Weniger Ansteckungen und mehr Todesfälle wegen Schweinegrippe in Griechenland

15. Januar 2010 / Aktualisiert: 22. Januar 2010 / Aufrufe: 248

Die Welle der Schweinegrippe-Infektionen klingt in Griechenland ab, jedoch unterstreichen die Wissenschaftler den während der vergangenen Wochen verzeichneten Anstieg der durch das Virus H1N1 verursachten Todesfälle.

Laut den Feststellungen des am Donnerstag, dem 14. Januar 2009 tagenden Nationalen Gremiums für Pandemien stieg in Griechenland trotz der abklingenden Infektionswelle die Zahl jener Patienten, die an den Folgen der Infektion mit dem Virus H1N1 verstarben, während der vergangenen Wochen überproportional an.

Die neue Grippe bleibt weiterhin unberechenbar, und obwohl die epidemiologischen Daten einen Aktivitätsrückgang zeigen, dürfen wir uns nicht zurücklehnen„, führte die Vorsitzende des Nationalen Gremiums für Pandemien Prof. Eleni Giamarelou an.

Das Auftreten einer zweiten pandemischen Welle der Schweinegrippe während des nächsten Zeitraums ist somit nicht auszuschließen. Die andere Möglichkeit wäre, dass die Aktivität der Neuen Grippe auf dem heutigen Niveau und ohne besondere Schwankungen hinsichtlich der Infektionen und Todesfälle stagnieren wird.

Von den seit Beginn der Ausbreitung der Epidemie in Griechenland bisher insgesamt 93 an der Schweinegrippe verstorbenen Personen verloren 17 Menschen ihr Leben seit Anfang 2010. Bei dem zuletzt verzeichneten Todesfall handelte es sich um eine 50-jährige Frau mit Diabetes und chronischen Atembeschwerden, während seit Mittwoch ein 6-jähriges Mädchen ohne gesundheitliche Vorbelastung in kritischem zustand auf einer Intensivstation behandelt wird.

Insgesamt wurden bisher in Griechenland 16.763 bestätigte Infektionsfälle verzeichnet, davon 807 während der vergangenen Woche. Bis heute bezog sich etwa die Hälfte der analysierten positiven Abstriche auf das Virus H1N1. „Es ist, als ob das Virus der saisonalen Grippe verschwunden sei„, meinte Professorin Giamarelou.

Die Wissenschaftler schätzen, dass im Durchschnitt täglich 50 Menschen auf Intensivstationen in Behandlung sind, und erachten die Notwendigkeit der Impfung auch weiterhin als gegeben. Wie Professorin Eleni Giamarelou betonte, „müssen insbesondere die Risikogruppen weiter zur Impfung aufgerufen werden, da sich aus den bisher vorliegenden Daten ergibt, dass 80% jener Menschen, die ihr Leben aufgrund einer Infektion mit der Neuen Grippe verloren, den Gruppen mit erhöhtem Risiko angehörten. Nur 20% der Verstorbenen waren vor der Infektion mit dem Virus völlig gesund„.

Das Gesundheitsministerium steht weiter im Dialog bezüglich der 12 Millionen bestellten, jedoch (noch) nicht erhaltenen Impfdosen. Die stellvertretende Vorsitzende des Zentrums für Krankheitskontrolle und Vorbeugung (KEELPNO) erklärte, dass die Bestellungen erfolgen mussten, da zu Beginn der Epidemie die Vorbeugung vorrangig und auch das unerfreulichste Szenarium berücksichtigt worden war. Wie sie ausführte, war „einiges mehr vorausgesehen, einiges weniger schließlich eingetreten„, und endete damit, dass sich „sich die Rückschlüsse zum Schluss ergeben“ – parallel betonend, dass „ein Tod nicht in Kosten bewertbar sei„.

Die Mitglieder des Gremiums diskutierten ebenfalls das Thema der Antibiotika, welche sogar auch anlässlich einfacher viraler Infektionen übermäßig konsumiert werden. Unter den europäischen Ländern liegt Griechenland beim Verbrauch von Antibiotika an erster Stelle, und überaus beunruhigend ist, dass im Land die Resistenz der Bakterien gegen Antibiotika erheblich zugenommen hat.

Kommentare sind geschlossen