der bestehenden und Schaffung neuer Häfen absoluten Vorrang  geben muss, damit mehr und größere Kreuzfahrtschiffe möglichst viele Ziele in Griechenland anlaufen können.

Der Generalsekretär erachtet ebenfalls, dass gleichzeitig die Infrastrukturen für Wassersport entwickelt werden müssen und notierte, dass es 1997 in Griechenland 30 Kreuzfahrtschiffe unter griechischer Flagge gab, während heute nur noch vier Schiffe griechisch-zypriotischer Interessen verblieben sind.

In seinem Vortrag auf einer Tagung auf der Insel Kos betonte G. Poussäos besonders den „großen Markt der Kreuzfahrten“ und merkte an, dass die Schätzungen „die Kreuzfahrt-Passagiere in Europa auf fünf Millionen bis Ende 2012 hochrechnen. Griechenland muss dieser steigenden Tendenz folgen, zumal damit gerechnet wird, dass die Aufhebung der Kabotage dem Land Einkünfte von jährlich mehreren hundert Millionen Euro bescheren wird.“ Ebenfalls kündigte er die „Förderung aus dem Programm des NSRP (griechisch: ESPA, siehe Nationaler Strategischer Rahmenplan Griechenland) der Tagesfahrten mittels Schaffung eines geeigneten gesetzlichen Rahmens und erstmalig der Finanzierung der Modernisierungskosten für Schiffe“ mit dem Ziel der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit an.

Katakolon erwartet 2010 über 360 Schiffe und 900.000 Touristen

Für den Zeitraum 15. März – 15. November 2010 haben ungefähr 360 Kreuzfahrtschiffe einen Zwischenstopp in Katakolon  geplant, was im Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme von 20% entspricht. Wie der Vorsitzende der Hafenkasse des Hafens Katakolon D. Apostolopoulos anmerkte, wird in diesem Jahr damit gerechnet, dass die Anzahl der Passagiere der Kreuzfahrtschiffe 900.000 übersteigen wird (2009 waren es 740.000). Es finden auch außerplanmäßige Fahrten statt, deren Anzahl jedoch nicht 3 – 4 im Monat übersteigt.

Das höchste Verkehrsaufkommen ist in den Monaten Mai und Oktober zu verzeichnen, wobei für 15% der Passagiere der Hafen Katakolon der einzige in Griechenland besuchte Zielort ist. Andererseits waren 35% schon einmal in Griechenland, jedoch anderen Kreuzfahrtrouten gefolgt. Der Aufenthalt der Schiffe dauert im Durchschnitt 7 Stunden, und in diesem Zeitraum besuchen die Passagiere (Italiener, Spanier, Deutsche, Franzosen) das antike Olympia oder die nahegelegenen Strände. Ebenfalls bleiben von den für 2009 insgesamt rund 180.000 veranschlagten Besatzungsmitgliedern etwa 36.000 Personen des Personals in Katakolon und kaufen in den lokalen Geschäften ein.

D. Apostolopoulos wies allerdings auch auf Mängel bei der Infrastruktur des Hafens und die fehlende Synchronisation bei den Ankunftszeiten der Kreuzfahrtschiffe und dem Fahrplan der Züge, welche die Besucher zu der antiken Stätte von Olympia bringen, aber auch den Öffnungszeiten des Museums hin.

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