Trinkwasser in Griechenland zunehmend mit Nitraten belastet

26. Januar 2010 / Aktualisiert: 23. Februar 2010 / Aufrufe: 850

In zahlreichen Gebieten Griechenlands ist das aus Brunnen und Bohrbrunnen gewonnene Wasser stark mit Nitraten belastetund nicht mehr als Trinkwasser nutzbar.

Aufgrund der hohen Nitratbelastung als gesundheitsgefährdend eingestuft wird das Wasser aus Brunnen und Bohrungen im Gebiet von Mesogia (Attika), Kopaida (Viotia), Argolida, Thessalien, in der Ebene von Thessaloniki, in den Becken der Flüsse Pinios und Strimonas und in der Ebene von Arta. Diese Gebiete sind offiziell als hoch belastet charakterisiert.

Laut einer Reportage der griechischen Tageszeitung „Ta Nea“ liegt in Griechenland die Belastung des Wassers mit Nitraten im roten Bereich. Bezeichnend ist der Umstand, dass an 42% der 418 Stellen, an denen in ganz Griechenland Stichproben genommen und analysiert werden, die Konzentration der Nitrate über 50 mg pro Liter liegt. Zum Vergleich sei angeführt, dass der Grenzwert für Trinkwasser in Deutschland bei 50 mg pro Liter und in der Schweiz bei 25 mg pro Liter liegt, während für Säuglinge und Kleinkinder bereits der Grenzwert von 12 mg pro Liter als gesundheitsgefährdend eingestuft wird.

Hauptquellen der hohen Nitratbelastung stellen laut dem Zentralen Wasseramt landesweit sowohl die landwirtschaftlichen Aktivitäten als aufgrund der großen Konzentration tierischer Ausscheidungen auch die Viehwirtschaft dar. Die Spezialisten betonen, dass die erhöhten Nitratmengen im menschlichen Organismus gefährlich werden und bei Säuglingen das Blue Baby Syndrom sowie sogar auch Magenkrebs verursachen können.

Laut Jiannis Koumantakis, Prof. i.R. der technischen Geologie und Hydrogeologie an der Nationalen Technischen Universität Athen, rührt die Nitratbelastung nicht nur aus Düngemitteln her, da in fast dem gesamten Becken von Attika die Brunnen und Bohrbrunnen von durchlässigen Fäkaliengruben und dem undichten Abwassersystem verseucht worden sind.

Wie der Präfekt von Ostattika Leonidas Kouris betont, „verfügen das Gebiet von Mesogia und 90% des östlichen Bereichs von Attika über kein Abwassernetz. Dies bedeutet in der Praxis, dass alle Bohrbrunnen und Brunnen im Gebiet von Mesogia unbrauchbar geworden sind, weil das Wasser daraus primär aufgrund der Verschmutzungen durch Sickergruben und Düngemittel der verbliebenen landwirtschaftlichen Gebiete nicht mehr getrunken werden kann.

Kommentare sind geschlossen