Rektorin in Griechenland wegen Fremdsprachenunterricht freigesprochen

23. Januar 2010 / Aktualisiert: 16. August 2011 / Aufrufe: 404

Die Einzelrichterkammer des Strafgerichts Athen in Griechenland sprach die ehemalige Rektorin der Hauptschule 132 in Athen von der Anklage frei, Kindern von Einwanderern gesetzeswidrig Unterricht in deren Muttersprache erteilt zu haben.

Gegen die Lehrerin war ein Prozess angestrengt worden, weil sie in dem Zeitraum 2004 – 2007 ohne die erforderliche Genehmigung des zuständigen Amtes an den Nachmittagen einen Raum der Hauptschule genutzt hatte, um dort den Kindern ausländischer Einwanderer Unterricht in deren Muttersprache (Albanisch und Arabisch) zu erteilen.

Die Anzeige hatte der heutige Rektor der Schule erstattet, worauf die damalige Rektorin Stella Protonotariou an eine andere Schule versetzt worden war. Auf die Seite der Lehrerin hatten sich die Elternvereine der in Rede stehenden und anderer Hauptschulen sowie auch die gewerkschaftlichen Organisationen DOE und OLME gestellt und vor dem Gerichtsgebäude in Demonstrationen ihre Solidarität kundgetan.

Die griechische Bildungsministerin Anna Diamantopoulou drückte ihre Befriedigung über den Ausgang des Prozesses aus und merkte charakteristisch an: „Der Freispruch der Lehrerin Stella Protonotariou, welcher der Titel der Lehrerin wirklich gebührt, ist aktueller denn je, zumal die Diskussion um die Integration der Kinder von Ausländern in die griechische Gesellschaft eine der Prioritäten der Regierung darstellt. Die Rolle der Pädagogen in diesem Vorgang ist katalytisch, und der Staat steht ihm heute zur Seite.“

Ebenfalls charakteristisch ist allerdings der wieder einmal zu Tage getragene Umstand, dass auch im griechischen Bildungswesen im kleinlichen Zank um Zuständigkeitsbereiche und im Kampf um die Karriere offensichtlich kein Mittel zu schäbig ist.

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