Gythio auf der Peloponnes in Griechenland erstickt im Müll

16. Mai 2010 / Aktualisiert: 26. Juni 2010 / Aufrufe: 2.284

In Gythio auf der Halbinsel Peloponnes in Griechenland stinkt es seit Jahren im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel: das beliebte Fremdenverkehrsgebiet erstickt in Abfall und Müll.

Das malerische Hafenstädtchen Gythio auf dem mittleren Südausläufer der griechischen Halbinsel Peloponnes liegt in einem landschaftlich sehr attraktiven Fremdenverkehrsgebiet und stellt ein beliebtes Urlaubsziel zahlreicher einheimischer und ausländischer Touristen dar. Schon allein unter diesem Aspekt sollte es selbstverständlich sein, dass der ordnungsgemäßen Abfallbeseitigung und Abwasserentsorgung höchste Priorität zugemessen wird.

Griechenland verstößt allerdings nach wie vor und auf breiter Basis nachhaltig gegen die einschlägige Verordnungen des Europäischen Parlaments und des Rates über die Verbringung von Abfällen, und abgesehen von der Verhängung hoher Bußgelder hat die EU leider keine Handhabe, die Umsetzung und Einhaltung der Vorschriften zu erzwingen.

Die in der Stadtgemeinde Gythio bezüglich der Abwasserentsorgung und Müllbeseitigung herrschenden Zustände stellen somit bedauerlicherweise keine Ausnahme, sondern eher ein stellvertretendes Beispiel für die vielerorts anzutreffenden Missstände in Griechenland dar. In Gythio gibt es keinerlei Abfall-Bewirtschaftungspläne und keinen Ort noch Plan für eine konkrete (sei es auch illegale) Fest-Deponie, geschweige denn für Maßnahmen zur Abfallvermeidung oder gar ein Abfall-Recyclingsystem.

Die Einwohner von Gythio sind rat- und machtlos. Unzählige Anzeigen bei Staatsanwaltschaft und Ministerien konnten eben so wenig etwas bewirken wie Petitionen und Demonstrationen. Auch in diesem Jahr werden folglich nicht zuletzt wieder tausende einheimische und ausländische Touristen mit der sich seit Jahren kontinuierlich zuspitzenden Misere konfrontiert werden, von deren Ausmaß das nachstehende Video einen Eindruck zu vermitteln versucht.

httpv://www.youtube.com/watch?v=DOAawYPO5lw

  1. 18. Mai 2010, 07:34 | #1

    Das ist das Schlimmste, was ich je gesehen habe. Mich befällt eine Ohnmacht, wenn ich an diese Mentalität der Bürger und Bürgerinnen samt Kindern denke, die wahrscheinlich in einer Verpflechtung von Vetternwirtschaften leben, die aktives, sinnvolles Handeln völlig unmöglich macht. Mein tiefes Mitgefühl gilt solchen grausigen Lebensumständen.

  2. rania
    30. Mai 2010, 22:03 | #2

    als ich das letzte mal dort war habe ich nur die hauptstraße besucht. glaube das war 2005. aber so viel müll habe ich noch nie gesehen. müll ist dort leider „normal“. wenn was neben der straße liegt oder genauso viel müll neben der mülltonne, wie dort drin ist, geht das niemanden an. einfach traurig was aus dem land der philosophen geworden ist………..

  3. Karin Aevazoglou.
    12. Dezember 2010, 23:39 | #3

    So wie dort sieht es fast überall in Griechenland aus. Ich Lebe dort 6 Monate im Jahr in Chalkidiki. Im Sommer 2010 gab es dort einen Vorfall vor meiner Tür. Ein Toter Hund wurde dort in eine Mülltonne endsorgt. Die Müllmänner waren wieder mal am Streiken. Der Gestank war bestialisch. Kein Bitten an die Behörde oder auch beim Gesundheitsamt haben geholfen. Wir konnten tagelang keine Fenster oder Türen öffnen.

  4. Leo
    30. April 2012, 17:22 | #4

    Seit der neue Bürgermeister Petros Andreakos die Geschicke der neuen Großgemeinde
    „Anatoliki Mani“ übernommen hat, wurde die Müllentsorgung schlagartig verbessert.
    Der Müll wird – je nach Anfall – täglich abgefahren, es wurden zusätzliche Behälter für
    reciclebare Abfälle aufgestellt und auch die Sauberkeit der Stadt und des Umlandes hat
    sich sichtbar verbessert. Sicher hat das gesamte System noch nicht „deutsche“ Qualität, doch
    für griechische Verhältnisse ist das „Neue Gythio“ ein positives Musterbeispiel. Wenn hin und
    wieder doch noch Abfalltüten „wild“ herumliegen, so trägt hierfür nicht die Gemeinde die
    Verantwortung, sondern „schweinische“ Bürger, bei denen Hopfen und Malz veerloren scheint.

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