Weitere Fälle polizeilicher Misshandlung von Ausländern in Griechenland

5. Januar 2010 / Aktualisiert: 23. Februar 2010 / Aufrufe: 430

Auf dem Polizeirevier Akropolis in Athen – Griechenland soll am 29. Dezember 2009 ein weiterer Ausländer von Polizisten geschlagen und gefolter worden sein.

Nach Veröffentlichung eines Berichtes in der griechischen Tageszeitung „Eleftherotypia“ ordnete der Polizeipräsident von Attika Nikos Seretis eine Untersuchung bezüglich einer weiteren Beschuldigung an, wonach am Dienstag, dem 29. Dezember 2009, ein verhafteter afrikanischer Ausländer auf dem Polizeirevier Akropolis von Polizisten geschlagen und misshandelt worden war.

Die Beschuldigung erhob ein 25-jähriger fliegender Händler senegalesischer Staatsangehörigkeit. Laut seiner Darstellung wurde er am 29. Dezember 2009 gegen 20.00 Uhr auf dem Kapnikareas-Platz festgenommen, als er sich auf dem Weg zu seiner Wohnung befand und keine Waren mit sich führte, von den Polizisten in eine Seitenstraße geführt und dort zu Boden geworfen und geschlagen und getreten. Nachdem er anschließend zu Fuß auf die Wache Akropolis gebracht worden war, wo zu diesem Zeitpunkt zwölf Polizeibeamte anwesend waren, zwangen ihn laut seiner Darstellung fünf Polizisten, sich zu entkleiden, fesselten ihm die Hände auf dem Rücken und begannen ihn mit Schlagstöcken und Faustschlägen zu traktieren. Laut der Darstellung des jungen Mannes schritten die Polizisten auch zu sexuellen Misshandlungen, während einige der Beamten die Szene mit ihren Mobiltelefonen filmten.

Laut dem Bericht in der Tageszeitung „Eleftherotypia“ wurde der junge Mann bis zum nächsten Tag gefesselt in Arrest gehalten und dann mit der Anklage auf „Widerstand gegen die Staatsgewalt“ dem Staatsanwalt vorgeführt. Das Gericht setzte die Verhandlung auf den 12. Dezember 2010 an und ließ den Senegalesen frei, der daraufhin von Freunden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Der Polizeipräsident von Attika verlangt in seiner Anordnung, den Wahrheitsgehalt der Beschuldigungen und die Umstände festzustellen, unter welchen laut den Behauptungen des Ausländers die Misshandlungen stattgefunden haben, und – sofern sich die Beschuldigungen als wahr erweisen – die Identität der Täter zu ermitteln, um diese einer strengen Bestrafung zuzuführen.

Ein weiterer Senegalese war laut der Reportage bereits am 23. Dezember 2009 verhaftet und von Polizisten des Reviers Akropolis ebenfalls schwer misshandelt und vorübergehend stationär in einem Krankenhaus behandelt worden. Der Mann befand sich insgesamt acht Tage in Arrest und bestätigt die Misshandlung des anderen Mannes, der am 29. Dezember festgenommen und auf dem Revier Akropolis gefoltert worden war. Er selbst war schließlich an die Ausländerpolizei überstellt und mit der Auflage auf freien Fuß gesetzt, worden Griechenland innerhalb von dreißig Tagen zu verlassen.

Wie verlautbar wurde, sollen auf der in Rede stehenden Polizeiwache Akropolis in Athen auch in der Vergangenheit wiederholt Ausländer mehr oder weniger schwer geprügelt, gefoltert und misshandelt worden sein.

Kommentare sind geschlossen