Kassen in Griechenland zahlen keine rezeptfreien Medikamente mehr

20. Mai 2010 / Aufrufe: 978

Die Krankenkassen in Griechenland tragen ab sofort keinerlei Kosten mehr für Medikamente, die nicht der gesetzlichen Rezeptpflicht unterliegen.

Wie die Generalsekretärin für Sozialversicherung A. Dretta in einem Schreiben an die zuständigen Träger bekannt gab, dürfen die griechischen Krankenkassen mit sofortiger Wirkung ab Donnerstag, dem 20. Mai 2010 nicht mehr die Kosten für rezeptfreie Medikamente übernehmen – und zwar auch dann nicht, wenn solche Medikamente explizit verschrieben werden. Die Versicherungsträger wollen auf diese Weise jährlich wenigstens 300 Millionen Euro einsparen.

In einer Sendung der Radiostation VIMA 99,5 erklärte allerdings der Vorsitzende des Athener Apothekerverbandes, dass es derzeit keinen Medikamenten-Katalog zur Umsetzung der neuen Regelung gebe. Parallel vermeldete er auch die Praxis gewisser Unternehmen, die (obligatorischen) Coupons auf den Verpackungen bestimmter Medikamente auszutauschen, damit diese unter die Kategorie der verschreibungspflichtigen Medikamente fallen.

Laut einem Artikel in der griechischen Tageszeitung TO VIMA betrifft die Maßnahme „253 alltägliche Medikamente“ wie Schmerzmittel, fiebersenkende Präparate, Säureblocker, Antiallergika, (Husten-) Säfte und Salben, für deren Verschreibung die Krankenkassen im Jahr 2009 mit insgesamt rund 300 Millionen belastet worden sind. Zu dieser Kategorie zählen unter anderem bekannte Medikamente und Präparate wie Aspirin, Depon, Ρanadol, Salospir, Αpotel, Βisolvon, Fenistil, Lonarid, Μaalox und Simeco.

Ab sofort müssen folglich alle Versicherten einschließlich der Rentner die in die Kategorie der rezeptfreien Medikamente fallenden Präparate ausnahmslos und unabhängig von den Kosten selbst dann aus eigener Tasche zahlen, wenn ihnen solche Medikamente im Rahmen einer Therapie ärztlich verschrieben werden.

Obwohl der Beschluss der Zentralstelle für Sozialversicherung mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt, ist laut dem Zeitungsbericht die Liste mit den Bezeichnungen der betroffenen Präparate nicht verfügbar, weil sie sich noch … auf dem Weg zum Gesundheitsministerium befinde. Nach Informationen wird die Liste auf einem älteren Katalog basieren, der von dem Nationalen Organismus für Pharmazeutika (EOF) bereits im Jahr 2006 erstellt worden ist und im September 2009 aktualisiert wurde.

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