Tote und Verletzte bei Krawallen in Athen in Griechenland

5. Mai 2010 / Aktualisiert: 06. Mai 2010 / Aufrufe: 417

Am 05. Mai 2010 verloren in einer von vermummten Randalierern in Brand gesetzten Filiale der Marfin Egnatia Bank in Athen in Griechenland drei Bankangestellte ihr Leben.

Die Tragödie nahm ihren Lauf, als am Mittag des Mittwoch (05.05.2010) Demonstranten darauf aufmerksam wurden, dass in der Fiale der Marfin Egnatia Bank an der Straße Stadiou im Zentrum von Athen trotz der allgemeinen Protestkundgebungen gearbeitet wurde, woraufhin die Demonstranten die Bankangestellten mit Parolen zu beschimpfen und Steine zu werfen begannen. Laut Augenzeugenberichten warfen drei vermummte Randalierer erst die Scheiben der Bank ein und dann einen Behälter mit Benzin und mehrere Molotowcocktails in die im Erdgeschoss liegenden Geschäftsräume.

Einigen Angestellten gelang in letzter Sekunde die Flucht aus dem Gebäude, den übrigen wurde jedoch von der sich schnell ausbreitenden Feuerfront der Weg abgeschnitten. Informationen zufolge soll außerdem die Tür der Bank wegen der Protestzüge abgeschlossen gewesen sein und sich trotz des ausbreitenden Feuers nicht geöffnet haben. Weiter wurden die Fahrzeuge der Feuerwehr zum Teil von Demonstranten behindert und trafen mit erheblicher Verspätung ein. Mehrere Personen konnten schließlich über die oberen Etagen des brennenden Gebäudes gerettet werden. Zwei Männer sprangen auf ein benachbartes Gebäude über, einer von Ihnen stürzte ab und wurde erheblich verletzt. Für einen Mann und zwei Frauen kam dagegen jede Hilfe zu spät, sie wurden erstickt im inneren des Gebäude aufgefunden. Laut bisher unbestätigten Informationen war eine der beiden jungen Frauen schwanger.

Zum Teil große Schäden durch gelegte Brände wurden an dem Verwaltungsgebäude der Präfektur Athen, einem von einer Dienststelle des Wirtschaftsministerium genutzten Gebäude in der Straße Amalias und einem weiteren Gebäude an der Straße Syggrou verursacht. Der Umfang der im Rahmen der Demonstrationen an sonstigen öffentlichen Einrichtungen im Zentrum von Athen, aber auch durch Brandstiftung an Fahrzeugen und Vandalismus und Plünderung in Geschäften angerichteten Sachschäden ist derzeit noch unbekannt.

Zu nachhaltigen Zusammenstößen zwischen Einsatztruppen der Polizei und Demonstranten und Randalierern kam es vor dem Parlamentsgebäudes, wobei sich nicht nur die üblichen „Krawallos“, sondern insbesondere organisierte Rechtsradikale der Organisation „Chrysi Avgi“ hervortaten. Berichten zufolge soll sich eine Gruppe der Rechtsradikalen unter den Demonstrationszug der PAME gemischt haben um die übrigen Demonstranten zu Ausschreitungen zu provozieren.

Schätzungen zufolge haben in Athen wenigstens 200.000 Menschen an den im großen und ganzen friedlichen Demonstrationszügen teilgenommen. Bei den im Umfeld der Demonstrationen verursachten Unruhen wurden wenigstens rund fünfzig Demonstranten, Polizisten und Randalierer verletzt. Die Polizei schritt zu zahlreichen Festnahmen.

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