Hafen Piräus in Griechenland droht Boykott aus Spanien

28. April 2010 / Aktualisiert: 30. Juni 2013 / Aufrufe: 652

In Reaktion auf die letzten Zwischenfälle im Hafen Piräus in Griechenland untersuchen die spanischen Betreiber des Kreuzfahrtschiffs Zenith ernsthaft, Piräus von der Liste der Zielhäfen ihrer Kreuzfahrten zu streichen.

Der Verband griechischer Touristikunternehmen (SETE) unterstrich, dass „eine Einstellung der turnusmäßigen Fahrten der Zenith für Griechenland den Verlust von wenigstens 10 Millionen Euro an Einnahmen und 400 Arbeitsplätzen bedeuten würde„, und fordert von der Regierung, den griechischen Tourismus und das Land davor zu schützen, international in Verruf zu geraten.

Laut der griechischen Tageszeitung Ta Nea und dem SETE waren für Sommer 2010 insgesamt 33 einwöchige Kreuzfahrten der Zenith mit Abfahrts- und Ankunftshafen Piräus geplant, womit etwa 100.000 spanische Touristen nach Griechenland gebracht worden wären.

Die unzulässige und sozial provokante Strategie gewisser Gruppen bedroht die griechischen Inseln mit der wirtschaftlichen Katastrophe, falls schließlich die Regierung die erneute Blockade des Hafens Piräus am Wochenende zum ersten Mai dulden sollte„, betont der SETE in seiner Bekanntmachung und fährt fort: „All dies ereignet sich nur wenige Tage nach dem aus Ministermund bekannt gegebenen Beschluss der Regierung zur Aufhebung der Kabotage und Stützung des Tourismus. Die Ereignisse, welche jede gesetzliche Ordnung eliminierten, fanden mit der unentschuldbaren Duldung der Regierung statt, womit die Absicht des Premierministers selbst bezüglich der Stützung des Tourismus annulliert und gleichzeitig eine intensive Beunruhigung um die Zukunft unseres Landes hervorgerufen wurde„.

Seine große Enttäuschung und Entrüstung wegen der betrübenden Szenen, die sich am Nachmittag des Montags (26. April 2010 – siehe Griechische Seeleute setzen in Griechenland 970 Touristen fest) im Hafen von Piräus abspielten, drückt in einer Bekanntmachung auch der Verband der Touristik-Agenten in Griechenland (Hatta) aus.

Als unfassbar erachtet die Kammer der griechischen Hoteliers (XEE) den Beschluss „gewisser Personen“, am 1. Mai den Betrieb aller Schiffe einzustellen und somit tausende Passagiere, Einwohner und Unternehmer der Inselgebiete zu Geiseln zu machen. In der Bekanntmachung betont die Kammer, dass der griechische Tourismus in eine Sackgasse gelenkt zu werden droht, und appelliert in jede Richtung, die Logik vorherrschen zu lassen und die nationalen Interessen zu schützen.

Als negative Entwicklung charakterisierte die Episoden im Hafen von Piräus auch der Kulturminister Pavlos Geroulanos unmittelbar nach seinem Treffen mit dem Staatspräsidenten am Dienstag (27. April 2010). Der Minister betonte, dass der Tourismus „die große Chance für das Land darstellt und im bevorstehenden Sommer das Klima umschlagen und der Tourismus zu einer Quelle der Entwicklung werden kann„. Der Minister fügte jedoch auch an, dass „Szenen wie die gestrigen dem Land zu einem wirtschaftlich kritischen Zeitpunkt sehr großen Schaden zufügen“ und endete mit der Erklärung: „Der Premierminister hat von dem ersten Augenblick an erklärt, dass die Kabotage einen Punkt der Diskussion mit allen Beteiligten darstellen werden würde. Bestimmte Kreise beschlossen gestern, dass diese Diskussion gewalttätige Dimensionen annehmen wird.

Die politische Partei „Drasi“ erachtet ihrerseits, dass in den schweren Momenten für das Land jeder freie und demokratisch denkende Bürger einen Jeden zu verurteilen schuldet, der seine eigenen Interessen mit dem Misslingen der Rettung des Landes identifiziert – „und zwar erst recht, wenn seine Absicht darin besteht, ein graues, rotes oder wie auch immer gefärbtes Regime des Faschismus aufzuzwingen„. Ebenfalls drückt die Partei Drasi die tiefe Betroffenheit über die Feigheit der Polizei gegenüber der von Seite der gewerkschaftlichen Organisation PAME organisierten und unentwegten Sabotage von Sachen und Dienstleistungen aus.

  1. Walter Mayer
    30. April 2010, 11:14 | #1

    Ich wollte Urlaub auf der Insel Naxos machen habe aber jetzt da der Fährschiffverkehr nicht sichergestellt werden kann einen Mietwagen in Athen bestellt und werde mich auch nicht wie ursprünglich geplant in Athen aufhalten.
    Ich hoffe das die Griechen, die ich sehr achte, jetzt zusammenstehen und die Probleme gemeinsam bewätigen und nicht auch noch anfangen sich untereinander selbst zu ruinieren und sich nicht gegenseitig die Schuld zuzuschieben. Streiks die den Tourismus lahmlegen halte ich in diesem Sinne für absolut kontraproduktiv.

  2. Konstantina Fountea
    8. Mai 2010, 11:57 | #2

    Wir werden als Volk diejenigen Maßnahmen ergreifen, welche für das Wohl unserer Landesbevölkerung notwendig sind. Wir haben es satt die Suendeboecke zu sein. Jeder soll den Mist vor seiner Tür erstmal anschauen!

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