Arbeitslosigkeit in Griechenland auf neuem Höchststand

20. April 2010 / Aufrufe: 2.186

Im Januar 2010 erreichte in Griechenland die Arbeitslosigkeit mit einer offiziellen Arbeitslosenquote von 11,3 Prozent den höchsten Stand seit sechs Jahren.

Die im Januar 2009 in Griechenland noch bei „nur“ 9,4 Prozent liegende offizielle Arbeitslosenquote stieg damit innerhalb eines Jahres um rund 2 Prozentpunkte. Laut dem griechischen Amt für Statistik ELSTAT waren im Januar des Jahres 2010 insgesamt 567.132 Personen als Arbeitslos registriert, was im Vergleich zum Januar 2009 einen Zuwachs von 101.440 Arbeitslosen (+21,8 Prozent) bedeutet.

Die Zahl der Beschäftigten wurde im Januar 2010 auf insgesamt 4.445.743 Personen geschätzt und sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 39.272 (-0,9 Prozent). Die Zahl der wirtschaftlich nicht aktiven Personen wiederum wurde für Januar 2010 mit 4.276.258 beziffert.

Nach Geschlechtern differenziert fällt die Arbeitslosenquote bei Frauen mit 14,9 Prozent erheblich höher aus als mit 8,7 Prozent bei Männern. Auf Altersgruppen bezogen lag bei Personen im Alter von 15 – 24 Jahren die Arbeitslosenquote bei 30,4 Prozent, in der Altersgruppe 25 – 34 Jahre bei 14,6 Prozent.

Auf Gebietsebene wurde die höchste Arbeitslosenquote auf den Ionischen Inseln verzeichnet (19,1 Prozent), gefolgt von Westmakedonien (17,7 Prozent) und der südlichen Ägäis (15,3 Prozent). Auf der anderen Seite lag in nur 3 Gebieten die Arbeitslosenquote unter 10 Prozent, nämlich im Gebiet der Nordägäis (3 Prozent), auf der Peleponnes (9 Prozent) und in Westgriechenland (9,7 Prozent).

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass die reale Arbeitslosenquote sehr viel höher liegt als offiziell ausgewiesen wird und in bestimmten Gebieten sogar bis zu 50 Prozent erreicht. Bei den offiziellen Erhebungen werden nur solche Arbeitslose berücksichtigt, die regulär bei den Arbeitsämtern (OAED) als arbeitslos gemeldet sind. Da allerdings eine erhebliche Anzahl arbeitsloser Personen nach dem geltenden System überhaupt nicht berechtigt ist, sich regulär arbeitslos melden zu können, oder aus anderen Gründen darauf verzichtet, spiegeln die offiziellen Zahlen auf keinen Fall die realen Verhältnisse wieder.

  1. 11. August 2011, 12:52 | #1

    Die ganze Situation hat sich in den letzten Monaten dort sicherlich nicht verbessert. Mann kann davon ausgehen, dass die Arbeitslosenzahlen weiter angestiegen sind, was nicht dazu führen wird, dass Griechenland irgendwann mal aus seinem Schuldenberg herunterkommen kann.

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