Bombenexplosion vor dem Parlament in Griechenland

10. Januar 2010 / Aktualisiert: 25. August 2015 / Aufrufe: 315

Am Samstagabend (09. Januar 2010) explodierte in Athen um 19:59 Uhr auf dem Vorplatz des Gebäudes des griechischen Parlaments direkt am Denkmal des Unbekannten Soldaten eine Bombe. Der Sprengsatz verursachte geringfügige Sachschäden.

Der Polizei war es gelungen, den in der Regel rund um die Uhr stark frequentierten Bereich rechtzeitig zu räumen und den Verkehr um den Syntagma-Platz zu sperren, da ein Unbekannter um 19:43 Uhr bei der Redaktion der Zeitung Eleftherotypia angerufen und davor gewarnt hatte, dass in 17 Minuten eine Bombe explodieren werde.

Durch die Detonation kam niemand zu Schaden. Da sich die Druckwelle in Richtung des Parlamentsgebäudes ausbreitete, entstanden geringfügige Sachschäden hauptsächlich an Verglasungen der Büroräume des Parlamentsgebäudes und dem nahe gelegenen Unterstand der Wache. Die Straßen um den Syntagma-Platz wurden vorläufig gesperrt und ein Stab der Anti-Terror-Behörde eilte an den Ort.

Der Sprengsatz (vermutlich mit Zeitzünder) war in einem Abfallbehälter vor der Zierrabatte nahe dem Vorplatz des Parlaments an der Einmündung der Straßen Leoforos Vasilissis Sofias und Leoforos Amalias platziert worden. Der erste, jedoch bisher unbestätigte Verdacht der Polizei richtet sich gegen die Terrorgruppe „Synonomosia Pyrinon tis Fotias (Verschwörung der Kerne des Feuers). Der Umstand, dass der Anrufer in seinem Telefonat an die Zeitungsredaktion Einzelheiten zu der Bombe bekannt gab, um Opfer zu vermeiden, verweist auf eine frühere Bekanntmachung der „Feuerkerne“, worin die Organisation klarstellte, nicht auf menschliche Verluste abzuzielen.

Es ist jedenfalls das erste Mal, dass ein solcher Anschlag im Umfeld des Parlamentsgebäudes stattfindet, welches zu den bestbewachten Orten in Athen zählt. Weiter Anhaltspunkte zu dem Vorgehen der Täter werden sich möglicherweise aus dem Material ergeben, welches von den Sicherheitskameras der Umgebung aufgezeichnet wurde und derzeit untersucht wird.

Kurze Zeit nach der Explosion gingen bei der Einheit für Soforteinsätze zwei weitere Anrufe bezüglich auf dem Syntagma-Platz und in dem Hotel „Megali Vretania“ deponierter Bomben ein, die sich jedoch als Farce erwiesen.

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