Installation und Betrieb von PV-Anlagen in Griechenland

22. Juni 2010 / Aktualisiert: 10. Dezember 2013 / Aufrufe: 1.437

Das neue Gesetz zur Forcierung der Nutzung erneuerbarer Energiequellen soll insbesondere auch ausländischen Investoren die Realisierung von PV-Projekten in Griechenland erleichtern.

Das in Griechenland kürzlich publizierte Gesetz 3851/2010 zur „Beschleunigung der Ausweitung der Erneuerbaren Energiequellen zur Bekämpfung des Klimawandels“ enthält etliche Änderungen, die sich im Gegensatz zu dem bisher geltenden Gesetz N. 3468/2006 über „Erzeugung elektrischer Energie aus regenerativen Energiequellen … als betont investorenfreundlich darstellen. Die griechische Regierung verdeutlicht mit dem neuen Gesetz die Absicht zur primären Förderung des Wirtschaftssektors der Erneuerbaren Energien.

Für die Produktion elektrischer Energie aus regenerativen Energiequellen ist in Griechenland nach wie vor eine Erzeugerlizenz erforderlich, die jedoch gemäß der neuen Gesetzgebung fortan direkt von der Energie-Regulierungsbehörde RAE erteilt wird. Außerdem wurden die Bearbeitungszeiten für die Genehmigungsverfahren erheblich gestrafft: Die RAE ist nunmehr verpflichtet, die Erfüllung der Kriterien und der Voraussetzungen für die Erteilung der Genehmigung innerhalb von 2 Monaten ab der Einreichung des Antrags zu überprüfen.

Verfahren zur Installation einer PV-Anlage in Griechenland im Überblick

Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von bis zu 1 MW unterliegen gemäß der neuen Gesetzgebung einem vereinfachten Genehmigungsverfahren und sind damit von dem deutlich aufwändigeren regulären Verfahren der Lizenzerteilung ausgenommen.

Nach Abwicklung des Genehmigungsverfahren ist innerhalb von 30 Monaten die sogenannte Installationsgenehmigung einzuholen, für deren Erteilung der Generalsekretär der jeweiligen Peripherie zuständig ist. Diese Installationsgenehmigung ist nach wie vor für 2 Jahre gültig.

Weiter sind nach Erteilung der Produktionslizenz einzuholen:

  1. Angebot für den Anschluss an das Verbund- oder lokale Stromversorgungsnetz.
  2. Der Bescheid bezüglich der Umweltverträglichkeit (EPO).
  3. Eine Genehmigung des zuständigen Fortsamtes (sofern erforderlich).

Das Anschlussangebot wird innerhalb von 4 Monaten ab Antragstellung von der DESMIE unterbreitet. Ebenso hat innerhalb von 4 Monaten ab Einreichung einer vollumfänglichen Akte der Bescheid über die Umweltverträglichkeit zu ergehen, wobei das Verfahren zur Erteilung des Bescheides über die Umweltverträglichkeit (EPO / griechisch: ΕΠΟ = Έγκριση Περιβαλλοντικών Όρων) nunmehr im Rahmen des Verfahrens zur Erteilung der Installationsgenehmigung durchgeführt wird.

Die Betriebsgenehmigung ist innerhalb einer exklusiven Frist von 20 Tagen zu erteilen und hat bei PV-Anlagen eine Gültigkeitsdauer von 20 Jahren. Für Photovoltaik-Anlagen, die von dem regulären Genehmigungsverfahren befreit sind, wird weder eine Installationsgenehmigung noch eine Betriebsgenehmigung benötigt. Der Vertrag mit dem Netzbetreiber über den Verkauf der erzeugten elektrischen Energie gilt in jedem Fall für die Dauer von 20 Jahren.

Weiterführende Quellen:

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