Diakon in Griechenland wegen illegalen Reliquienhandels verhaftet

24. Mai 2010 / Aktualisiert: 26. Mai 2010 / Aufrufe: 271

Ein Diakon der nordgriechischen Kirchenprovinz / Erzdiözese Sidirokastro und ein Schweizer wurden in Griechenland wegen illegalen Reliquienhandels festgenommen.

Die Polizei schritt zur Festnahme des 24-jährigen Diakons der Erzdiözese (griechisch: Mitropolis) Sidirokastro in Nordgriechenland und eines in Deutschland ansässigen 34-jährigen schweizerischen Staatsbürgers, nachdem im Flughafen Thessaloniki bei einer Durchsuchung des Gepäcks des Schweizers ungefähr 200 Gebeinstücke, 3 Totenschädel und ein silberner Reliquienbehälter gefunden worden waren.

Die Untersuchung der beschlagnahmten Gebeine bestätigte, dass diese gut erhalten und mit Myrrhe aromatisiert sind und auf jedem Stück der Name eines Heiligen oder einer Heiligkeit verzeichnet ist.

Die Gebeine und den Reliquienbehälter nahm der nach Sidirokastro angereiste 43-jährige Schweizer vor Ort von dem Diakonen in Empfang, um die Reliquien laut seiner gegenüber der Polizei abgegebenen Aussage nach Deutschland zu verbringen und dort einem hochrangigen Geistlichen (Archimandrit) zu übergeben.

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Diakonen durch Beamten der Kriminalpolizei Thessaloniki wurden 10 unter das Drogengesetz fallende Tabletten, 505 Knochen und 15 Schädel gefunden, auf denen die Namen von Heiligen und Heiligkeiten verzeichnet waren. Ebenfalls wurden eine byzantinische Ikone aus dem 19. Jahrhundert und ein byzantinisches Kreuz aus dem 19. Jahrhundert, zwei byzantinische Fingerringe und fünf antike und byzantinische Münzen sichergestellt, die gemäß der Einschätzung einer zuständigen Archäologin unter die Schutzbestimmungen des Gesetzes über Altertümer fallen.

Die beiden Männer wurden von Beamten des Dezernats für illegalen Handel mit Altertümern und Antiquitäten der Kriminalpolizei Thessaloniki verhaftet und fallweise der Verletzung des Gesetzes über Altertümer, der Verunglimpfung von Toten, des außergewöhnlichen Diebstahls, der Annahme und Bereitstellung von Produkten eines Verbrechens und des Vergehens gegen das Drogengesetz beschuldigt.

Die Polizei setzt ihre Untersuchungen fort um sowohl die Aktivitäten der beteiligten Personen als auch die Herkunft der obigen Reliquien vollständig aufzuklären. Letztere werden von einem zuständigen Anthropologen – Osteologen der Behörde für Altertümer untersucht werden.

Die beiden Verhafteten, zu deren Lasten ein Strafverfahren eingeleitet wurde, wurden dem Staatsanwalt des Strafgerichts in Thessaloniki vorgeführt.

Kommentare sind geschlossen